Mensch vor Verkehr - Geplante ICE-Trasse erfordert rechtzeitigen Kompromiss Bloß keine Umweltschützer, die in den Bäumen hängen

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Autobahn und Bahntrasse verlaufen auch anderswo parallel und über der Erde und schlagen eine breite Schneise in die Landschaft. © Mensch vor Verkehr

Lorsch/Einhausen. Der Dannenröder Forst sorgte wochenlang für Schlagzeilen. An die 28 Hektar des Waldstücks nahe Marburg, die für die Weiterführung der Autobahn dort gerodet werden, erinnerte jetzt auch Reimund Strauch, Sprecher von „Mensch vor Verkehr“ (MvV), in einem Pressegespräch. Einen ähnlichen Protest mit Demonstrationen und Waldbesetzungen gegen Rodungen wie in Mittelhessen würde MvV gerne vermeiden.

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„Wir wollen nicht, dass radikale Umweltschützer bei uns in den Bäumen hängen“, heißt es beim Umweltverband. Klarmachen müsse man sich aber, dass der Waldverbrauch im Kreis Bergstraße für die geplante Neubautrasse ein Vielfaches betrage, wenn die Bahn ihre Vorzugsvariante realisiere. Von mehr als 100 Hektar spricht Strauch.

Mit Blick auf Umweltschutz und Klimawandel sei es bei dem „Jahrhundertprojekt“ wichtig, auf den Flächenverbrauch zu achten. Wie „brachial“ eine Schneise die Landschaft verändern kann, sei unter anderem entlang der Autobahn zwischen Nürnberg und Ingolstadt zu besichtigen.

Robert Loreth, MvV-Vorstandsmitglied aus Langwaden, veranschaulicht Interessierten an Hand einer grafischen Darstellung, wie viel Platz die Autobahnverbreiterung, mitsamt neuer Bahntrasse und der sogenannten Aufwuchsbeschränkung von 30 Metern, in der es keinen Hochwald mehr geben dürfe, in Anspruch nehmen könnte.

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Eine Trasse durch den Wald ohne Tunnel in bergmännischer Bauweise drohe enorm viel Fläche zu verbrauchen. An der Bergstraße habe man großes Interesse, dass mehr Verkehr auf die Bahn verlegt werde. Dies müsse aber mit so wenig Landverbrauch wie nur möglich geschehen. sch