Freibad - Trotz heißer Sommertage weniger Gäste als im Vorjahr / CDU will einen Prüfantrag für Kombi-Karte mit Bensheim stellen Bislang erst 83 000 Besucher

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Nina Schmelzing
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Wegen Überfüllung musste das Bad – unser Bild zeigt eine Aufnahme nach Betriebsende – noch nicht geschlossen werden. Die Gästezahl liegt derzeit unter der des Vorjahres. Die Saison in Lorsch läuft noch bis Mitte September © Zelinger

Lorsch. Das Waldschwimmbad gehört zu den beliebtesten Freizeitstätten der Region. 120 000 Gäste wurden im vorigen Jahr im Lorscher Freibad gezählt. Trotz einiger Supersommertage mit Temperaturen um die 40 Grad werden es in dieser Saison aber wohl weniger Besucher werden. Davon geht jedenfalls Bürgermeister Christian Schönung aus. Gemeinsam mit Hauptamtsleiter Ralf Kleisinger informierte der Verwaltungschef am Dienstagabend auf Wunsch der CDU-Fraktion über den aktuellen Zustand des 1970 eingeweihten Schwimmbads – und den künftigen Modernisierungsbedarf.

Warum ist das Duschwasser am Becken so kalt?



Im Schwimmbecken hat das Wasser meist eine Temperatur von 23 Grad, wird in Lorsch versprochen. Warum fließt dagegen aus den Duschen am Beckenrand oft viel kühleres Nass unter 20 Grad? Warmduscher animiert das schließlich nicht unbedingt dazu, den Schauer für eine gründliche Reinigung zu nutzen.

Grund ist eine Auflage, auf deren Einhaltung unter anderem das Gesundheitsamt achtet. Die Duschen am Beckenrand müssen nämlich inzwischen echtes Frischwasser abgeben – und nicht allein „Wasser in Frischwasserqualität“, das aufbereitet sowie gechlort und erwärmt werden könnte.

Die Duschen am Beckenrand sind aber auch gar nicht vornehmlich für die intensive Körperreinigung gedacht, erinnert Schwimmmeister Robert Dieterle auf Nachfrage. Dafür sind vielmehr die Duschkabinen in den beiden Sanitärtrakten am Eingangsbereich des Freibads vorgesehen. Während bei den Duschen rund um die Schwimmbecken und im sogenannten Durchschreitebereich Seifen-Nutzung gar nicht erlaubt ist, ist sie in den Kabinen im Trakt möglich und erwünscht. Wer es richtig warm haben will, kann dort – für 50 Cent – auch eine extra Warmwasserdusche erhalten. Die „frischen“ Duschen rund um den Beckenrand stehen vor allem für das Abkühlen der Schwimmbadgäste zur Verfügung. sch

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Dass in diesem Jahr bislang erst 83 000 Gäste gezählt wurden, die Marke von 120 000 bis zum Saisonende wohl nicht mehr getoppt wird, liege unter anderem an den Regentagen, vermutete Schönung. Attraktiv und in Schuss gehalten wird das 49 Jahre alte Bad schließlich regelmäßig. Zuletzt wurden unter anderem Sprungturm und Brücke in Stand gesetzt, Fliesen ausgetauscht und an der breiten Rutsche im Kinderbecken ein Haarriss beseitigt. Im Eingangsbereich wurden die hölzernen Leimbinder erneuert. Der Bereich um das Baby-Becken lässt sich auf Wunsch der Eltern inzwischen mit vier unterschiedlich großen Sonnenschirmen verschatten. Und neue Schwimmleinen trennen in der Mitte des 50-Meter-Beckens eine Bahn für die Schnellschwimmer ab.

Viel Lob gab es aus der Runde für die neue Pächterin des Kiosks. „Ich höre von allen sehr große Zufriedenheit“, berichtete Schönung von Rückmeldungen, die das gute Warenangebot und die Freundlichkeit des Personals dort herausstellten.

Vertrag mit der GGEW läuft weiter

Sehr gut sei auch die Zusammenarbeit mit der GGEW verlaufen. Der Energiedienstleister aus Bensheim hat vor zwei Jahren die Betriebsführung des Lorscher Freibads übernommen. Der Vertrag ist nun für ein weiteres Jahr verlängert.

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Verbesserungsbedarf gibt es im Waldschwimmbad gleichwohl nicht wenig. Im technischen Bereich geht es in den nächsten Jahren als größte Maßnahme um die Filteranlage. Im Eingangsbereich müssen zudem die Stahlträgerstützen erneuert, das Dach saniert werden.

Den „Charme der Eröffnungszeit“ bescheinigten die Christdemokraten dem Trakt mit den Warmwasser-Duschen. „Zuhause sehen Duschköpfe anders aus“, wurde beim Rundgang festgestellt. Die Funktion ist wichtiger als die Optik, hieß es aber ebenfalls. Viele Schwimmer zögen sich auch oft in den kleinen Kabinen am Beckenrand um.

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Wie jedes Schwimmbad ist auch das Lorscher Freibad nicht kostendeckend, sondern ein Zuschussbetrieb. 222 000 Euro betrug das Defizit im Jahr zuletzt, ein rechnerischer Zuschuss von etwa 1,90 Euro pro Besucher ergab sich, so die Verwaltung. Die vielen „externen Gäste“ sollen für den Besuch aber dennoch auch künftig nicht mehr zahlen als die Lorscher. Interessant könnte für Schwimmbad-Fans vielleicht eine Kombi-Karte sein, mit der im Winter auch das Bensheimer Basinus-Bad genutzt werden kann, lautet eine Überlegung der CDU. Die Fraktion um ihren neuen Chef Ferdinand Koob plant, einen Prüfantrag dafür auf den Weg zu bringen.

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Aus den Reihen der Stammgäste wurde an die CDU auch der Wunsch nach größeren Schließfächern herangetragen, in die auch Liegestühle passen. Mobiliar soll bislang nicht über einen längeren Zeitraum deponiert werden, die Fächer sollen abends ausgeräumt sein. Liegestühle können allerdings schon jetzt im Freibad ausgeliehen werden.

Lorsch hofft, in naher Zukunft im 50 Millionen Euro schweren hessischen „Swim“-Programm mit einer Förderung bedacht zu werden. Bei der ersten Bewerbung wurde das Freibad nicht berücksichtigt, das Programm läuft aber noch drei Jahre. „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir drankommen, steigt“, zeigte sich Schönung zuversichtlich.

Das Freibad kann bis zu 7000 Gäste vertragen. Ein Einlassstopp wegen Erreichung der Kapazitätsgrenze musste aber noch nicht ausgesprochen werden, Höchstzahl waren in diesem Jahr gut 4000 Gäste. Meistens gibt es in dem großzügigen Areal angenehm genug Platz für alle. Bis Mitte September besteht die Möglichkeit, das Freibad zu genießen. Der genaue Termin fürs Saisonende steht noch nicht fest.

Redaktion