Schützenverein - Oktoberfest mit bayerischen Spezialitäten und einem spannenden Wettkampf Beim 67. Treffer fällt der Adler: Marga Rehn schießt den Vogel ab

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Norbert Weinbach
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Die Frauen hatten beim Adlerschießen die Nase vorne: (v.l.) Schützenkönigin Marga Rehn, Anna Rau (1. Ritter) mit Tochter Paula sowie Marie Rau (2. Ritter). © WEINBACH

Lorsch. Recht gut besucht war das Oktoberfest des Lorscher Schützenvereins. Einige Frauen hatten dazu farbenfrohe Dirndl angezogen. Herren erschienen zünftig mit Trachtenjanker, Lederhose und bestickten Hosenträgern. Sie alle freuten sich über die bayrische Kost zur Mittagszeit. Das war das Besondere an diesem Fest.

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Weil der Lorscher Schützenverein seit 60 Jahren besteht, wird er am 4. November dieses Jubiläum fei ern. Verbunden sein wird das Fest mit einem Wettkampf um den "Meyton-Pokal". ml
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Die einstige langjährige Vorsitzende Marga Rehn hatte die Speisen nicht nur selbst zubereitet, sie hatte sie auch spendiert: Grießnockerl-Suppe, Rippchen mit Kraut, Weißwurst, Bratwurst, Leberknödel, Kartoffelbrei und frische Laugenbrezeln standen auf der Speisekarte. Dazu tranken die Gäste Original Oktoberfestbier vom Fass, das auch „in der Maß“ serviert wurde, wie der Vorsitzende Dr. Ralf Beyer erklärte.

Zum Oktoberfest gehörte auch das traditionelle „Adlerschießen“. Dabei wird mit dem aufgelegten Kleinkalibergewehr auf eine hölzerne Adlerfigur (mit Krone, Zepter und Reichsapfel) geschossen. Der Adler ist in 25 Metern Entfernung auf einen Holzpfahl montiert. Es soll natürlich nicht direkt auf den Adler geschossen werden, auch wenn hin und wieder ein Fehlschuss in den Vogel einschlug. Ziel war es jedoch eigentlich, den Holzpfahl zu treffen, bis der Adler abstürzte. Zur besseren Kenntlichkeit hatte der Vorstand unterhalb des Adlers eine schwarze Zielscheibe befestigt.

23 Frauen und Männer beteiligten sich an diesem Wettkampf. Abgegeben wurde immer ein Schuss – und zwar in einer auf einem Zettel notierten Reihenfolge.

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Der jüngste Teilnehmer war Marc Marciniak, der älteste Richard Rehn – mit 85 Jahren. Nicht jeder Schuss traf. Aber wenn ein Schütze das Ziel getroffen hatte, splitterte das Holz. So wurde Stück für Stück des Pfahls regelrecht weggeschossen. Immer kleiner wurde das Ziel. Als der Adler wankte, aber noch nicht fallen wollte, ging ein leichtes Raunen durch die Schar der Schützen.

Am Ende ging es dann schnell. Marie Rau zielte und traf. Der Adler zeigte sich noch unbeeindruckt. Ihre Mutter Anna setzte den nächsten Treffer, der Adler kippte, blieb aber noch auf seinem Sockel. Dann übernahm die langjährige einstige Vorsitzende Marga Rehn das Gewehr und gab dem Tier mit dem 67. Treffer der Aktion den Gnadenschuss. Der Adler fiel. Sie wurde damit zur Schützenkönigin gekürt. „Weil Du den Vogel abgeschossen hast“, hob Dr. Ralf Beyer bei der Siegerehrung hervor. Er überreichte ihr einen großen Präsentkorb.

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Den erhielten auch Anna Rau als 1. Ritter und ihre Tochter Marie Rau als 2. Ritter. Für alle drei Frauen gab es noch eine entsprechende Erinnerungsmedaille.

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Der Vorsitzende bedankte sich bei Marga Rehn nicht nur dafür, dass sie das Oktoberfestessen, sondern auch die Präsentkörbe spendiert hatte.

Freier Autor Seit mehr als 40 Jahren als freier Mitarbeiter bei verschiedenen Zeitungen aktiv, Fotograf und Berichterstatter, im Regelfall waren/sind es Zeitungen die dem BA oder ganz früher, mit dem Echo verbunden waren. Berichterstattung meistens über Lorscher Vereine und Organisationen, früher auch Sport.