Gesundheitsförderung - Wingertsbergschule beteiligt sich an der Aktion „Fit for future“ / Heute sind alle Dritt- und Viertklässler an der Reihe Beifall für die Lorscher Monsterflitzer

Von 
Nina Schmelzing
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Beim Sackhüpfen bewiesen die Erst- und Zweitklässler gestern Schnelligkeit und Geschicklichkeit. Auch Koordinatorin Stumpf, Bürgermeister Schönung und Schulleiter Neumann testeten den Parcours. © Zelinger

Lorsch. Dass die Lorscher Grundschüler keine Bewegungsmuffel sind, davon kann sich jeder mit einem Blick auf den Pausenhof überzeugen. Jeden Tag wird dort ausgiebig gerannt, gekickt und getobt. Gestern war sogar noch ein bisschen mehr Betrieb zu sehen. Denn die Wingertsbergschule beteiligte sich an der bundesweiten Initiative „Fit for future“, einem Aktionstag zur Gesundheitsförderung.

Zucker in Saft, Gummibärchen und Cornflakes



Mancher Zweitklässler trinkt schon Energydrinks, sagt Andrea Stumpf, die gestern den „Fit for future“-Aktionstag betreute. Dass die beliebten koffeinhaltigen Wachmacher-Getränken für Kinder nicht empfehlenswert sind, erfuhren die Wingertsbergschüler etwa beim Zucker-Quiz. 18 Stück Würfelzucker sind allein in einem halben Liter Energydrink enthalten.

Dass Cola die gleiche Menge Zucker beinhaltet, dürfte wenige überrascht haben, neu war für manchen, dass auch frischer Orangensaft die Menge von 16 Stück Würfelzucker umfasst.

Zu Diskussionen daheim könnte es künftig auch beim Müsli kommen. Denn in einer Schale mit 70 Gramm gesüßten Cornflakes sind rund neun Stück Zucker, lernten die Schüler.

Noch deutlich mehr Zucker sind in 200 Gramm Gummibärchen versteckt: 30 Stück. Ein Würfelzucker wiegt knapp drei Gramm. Ausreichend für Kinder seien 12,5 Gramm Zucker täglich, so Stumpf. sch

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Die Themen Bewegung, gesunde Ernährung und entspanntes Lernen standen im Zentrum, vermittelt wurden die wichtigen Inhalte aber auf spannende und mitreißende Art und Weise. Die Kinder jedenfalls waren mit Begeisterung bei der Sache. Wenn ihre Teams – die „Monsterflitzer“ , die „Stempelkicker“ oder die „Fünf Freunde“ zum Beispiel – in der Sporthalle zum Dosenwerfen an den Start gingen, wurden sie sofort von Beifall und lauten Anfeuerungsrufen ihrer Mitschüler begleitet. Beim Sackhüpfen oder Becherstapeln war das nicht anders.

Manche können nicht mehr hüpfen

„Es gibt Schulen, da können die Kinder nicht mehr hüpfen“, weiß Andrea Stumpf. Als „Area-Managerin“ betreute sie das Projekt, das von der Cleven-Stiftung initiiert und in Lorsch von der Krankenkasse DAK unterstützt wurde. Die Wingertsbergschule gehört allerdings offenkundig nicht zu den Schulen mit Nachholbedarf. Die Erst- und Zweitklässler schlüpften in die bunten reißfesten Sportsäcke und hüpften zumeist problemlos und schnell den abgesteckten Parcours entlang – selbst gelegentliches Stolpern oder Hinfallen machte keinem etwas aus. „Ist doch einfach“, meinte der siebenjährige Lukas anschließend über seine gute Leistung. Sackhüpfen habe er schließlich schon bei seiner Geburtstagsfeier geübt. Dass sogar Bürgermeister Christian Schönung und Schulleiter Hans Neumann im Rahmen einer Stippvisite die Aufgabe selbst ausprobierten, kam bei den Schülern gut an.

„Wir wollen noch fitter werden“, erklärte Neumann auf Nachfrage, warum sich die Lorscher Schule zur kostenlosen Teilnahme bei „Fit for future“ angemeldet hat. Mit einer einmaligen Aktion ist es natürlich nicht getan. Die Lorscher Grundschule macht deshalb schon lange mehr. Bereits vor Jahren wurden bekanntlich die Klassenzimmer bewegungsfreundlich umgestaltet. Ihre Fitness haben die Kinder zuletzt im vorigen Monat bei der Sozial-Aktion „Lauf gegen den Hunger“ unter Beweis gestellt. Der Spendenbetrag ist zwar noch nicht ganz ausgezählt, er wird aber im hohen vierstelligen Bereich liegen, berichtete Neumann gestern erfreut.

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„Die Wingertsbergschule ist schon sehr engagiert“, stellte auch Andrea Stumpf fest. Allgemein nähmen bei Kindern aber auch die Koordinationsfähigkeiten ab, so die Fachfrau. Mit Projekten wie „Fit for future“ soll sich das wieder ändern. Scheinbar einfache Übungen wie das Stapeln von Bechern zu Pyramiden jedenfalls fördern neben Reaktionsschnelligkeit auch die Auge-Hand-Koordination. Weil in Windeseile abwechselnd mit rechter und linker Hand gearbeitet werden muss, werden beide Gehirnhälften aktiviert und im Kopf dadurch neue Verknüpfungen gebildet.

Fürs Herz: Rechnen in Bewegung

Der übliche Unterricht fiel für die zwölf Klassen des ersten und zweiten Schuljahrs gestern zwar aus, Kopfarbeit war trotzdem gefragt. Zum Programm gehörte etwa „Rechnen in Bewegung“. Bei dieser außergewöhnlichen Mathe-Stunde, bei der Zahlen in der Sporthalle gefunden werden mussten, wurden die Gehirne ebenso wie die Herz-Kreislauf-Systeme trainiert.

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„Viele Kinder haben schon im Grundschulalter extremen Stress“, sagt Andrea Stumpf. „Brainfitness“ kann beim entspannten Lernen helfen. Weniger Action als vielmehr Ruhe und Konzentration war bei Quiz-Stationen erforderlich. Unter anderem war dabei der Geruch von Minze, Zimt, Zitrone und Orange zu erschnuppern.

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Nach den Erst- und Zweitklässlern gestern sind heute die Dritt- und Viertklässler an der Reihe. Diese elf Klassen sollen von „Fit for future“ ebenso profitieren wie die Lehrer und die zahlreichen Eltern, die sich an der Aktion für die insgesamt über 500 Schüler helfend beteiligten.

Redaktion