Landtagswahl und Volksabstimmung - Aufgrund des anhaltenden Trends gibt es künftig drei statt bislang zwei Briefwahlbezirke Aus neun mach sechs: Drei Wahllokale fallen weg

Von 
Jörg Keller
Lesedauer: 

Lorsch. Rund 1300 Wahlunterlagen für den Urnengang am 28. Oktober hatte das Rathaus bis gestern Morgen bereits an Lorscher verschickt. Der Trend zur Briefwahl hält auch in der Klosterstadt an. Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr führte das zu Verzögerungen. Während die Helfer in den damals neun Lokalen schon relativ früh ihre vorläufigen Ergebnisse melden konnten, ertranken die Auszähler der beiden Briefwahlbezirke in einer Flut von Stimmzetteln. Insgesamt 3461 gültige Stimmen wurden auf diesem Weg abgegeben. Zum Vergleich: Im katholischen Kindergarten St. Benedikt waren es gerade mal 516. So lag das Ergebnis aus einem der beiden Briefwahlbezirke erst kurz vor 23 Uhr vor – auch, weil noch einmal nachgezählt werden musste.

Das Wahllokal im Gasthaus Birkenhof, hier bei der Bundestagswahl 2017, wird es bei der Landtagswahl am 28. Oktober nicht mehr geben. © Neu
AdUnit urban-intext1

Das soll bei der Landtagswahl und Volksabstimmung in zweieinhalb Wochen besser werden. Zur entspannteren Bewältigung der bereits im Vorfeld abgegebenen Stimmen hat man im Lorscher Rathaus diesmal drei Briefwahlbezirke gebildet. Im Gegenzug wird es statt bislang neun nur noch sechs Wahllokale geben. Wegfallen werden die Standorte Gasthaus Birkenhof, Paulusheim und Kindergarten St. Benedikt. Hier können die Lorscher also am 28. Oktober nicht mehr ihre Kreuzchen machen.

Die Landtagswahl in Lorsch im Überblick

Zur Landtagswahl und Volksabstimmung am 28. Oktober hat die Stadt Lorsch eine Neustrukturierung der Wahlbezirke vorgenommen.

Statt neun gibt es nur noch sechs Wahllokale: - Evangelischer Kindergarten Biengartenstraße - Werner-von-Siemens-Schule - Haus der Vereine (ehem. Karolingerschule) - Spielhaus Regenbogen - Wingertsbergschule - Kindergarten Viehweide

Nicht mehr als Wahllokal genutzt werden das Gasthaus Birkenhof, das Paulusheim und der Kindergarten St. Benedikt.

Briefwahl kann online bis 24. Oktober über einen Link auf der Webseite www.lorsch.de beantragt werden.

Im Lorscher Stadthaus werden Briefwahlunterlagen noch bis Sonntag, 28. Oktober, um 15 Uhr ausgegeben. Am vorausgehenden Freitag, 26. Oktober, ist das Bürgerbüro bis 13 Uhr geöffnet. kel

Durch diese Änderung (auch in der Nummerierung der Bezirke) wurde die Zahl der Wahlberechtigten gleichmäßig aufgeteilt. Sie liegt nun nach Angaben der Stadtverwaltung in allen sechs Wahllokalen zwischen 1700 und 1900 Personen. Auch dadurch erhofft sich die Behörde eine möglichst frühe und zeitgleiche Feststellung der örtlichen Wahlergebnisse. Während Erst- und Zweitstimmen für die Landtagswahl am Sonntagabend ermittelt werden, werden die Zahlen zur Volksabstimmung erst am Montag ausgewertet.

Künftig nahezu barrierefrei

Die Neueinteilung der Bezirke hat jedoch noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: Alle Wahlbüros sind künftig nahezu barrierefrei zugänglich. Einzig am Haus der Vereine gibt es noch eine kleine Stufe, die überwunden werden muss. In der Vergangenheit bereitete insbesondere die steile Treppe am Gasthaus Birkenhof so manchem mobil eingeschränkten Lorscher Probleme, in die Kabine zu gelangen, um sein Kreuzchen zu machen.

AdUnit urban-intext2

Um am 28. Oktober nicht vor der falschen Wahlurne zu stehen, sollten die Bürger im Vorfeld ihre Benachrichtigungen genau durchlesen. Denn nicht nur die Wahlberechtigten, die bislang im Paulusheim, im Kindergarten St. Benedikt oder im Restaurant Birkenhof ihre Stimmen abgaben, könnten künftig im Zuge der Neustrukturierung einem anderen der sechs verbliebenen Bezirke zugewiesen worden sein.

Die Wahlbenachrichtigungen sollten mittlerweile (spätestens am vergangenen Sonntag, 7. Oktober) allen Wahlberechtigten per Post zugegangen sein. Diese beinhalteten auch die Informationen zur ebenfalls am 28. Oktober stattfindenden Volksabstimmung. Hierbei geht es in 15 Fällen um die Änderung der Hessischen Landesverfassung vom Kinderrecht über den Datenschutz bis zur Abschaffung der Todesstrafe, die in Hessen de facto immer noch im Gesetz verankert ist. Diesen Änderungen müssen die Hessen zustimmen, damit sie in Kraft treten können. Wahlberechtigte haben die Möglichkeit, allen 15 Änderungen entweder en bloc oder auch jeweils einzeln zuzustimmen oder diese abzulehnen.

Unterlagen gibt’s bis 15 Uhr

AdUnit urban-intext3

Bis zum 28. Dezember um 15 Uhr können die Bürger auch noch Briefwahl beantragen. Das geht bis zum 24. Oktober mit einem Online-Formular, zu dem man über die Homepage der Stadt (www.lorsch.de) gelangt. Oder man besucht mit der persönlichen Wahlbenachrichtigung das Bürgerbüro (Stadthaus, Kaiser Wilhelm-Platz 1). Dort kann dann, wenn gewünscht, auch gleich gewählt werden.

AdUnit urban-intext4

Außerdem können die Wahlberechtigten beantragen, die Briefwahlunterlagen zugesandt zu bekommen. Dazu muss man die Rückseite der Wahlbenachrichtigung ausfüllen.

Sollte eine wahlberechtigte Person am Wahltag beispielsweise wegen einer Erkrankung plötzlich nicht zur Urne gehen können, kann sie dennoch ihre Stimme abgeben. Ein mit einer unterschriebenen Vollmacht ausgestatteter Vertreter kann zwischen 8 und 15 Uhr im Stadthaus die Briefwahl beantragen. Die ausgefüllten Wahlunterlagen müssen dann bis spätestens 18 Uhr wieder im Wahlbüro im Stadthaus eingegangen sein.

Redaktion Redakteur, Ressorts Lorsch, Einhausen und Region