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Bauausschuss - Ulrich Androsch vom Gewässerverband Bergstraße informierte über Hochwasser-Risiken

Wenn die Flut kommt: Retten, was zu retten ist

Von 
Konrad Bülow
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Lindenfels. Die Bilder von der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen haben auch in Lindenfels Eindruck hinterlassen. Im Bauausschuss war deshalb jüngst Ulrich Androsch (Bild: Lotz) vom Bergsträßer Gewässerverband zu Gast, um über die Lehren der Hochwasser von 2013 und im vergangenen Juli zu sprechen.

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Dass die Region nicht vor solchen Ereignissen gefeit ist, zeigte sich schon 2013, als Starkregenereignisse die Region heimsuchten. Androsch zeigte Bilder von über die Ufer getretenen Gewässern, etwa bei Mörlenbach und Ellenbach. Im Juli dieses Jahres sei der Kreis Bergstraße nochmal davongekommen. „Wir hatten eine Prognose für einen Pegelstand von vier Metern bei Lorsch – das ist so viel wie noch nie“, blickte Androsch auf jene dramatische Woche zurück. Erst am Abend des Mittwochs seien die Pegelstände zurückgegangen, die Katastrophe im Ried blieb aus. Es gebe aber die Vorhersage weiterer Flutereignisse in den nächsten Jahren. In der ersten Jahreshälfte sei die Gefahr am größten. Problematisch sei auch die fortschreitende Versiegelung von Flächen.

© Ernst Lotz

Gegen eine Katastrophe vom Ausmaß in diesem Sommer könne sich kein Ort wappnen. „Die Rückhaltebecken waren dort unwirksam“, sagte der Fachmann. Es gelte dann, zu retten, was zu retten ist. Andererseits sieht er die oft vertretene Aussage, niemand sei gewarnt gewesen, kritisch. Er verwies auf sogenannte Warnkarten, auf denen die Gefährdungssituation in den einzelnen Gebieten dargestellt wird. Zugänglich seien sie, allerdings seien sie vielen nicht bekannt.

Auch Bauherren in Verantwortung

Es obliege auch Bauherren, Vorkehrungen gegen Hochwasser zu treffen. Der Gewässerverband stehe für Beratung zur Verfügung, hob Androsch hervor. Viele Bereiche in Wassernähe seien mittlerweile eingedeicht. Die Rückhaltebecken ließen sich aber nicht noch weiter ausbauen. Der Gewässerverband versuche derweil, Einfluss auf die ufernahen Bereiche zu gewinnen, etwa durch Flurbereinigungen. Das gehe aber nicht immer.

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Insgesamt seien Optimierungen zwar möglich, aber nur in begrenztem Maße und nicht so, dass sie gegen ein Ereignis schützen können, das statistisch gesehen alle tausend Jahre vorkommt. Generell sei es deshalb am sinnvollsten, den Katastrophenschutz gut auszustatten und in die Lage von Bergungen zu versetzen. Für den Katastrophenschutz in Lindenfels ist der Kreis Bergstraße zuständig, wie Bürgermeister Michael Helbig auf Nachfrage klarstellte.

Im Notfall könnte es der Burgstadt und ihren Stadtteilen zugutekommen, dass es für die Kommunikation zwischen den Feuerwehren noch Sirenen gibt.

Trotz der Wassermassen, die innerhalb kurzer Zeit vom Himmel fielen, sei der Niederschlag für die Natur immer noch zu wenig, sagte Androsch. Es fehle am ungefährlichen, stetigen Landregen, weshalb der Niederschlag auch nach dem Starkregen insgesamt nicht ergiebiger gewesen sei als im Durchschnitt.

Redaktion Redakteur für das Ressort Lautertal/Lindenfels, Autor im Ressort Region. Bei Bedarf Unterstützer im Lokalsport

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