Persönlich - Der Unternehmer und passionierte Naturfreund steht an der Spitze der ersten eigenständigen Liste der CDU seit Jahrzehnten Udo Pfeil will eine neue Klinik für Lindenfels

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Konrad Bülow
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Udo Pfeil ist Spitzenkandidat der CDU Lindenfels für die Kommunalwahl am 14. März. © Neu

Lindenfels. Eine Zeit lang plante Udo Pfeil nicht mehr, sich an vorderster Front für die Lindenfelser CDU zu engagieren. Schließlich arbeitet der Unternehmer im Gesundheitsbereich daran, die Burgstadt wieder zu einem Standort für die stationäre Versorgung von Patienten zu machen. Unabhängig von einer Partei könne er dabei freier agieren, hatte er noch im Mai gesagt und angekündigt, den Vorsitz des Stadtverbandes aufzugeben.

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Mittlerweile hat er seine Meinung geändert. Ein Gespräch mit dem früheren Bürgermeister Peter C. Woitge habe den Ausschlag gegeben. „Er hat mich in die Verantwortung genommen“, blickt Pfeil zurück. Er trat doch wieder zur Wahl des Stadtverbandsvorsitzenden an und wurde im Amt bestätigt. Nun führt er die Lindenfelser Christdemokraten als Spitzenkandidat in die Kommunalwahl am 14. März.

Erstmals seit den 60er Jahren tritt die CDU wieder alleine an – getrennt von der Lindenfelser Wählergemeinschaft (LWG), mit der sie jahrzehntelang gemeinsame Listen aufgestellt hatte. Er sehe die Trennung letztlich als den richtigen Schritt, bekennt Pfeil. In der laufenden Wahlperiode waren nur noch Mitglieder der LWG in der gemeinsamen Fraktion vertreten. Die CDU könne nun selbst ihre Themen auf das Tableau bringen. „Wenn sie andere Fraktionen mittragen, freuen wir uns natürlich“, bekundet der Listenführer.

Er wäre das erste Mal in der Stadtverordnetenversammlung vertreten, wenn er die nötige Mehrheit bekommt. Der gebürtige Heppenheimer, der zeitweise in Mitlechtern wohnte, kam 1995 nach Lindenfels – in jenem Jahr, in dem er sich auch der CDU anschloss. Es war eine Rückkehr zu seinen Wurzeln: Schon seine Vorfahren waren im 18. Jahrhundert Förster in der Umgebung von Seidenbuch, was er stolz an einer Ahnentafel veranschaulicht. Tradition ist Pfeil wichtig.

Mit 50 nochmals in der Schule

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Pfeil arbeitete für den Hessischen Diakonieverein, machte sich 1995 selbstständig und gründete das Unternehmen Incura, das unter anderem die Seniorenresidenz Parkhöhe betreibt. Pfeil verkaufte die Incura im Jahr 2011. Zwischenzeitlich erschloss der Unternehmer sich die Land- und Forstwirtschaft als neue Geschäftsbereiche. Mit etwa 50 Jahren besuchte er eine Landwirtschaftsschule, um den Gutshof Klostereck in Klein-Rohrheim zu kaufen und ein gastronomisches Angebot daraus zu machen. Mittlerweile hat sich Pfeil aber wieder mehr dem Gesundheitsbereich zugewandt.

Der Unternehmer hat viele Ideen für Lindenfels. Die Stadtentwicklung ist eines der Themen, die ihm besonders am Herzen liegen. Ginge es nach Pfeil, sollte es einen klaren Plan geben, wie die Stadt in 20 oder 30 Jahren aussehen soll. „Die Menschen brauchen eine Beziehung zu ihrer Umgebung“, ist er überzeugt. Pfeil selbst legt dabei auch abseits von seinem Wunsch nach einem stationären Standort ein Augenmerk auf den Bereich Gesundheit. Lindenfels habe das Potenzial, eine gesundheitsfördernde Stadt zu werden, ist er überzeugt.

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Gesundheitsfördernde Wohnformen und eine Planung zur Verminderung von Lärm sind einige der Bausteine dafür, die er nennt. „Die Menschen haben eine steigende Lebenserwartung und werden immer älter, was Fragen im Bezug auf ein selbstbestimmtes Leben im Alter aufwirft“, sagt er.

Ein „Heilwald“ für Lindenfels

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Der leidenschaftliche Jäger – er war Vorsitzender des Bergsträßer Jagdklubs Sankt Hubertus, ist weiterhin Vorsitzender des Jagdbeirats – ist froh darüber, viel Zeit in der Natur verbringen zu können. Auch der Wald spielt in seinen Vorstellungen von Lindenfels als gesundheitsfördernde Stadt eine wichtige Rolle. Neben dem klassischen Erholungswald könne ein „Heilwald“ zur Visitenkarte von Lindenfels werden, mit Möglichkeiten zur therapeutischen Nutzung und gesundheitliche Angebote, ohne landschaftliche Eingriffe. „Ich bin davon überzeugt, dass der örtliche Einzelhandel, die Gastronomie und das Gastgewerbe davon profitieren würden“, betont Pfeil. Naturschutz und Artenvielfalt seien ihm wichtig, bekennt er.

Von der Stadtverwaltung erwartet Pfeil, dass sie sich um Zuschüsse für möglichst viele Projekte bemüht – etwa für das Schwimmbad, für den Breitbandausbau oder den Straßenbau. Die Förderprogramme müssten ausgereizt werden. Zwar seien Anträge dafür oft mit viel Aufwand für die Rathäuser verbunden. „Das muss ein Bürger aber von einer Verwaltung erwarten können“, ist er überzeugt.

Es sei gut, wenn um die Zukunft von Lindenfels gestritten werde, sagt Pfeil. Am Ende gelte es, die Kräfte aller Fraktionen zu bündeln. Wichtig sei dabei auch, jüngere Menschen ernst zu nehmen und sich mit ihnen an einen Tisch zu setzen.

Redaktion Redakteur für das Ressort Lautertal/Lindenfels, Autor im Ressort Region. Bei Bedarf Unterstützer im Lokalsport