Gesundheitspolitik - Fraktionsvorsitzender Thomas Bauer begrüßt die Initiative zur Wiedereröffnung des Lindenfelser Krankenhauses SPD unterstützt Wiederbelebung der „Luise“

Von 
Thorsten Matzner
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Lindenfels. Die SPD-Fraktion im Lindenfelser Stadtparlament unterstützt alle Bestrebungen, das Luisenkrankenhaus zu reaktiveren. Das sagte Fraktionsvorsitzender Thomas Bauer zu den neuerlichen Bestrebungen dem 2016 geschlossenen Krankenhaus neues Leben einzuhauchen.

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Gerade in der Corona-Krise zeige sich, dass alle Möglichkeiten genutzt werden müssten. Auch wenn leerstehende Reha-Kliniken und Hotels schneller zur Verfügung stünden, als die seit vier Jahren geschlossene „Luise“, sei der Krankenhauskomplex in Lindenfels eine Alternative für die Zukunft.

Überhaupt zeige sich jetzt, dass das bisherige Denken ein Krankenhaus ausschließlich unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu betreiben, ein Weg in die falsche Richtung gewesen sei, so Bauer. Ein Krankenhaus im ländlichen Raum sei aktive Daseinsvorsorge, die es nicht zum Nulltarif geben könne. Hier sei der Staat gefordert, der in der gegenwärtigen Krise sehr strikt und verantwortungsvoll handele und dabei viel Geld in die Hand nehme.

Bauer zitierte Lothar Wieler, den Leiter des Robert-Koch-Instituts: Nach der Pandemie sei vor der Pandemie. Die Daseinsvorsorge brauche ein Krankenhaus wie die „Luise“ im ländlichen Raum, in normalen Zeiten als orthopädisch-chirurgisches Haus mit Intensivstation, angereichert mit einer lebensnotwendigen Stroke Unit und für Krisenzeiten gerüstet mit einer entsprechenden Anzahl Beatmungseinheiten, zeigte sich Bauer überzeugt.

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Sinnvoll sei außerdem eine medizinische wie organisatorische Anbindung des Hauses an die großen Kliniken im Rhein-Neckar-Raum und dem Rhein-Main-Gebiet. Das Luisenkrankenhaus habe „vielen Menschen Sicherheit gegeben. Das Haus hat sicher nicht in allen medizinischen Fragen Antworten geben können. Gleichwohl hat es den Menschen bei gesundheitlichen Problemen Struktur gebracht. Lange Wege und Wartezeiten wurden verkürzt“, sagte der Fraktionsvorsitzende weiter.

„Immer noch Notfallstandort“

Wie sehr sich die Gesundheitspolitik nach der Krise erneuern müsse, zeige der Umstand, dass nach seinen Erkenntnissen Lindenfels immer noch als Notfallstandort im aktuellen Krankenhausrahmenplan aufgeführt sei. Und dieser Plan seit mittlerweile zehn Jahre alt.

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„Diesem Plan ist Rechnung zu tragen, verbunden mit einem Umdenken was betriebswirtschaftliche Berechnungen im Gesundheitswesen anbelangen“, fordert Bauer von der Landespolitik. Insofern seien die jetzt angestoßenen Überlegungen ein „erster Schritt in die richtige Richtung“ und würden von der SPD unterstützt, so der Fraktionsvorsitzende. tm/red

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Von
Konrad Bülow
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Redaktion Lokalredakteur Lautertal/Lindenfels