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Ortsgeschichte - Bei der Gebietsreform wurde das Dorf an der Nibelungenstraße Teil von Lindenfels / Damals wurde ein neues Gremium aus engagierten Bürgern geschaffen

Kolmbacher Ortsbeirat mit langem Atem

Von 
Jutta Haas
Lesedauer: 
Der Rad- und Fußweg von Kolmbach nach Gadernheim wurde auf Initiative des Ortsbeirates aus dem Lindenfelser Stadtteil gebaut. Die politische Geschichte von Kolmbach ist wechselhaft, engagierte Bürger setzten sich über viele Jahrzehnte zum Wohl der Bürger ein. © Haas

Kolmbach. Seit 1972 ist Kolmbach ein Stadtteil von Lindenfels – nächstes Jahr ist also rundes Jubiläum. Der Ort am Fuß der Neunkirchner Höhe hat politisch eine wechselvolle Geschichte erlebt, ehe er im Zuge der Gebietsreform erst im zweiten Anlauf zur Stadt Lindenfels kam. „Lange Zeit war Kolmbach eine unselbstständige Gemeinde, die als Exklave zur Zent Fürth gehörte und dann ein Filial von Schlierbach war“, ist im Kolmbacher Heimatbuch zu lesen.

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Die Filial-Zeit mit Schlierbach dauerte bis 1840. Dann geschah die erste Änderung in der Neuzeit: Ab 1840 bildeten Kolmbach, Glattbach und Seidenbuch eine Bürgermeisterei. Abwechselnd stellten die Ortschaften einen Bürgermeister und die Bürgermeisterei war dann in den jeweiligen Ortschaften, in denen der Bürgermeister wohnte.

Ein Jahr Gemeinde Gadernheim

Der letzte für Kolmbach zuständige Bürgermeister in diesem Verbund war Werner Kiltz aus Seidenbuch. Ihm verdanken auch die Kolmbacher eine moderne Wasserversorgung, eine Kanalisation, Straßenbeleuchtung und asphaltierte Ortsstraßen sowie das Neubaugebiet „Ludwig-Schüßler-Straße“. Die Aufstellung des Ehrenmals und die Errichtung der Heilig-Blut-Kapelle 1961 fiel in seine Zeit.

1970 kam in Hessen die Gebietsreform und damit eine große Neuordnung. Die Bürger in Kolmbach durften abstimmen und entschieden sich zunächst für einen Verbund mit Gadernheim. Beide Ortschaften wollten möglichst selbstständig bleiben und sich keinem größeren Verband anschließen. Diese Liaison sollte aber nicht lange halten, denn die Gemeinde sollte ab sofort eine gewisse Größe haben. Schon nach einem Jahr löste sich die „Gemeinde Gadernheim“ wieder auf. Also mussten die Kolmbacher erneut abstimmen und entschieden sich, ab 1972 ein Stadtteil von Lindenfels zu werden. Politisch entwickelte sich der Ortsbeirat, ein beratendes Gremium. Adolf Steinmann wurde zum ersten Ortsvorsteher gewählt. Ihm folgte für drei Jahre Wilfried Kloß. Adam Knapp VIII. folgte und von 1985 bis 1993 war Josef Petruch Ortsvorsteher. Von 1993 bis zu seinem Tod 2005 hatte Manfred Degenhard das Amt inne, für ein Jahr bis zur nächsten Kommunalwahl übernahm Rainer von Stein. Kurt Dersch wurde 2006 zum Ortsvorsteher gewählt und hat das Amt bis heute inne.

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Die Ortsbeiräte und Ortsvorsteher von Kolmbach setzten sich von Anbeginn engagiert für Kolmbach und die Bürger ein. Sie waren zwar nur ein beratendes Gremium, ließen aber in aller Regel nicht locker, wenn sie etwas erreichen wollten. Unter Adolf Steinmann errichteten die Kolmbacher in Eigenhilfe die Friedhofskapelle, sie wurde 1976 eingeweiht. Ebenfalls mit viel Eigenhilfe wurde das Feuerwehrhaus gebaut und 1981 eingeweiht. In diese Zeit fiel auch der Bau des Dorfgemeinschaftshauses, es wurde 1981 eingeweiht. Hier hatte die Stadt Lindenfels unter Bürgermeister Adam Pfeifer das Versprechen „Wenn ihr nach Lindenfels kommt, bekommt ihr ein Dorfgemeinschaftshaus“ eingelöst.

Mit einem großen Straßenfest wurde 1989 die Fertigstellung der ausgebauten „Straße am Kolmbach“ gefeiert. Im Ortsbeirat gab es damals viele Überlegungen und Diskussionen wie der Ausbau geschehen soll und auch die Kosten galt es zu bedenken.

Trinkwasser und Dorferneuerung

Das beherrschende Thema Anfang der 90er Jahre war das Trinkwasser von Kolmbach. Manfred Degenhardt übernahm als Ortsvorsteher nach einer diskussionsreichen Zeit vor der Kommunalwahl. 1994 konnte die Qualität des wichtigen Lebensmittels durch den Einbau von Aktivkohlefiltern verbessert werden.

Und schon stand die nächste Aktion an: Wieder in Eigenhilfe wurde der Gemeindehof am Dorfgemeinschaftshaus und Schule umgestaltet. Ein großes und für die damalige Zeit zukunftsweisendes Thema war der Gedanke einen Rad- und Fußweg nach Gadernheim zu installieren. Für dieses Ziel brauchte der Ortsbeirat einen langen Atem, denn erst nach elf Jahren konnte das Projekt seinen Abschluss finden. Viele Diskussionen und Anträge lagen in den Jahren auf dem Weg zur Fertigstellung.

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In der Zwischenzeit gab es noch mehr zu tun: etwa die Teilnahme an den Wettbewerben „Unser Dorf“ und „Kinder im Dorf“. Hierzu wurde auch der Spielplatz umgekrempelt und entwickelte sich zu einem gern besuchten Abenteuerspielplatz. Das Engagement, das Ortsbeirat und auch die Bürger über viele Jahre gezeigt hatten, sollte mit dem Bewilligungsbescheid zum Dorferneuerungsprogramm im Jahr 2001 belohnt werden. Wieder waren die Mitglieder des Ortsbeirates gefragt, sich für den Ort und die Umsetzung des Dorferneuerungsprogramms einzusetzen. Bis heute ist das Engagement des Ortsbeirates in vielen Projekten und Ideen zu finden.

Mit Hilfe von Fördergeldern aus dem Dorferneuerungsprogramm wurde auch das „Kolmbacher Heimatbuch“ erstellt. Die „Dokumentation zur Dorfgeschichte“ berichtet über die Historie, Einrichtungen, Vereine und das Brauchtum. Restexemplare sind bei Ortsvorsteher Dersch gegen eine Spende zu bekommen.

Freie Autorin

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