FDP Lindenfels - Liberale haben die Eckdaten ihre Programms zur Kommunalwahl am 14. März festgelegt Keine Rotoren und keine Straßenbeiträge

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Das Lindenfelser Freibad ist für die FDP eine wichtige Einrichtung, damit die Stadt als Touristenziel attraktiv bleibt. © Funck

Lindenfels. Die Lindenfelser FDP bleibt bei ihrem Nein zum geplanten Bau einer Bauschutt-Recyclinganlage in Kolmbach. Die Liberalen betonen in einer Pressemitteilung, sie wollten „ortsansässige Betriebe fördern, die für den Bürger und Umwelt verträglich sind. Eine Bauschuttrecyclinganlage gehört in ein Industriegebiet. Wir sorgen dafür, dass zum Erhalt der Natur und Artenvielfalt Umweltauflagen eingehalten werden“, heißt es mit Blick auf das Programm der FDP zur Kommunalwahl am 14. März.

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Auch den Bau weiterer Windkraftanlagen sieht die FDP kritisch. Die „einzigartige Schönheit unseres Odenwaldes, die Vielfalt der Tierwelt und die Menschen, die hier leben“ seien dadurch gefährdet.

Die Partei stehe „für eine Politik, die rechnen kann. Erst denken, dann ausgeben, ist unser Motto. Nur wenn wir auch auf Ebene der Städte und Gemeinden sparsam sind, schaffen wir es, nicht noch weitere Schuldenberge aufzutürmen, sondern bestehende abzubauen. Das schulden wir auch unseren Kindern und Enkelkindern. Wir denken in Generationen, nicht in Amtsperioden.“

„Keine Steuererhöhungen“

Daher sei die FDP auch nicht gewillt, in Lindenfels weitere Steuererhöhungen mitzutragen. Mit den Steuern und Gebühren der Bürger solle sparsam umgegangen werden. Mit Blick auf die Grundsteuer B fordert die FDP, dass Wohnraum und Eigentum wieder bezahlbar wird. Die Straßenbeiträge sollen nach dem Willen der Partei abgeschafft werden. Es müssten „Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine gerechte Verteilung der Kosten garantieren.“

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Gefordert wird außerdem eine „wohnortnahe Versorgung für alle Bereiche“. Dazu zähle auch eine sichere medizinische Versorgung. Dabei stehe die Politik in der Verantwortung.

Die Grundwasservorkommen im Stadtgebiet müssten auch weiterhin schonend bewirtschaftet und vor Verschmutzung geschützt werden. Die FDP setze sich aber auch für Nassbiotope sowie für intakte Gewässer und Grundwasserwälder ein, „weil sie für die kommunale Wasserversorgung, unsere Gesundheit und die Artenvielfalt von Bedeutung sind. Lindenfels besitzt viele ungenutzte Quellen, die es zu erhalten gilt und in die Wasserversorgung einzubinden sind“, schreibt die Partei.

Eine Chance für den Tourismus

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Eine „fatale Kombination aus Dürrejahren, Schädlingsbefall und Sturmschäden“ habe den Wald in einen katastrophalen Zustand versetzt. Damit einher gingen eine Überproduktion von Holz und folglich ein drastischer Preisverfall. Private Waldbesitzer, das Land als größter Waldbesitzer, aber auch Lindenfels mit seinem Stadtwald seien davon betroffen. Auch wenn die Erträge sich erst in vielen Jahrzehnten einstellten, führe kein Weg daran vorbei, jetzt aufzuforsten.

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Das wegen der Schäden angefallene Holz in den kommunalen Wäldern müsse schnellstmöglich aufgearbeitet werden. Anschließend müssten die betroffenen Flächen wiederhergestellt werden. Dazu sollen nach dem Willen der FDP auch zukunftsfähige und klimaresistente Baumarten verwendet werden können.

Die Corona-Krise bietet nach Ansicht der Partei eine Chance für den Tourismus. Wenn Fernreisen in diesem Jahr nur stark eingeschränkt möglich seien, dann könne auch Lindenfels von zusätzlichen Gästen profitieren. Die FDP will daher über verstärkte und gemeinsame Werbemaßnahmen der hessischen Urlaubsregionen nachdenken. Besonders gefördert werden soll dabei der Tagestourismus. Ein Baustein in der Tourismuspolitik ist für die FDP der Erhalt des Freibades „mit seiner einmaligen Lage und hervorragenden Wasserqualität“.

Der Nahverkehr in Lindenfels soll besser nutzbar sein. Dabei geht es der FDP besonders um die Verbindung nach Darmstadt ein, die den Zugang zu Fachärzten und weiterer medizinischer Versorgung für nicht mobile Bürger sichere, aber auch für Studenten und Pendler nützlich sei. Eine zusätzliche Buslinie und damit verbundene geringere Fahrtzeiten und weniger Fahrzeuge, senke den Kohlendioxid-Ausstoß durch den Berufsverkehr und sei damit ein Beitrag zu einer klimagerechten Verkehrspolitik.

„In einer Zeit, in der die Internet-Anbindung wichtiger wird als der Autobahnanschluss, wird der Glasfaseranschluss im ländlichen Raum dringender als zuvor“, stellen die Liberalen fest. Der Ausbau des Glasfaser- und Mobilfunknetzes müsse daher beschleunigt werden. „Wir müssen die Digitalisierung vorantreiben, um verbesserte Grundlagen für Homeoffice und Homeschooling zu schaffen, damit Lindenfels auch in Zukunft für seine Bürger und Betriebe attraktiv bleibt.“

Das Rathaus in einer App

Im Rathaus müsse eine „moderne, leistungsfähige und bürgernahe Verwaltung“ aufgebaut werden, die die Bürger nicht als „Bittsteller“ behandele, sondern unterstütze und Hilfe für die Anliegen der Menschen biete. Die Stadtverwaltung müsse überall und zu jeder Zeit digital, aber genauso selbstverständlich weiterhin persönlich erreichbar sein. „Wir wollen die Digitalisierung der Verwaltung auf allen Ebenen weiter vorantreiben. Das Ziel ist es, sämtliche Behördengänge digital, also sowohl mobil per App als auch über Internet-Browser, zu ermöglichen.“ Behördliche Abläufe müssten schneller, einfacher und effizienter werden, die Qualität der Serviceleistungen für die Bürger soll nach dem Willen der FDP umfassend steigen. Kosten müssten reduziert werden.

„Digitale Potenziale“ sehen die Liberalen auch bei der Kulturpolitik. Gebraucht würden bessere digitale Auftritte von Kulturstätten. So könnten digitale Rundgänge oder interaktive Ausstellungen deren Sichtbarkeit verbessern und den Zugang erleichtern.

Die FDP will die Kultur- und Kreativwirtschaft „als wichtigen Teil der Gesellschaft anerkennen und als solchen unterstützen“. Eine wichtige Rolle spiele hierbei das Vereinsleben mit seinem ausgeprägten ehrenamtlichen Engagement. Als „wichtiger Pfeiler von Kultur- und Bildungsinitiativen muss ihr Engagement wertgeschätzt und finanziell wie ideell unterstützt werden. Gerade das Kulturangebot macht den Städtetourismus attraktiv.“