Corona-Epidemie - Der Interessenverband hält das Konjunkturpaket der Bundesregierung für nicht umfassend genug Hessische Heilbäder fordern mehr Hilfe vom Staat

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red
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Lindenfels. Das Konjunkturpaket der Bundesregierung sei „mehr als enttäuschend“. So beschrieb der Vorsitzende des Hessischen Heilbäderverbandes, Michael Köhler, die Maßnahmen, die die große Koalition in Berlin beschlossen hat. Die Gesamtsumme des Rettungspaketes sei zwar bemerkenswert und es wirke gerade für Menschen mit einem sozial schwachen Hintergrund. Die Heilbäder und Kurorte stünden jedoch mit leeren Händen da.

Hintergrund

Der Hessische Heilbäderverband ist die Interessenvertretung der 30 Heilbäder und Kurorte in Hessen, darunter die Stadt Lindenfels.

„Heilbad“ und „Kurort“ sind Prädikate, die eine hohe Qualität sowie eine wissenschaftlich fundierte medizinische Kompetenz in Verbindung mit natürlichen Heilmitteln sicherstellen.

Nachhaltigkeit und der Schutz beziehungsweise die Pflege der Umwelt sowie der natürlichen Heilmittel sind eine wichtige Säule der Arbeit der Heilbäder und Kurorte. Als regionale Versorgungszentren sichern sie die Grundversorgung an Gesundheitsangeboten in Hessen.

Weitere Informationen unter hessische-heilbaeder.de. red

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Zwar sollten die Kommunen von den Kosten für Arbeitslose entlastet werden und einen Ausgleich für die ausfallenden Einnahmen bei der der Gewerbesteuer erhalten. Doch diese Hilfe komme bei den Heilbädern und Kurorten in Hessen nicht an. 20 der 30 Gesundheitszentren lägen – wie Lindenfels – auf dem Land und nähmen dort mit ihren Leistungen „systemrelevante und unverzichtbare Aufgaben“ wahr, so Köhler. Schließlich befänden sich 90 Prozent der stationären Vorsorge- und Rehabilitationskliniken in den Heilbädern und Kurorten, die kaum Grund- und Gewerbesteuer zahlten.

Gewerbegebiete, die für eine gewinnbringende Industrie benötigt würden lägen üblicherweise auch nicht auf dem Land und stünden „ohnehin im krassen Gegensatz zu den umfassenden Aufgaben, die im Zusammenhang mit der Gesunderhaltung des Menschen stehen. Wir fordern die Bundesregierung auf, auch die Heilbäder und Kurorte in Deutschland und den Beitrag, den sie zur Bewältigung der Corona-Pandemie leisten, wahrzunehmen“, sagte der Verbandsvorsitzende.

Es fehlen 15 Millionen Euro

Allein von den Thermen und Bäder fehlten bis Ende Juni den hessischen Heilbädern und Kurorten über elf Millionen Euro. Dazu fielen in diesem Jahr mindestens weitere vier Millionen Euro Einnahmen aus der Kurtaxe weg. Diese trügen erheblich dazu bei, die kurspezifischen Einrichtungen wie Parks und Wanderwege zu finanzieren.

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Den Bürgern stünden in den prädikatisierten Orten vielfache Möglichkeiten zur Verfügung, um ihre Abwehrkräfte zu stärken und sich von Erkrankungen zu erholen. Dafür würden eine hohe medizinische Qualität garantiert und eine qualitätsvolle Infrastruktur zur Verfügung gestellt.

„Wir erwarten, dass die Bundesregierung ein Sonderpaket für die besonders betroffenen Kommunen auflegt, die bereits seit Anfang März mit den Auswirkungen der Epidemie kämpfen. Dazu gehört aus unserer Sicht eine umfassende Hilfe für kurörtliche Unternehmen, unabhängig von der Gesellschafts- und Rechtsform. Gerade die kurörtlichen Einrichtungen der Heilbäder und Kurorte, die in kommunaler Trägerschaft sind, sind in hohem Maße gefährdet vom Markt genommen zu werden – mit katastrophalen Auswirkungen auf die Gesundheitslandschaft in ganz Deutschland“, unterstreicht Köhler die Forderung der Heilbäder und Kurorte in Hessen. Ein weiterer Beitrag zur Unterstützung müsse sein, dass Mindereinnahmen bei der Kurabgabe sowie der Tourismusabgabe ausgeglichen würden. „Wir müssen uns darauf verlassen können, dass die Heilbäder und Kurorte auch weiterhin bestehen können, und das muss ein besonderes Anliegen der Bundesregierung sein“, so der Verbandsvorsitzende. red