Haushalt 2021 - Bürgermeister verweist auf die steigenden Vermögenswerte, die den Schulden gegenüberstehen Helbig: Lindenfels steht finanziell gut da

Von 
Thorsten Matzner
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Lindenfels. Die Stadt Lindenfels steht finanziell trotz der Corona-Pandemie sehr gut da. Diese Auffassung vertritt Bürgermeister Michael Helbig (BILD: Stadt), der darauf verweist, dass das Anlagevermögen der Stadt Ende 2019 bei insgesamt 31 Millionen Euro gelegen habe. Ende 2018 habe der Betrag noch 29,4 Millionen Euro betragen. Allein im Jahr 2019 sei das Vermögen von Lindenfels also um über eineinhalb Millionen Euro gestiegen. „Das heißt, für diese Summe hat die Stadt bleibende Werte geschaffen“, so Michael Helbig.

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Der Haushalt für das Jahr 2021 wurde von Helbig am 4. Februar der Stadtverordnetenversammlung zugeleitet. Kurz darauf kam der Finanzausschuss zu einer ersten Beratung zusammen. Dort soll der Etat am kommenden Montag, 22. Februar, nochmals unter die Lupe genommen werden. Für den 25. Februar ist dann die Beschlussfassung durch die Stadtverordneten vorgesehen. Es wird gleichzeitig die letzte Sitzung des Gremiums vor der Kommunalwahl am 14. März sein.

„Schaut man sich die Dinge im Detail an, erkennt man auch die Anstrengungen, die hinter diesem und den vorangegangen Haushalten stehen“, so der Bürgermeister. Die eigentlich wichtigen Details stünden dabei am Ende des Planes, wo die Bilanz zu finden sei. Dies sei das eigentlich aussagekräftigste Papier. „In der Wirtschaft schaut man sich eher die Bilanzen an, als den Haushalts- beziehungsweise Wirtschaftsplan“, sagte der Bürgermeister.

Dem Vermögen gegenüber stünden Schulden in Höhe von 10,2 Million Euro, die ebenfalls in der Bilanz ausgewiesen seien. „Vergleicht man Lindenfels mit einem Einfamilienhaus im Wert von 310 000 Euro, so haben wir demgegenüber 102 000 Euro Schulden, also eine Eigenkapitalquote von mehr als zwei Dritteln. Gleichzeitig ist unser Dispokredit Null Euro, wir haben also keine Schulden, denen nicht Vermögen gegenübersteht“, erläuterte Helbig.

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Der Kassenkredit einer Stadt sei dabei vergleichbar mit dem privaten Dispokredit und der diene eher dem privaten Konsum als langfristigen Anschaffungen. Dieser Kredit habe in Lindenfels auch schon einmal ein Volumen von sieben Millionen Euro gehabt, erinnerte Helbig. Außerdem hätten Wechselkursverluste von rund einer Viertelmillion Euro für einen Kredit in Schweizer Franken aufgefangen werden müssen. Letztendlich seien mit dem Geld der Bürger in Lindenfels aber „erhebliche Werte“ geschaffen worden.

Geld für die Wasserversorgung

„Eine Daueraufgabe ist die Erneuerung der Wasserversorgung, sowohl der Anlagen als auch des Netzes. Das Sanierungskonzept dazu sei in der Verwaltung entwickelt, den Gremien vorgestellt und mit dem Gesundheitsamt abgestimmt worden. Die Stadt verkaufe „qualitativ hervorragendes Wasser, das wichtigste Lebensmittel überhaupt. Und an den gesetzlichen Vorgaben gibt es relativ wenig zu diskutieren.“ Es sei daher notwendig, hier zu investieren.

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Viele weitere Vermögenswerte seien zu nennen, wie die Sanierung des Bürgerhauses, der Neubau eines Feuerwehrhauses, die Beschaffung von modernen Feuerwehrfahrzeugen und Geräten, Möbel für das Bürgerhaus und die Dorfgemeinschaftshäuser, die Erneuerung der Beleuchtung im Dorfgemeinschaftshaus in Kolmbach, die Sanierung der Unterkünfte im Bauhof und die Beschaffung von modernen Fahrzeugen für den Bauhof.

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Weitere wichtige Projekte seien der Info-Punkt an der Burg Lindenfels sowie die Sanierung von Stützmauern an den Straßen und im Rathaushof, und die Instandsetzung von Straßen, darunter Graben, Schulstraße, Poststraße und Schaasfeldstraße. Hier sei jeweils auch die Kanalisation saniert worden, erinnerte der Bürgermeister. Hinzu kämen viele kleinere Dinge, wie aus de Investitionsplan abgelesen werden könne.

„Es war klug, sich mit Partnerkommunen bei der Breitbandversorgung zu engagieren. Sicher ist das Projekt IKbit eine große Investition gewesen, aber ich glaube – gerade mit zunehmender Nachfrage von Homeoffice und auch Fernseh-Abonnements –, dass das eine sehr vorausschauende Entscheidung war“, so Michael Helbig. Dabei seien derart große Projekte nur mit Partnern oder entsprechenden Zuwendungen möglich.

Hilfreich seien auch die Förderprogramme, mit denen das Land Hessen seine Kommunen unterstütze. Fördermittel habe die Stadt unter anderem für die Sanierung des Bürgerhauses, eine denkmalgeschützte Mauer im Rathaushof und den Neubau des Feuerwehrhauses in Lindenfels beantragt.

„Hinzu kommt, dass uns das Land Hessen ungefähr die Hälfte des Dispokredits abgenommen hat. Den Rest haben die Lindenfelser Bürgerinnen und Bürger getragen. Deshalb bleibt es dabei: Wir müssen Ausgaben gut überlegen, denn wir arbeiten mit dem Geld der Leute hier, und wir brauchen eine bessere, auf die individuellen Bedürfnisse der Kommunen abgestimmte Gemeindefinanzierung“, so Helbig. tm/red

Redaktion Lokalredakteur Lautertal/Lindenfels