Corona-Pandemie - Hessischer Verband unterstützt bundesweiten Appell an die Politik für mehr finanzielle Hilfen Heilbäder sehen sich in einer existenziellen Krise

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red
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Lindenfels. Mit einem dringlichen Appell haben sich die Bäderbetriebe, Kureinrichtungen und Sportstätten an die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten gewandt. Um ein Bädersterben zu verhindern, seien schnellere und wirksame Hilfsprogramme nötig, die den Bestand der Einrichtungen nachhaltig sicherten, schreibt der Hessische Heilbäderverband in einer Mitteilung.

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„Von Tag zu Tag wird die existenzielle Bedrohung für die Betriebe größer,“ so der Vorsitzende Michael Köhler. „Die derzeitigen Hilfsprogramme erweisen sich als unzureichend und auch als zu langwierig, was die bisher getätigten Auszahlungen betrifft.“ Nach ersten Pleiten im Jahr 2020 befürchte der Verband wir eine Insolvenzwelle, wenn es nicht gelingt, die Bäder und Kureinrichtungen und die von ihnen abhängigen Produzenten und Dienstleister durch effektivere und effizientere Hilfsprogramme zu stützen. Die Verbände fordern daher, durch ein geeignetes und schnell wirksames Maßnahmenpaket für eine nachhaltige Bestandssicherung der Betriebe zu sorgen:

„Investitionshilfen nötig“

„Die vorhandenen Hilfsprogramme müssen wirkungsvoller gestaltet werden. Dabei ist darauf zu achten, dass sowohl privatwirtschaftliche Unternehmen als auch Unternehmen der öffentlichen Hand in fairer und gleicher Weise von diesen Programmen profitieren können. Maßnahmen zur Steigerung der Wirksamkeit sind zum Beispiel eine Heraufsetzung der EU-Beihilfegrenzen, eine bessere Berücksichtigung der Kapitalkosten (Zins und Abschreibung) aus Investitionen bei den anrechenbaren Fixkosten zu 100 und nicht nur wie bisher zu 50 Prozent und eine generelle Erhöhung der Erstattung der Fixkosten auf 100 Prozent.“

Bei den Hilfspaketen seien auch die von den Bädern und Kureinrichtungen abhängigen Produzenten und Dienstleister zu berücksichtigen, weil sie ebenfalls von den Schließungen betroffen seien. Ergänzend sei ein Investitionshilfepaket für Bäder und Kureinrichtungen nötig, damit aber pandemiebedingt zurückgestellte Maßnahmen zur Bestandssicherung und zur Steigerung der Attraktivität möglich seien. Dadurch würden auch direkt und indirekt abhängige Unternehmen abgesichert, und es werde ein Impuls für die Konjunkturentwicklung gegeben, schreibt der Verband.

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„Die Bäder und Kureinrichtungen sollen so bald wie möglich unter den kontrollierten Bedingungen, wie sie im Herbst gegolten haben, wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, um weitere gesundheitliche und soziale Schäden zu vermeiden. Diese Einrichtungen leisten einen wesentlichen Beitrag zur persönlichen und allgemeinen Gesundheitsvorsorge.“ Solange für die Hygienekonzepte die Zahl der Besucher reduziert werden müsse, müssten die aus dieser Maßnahme resultierenden Umsatzeinbußen finanziell ausgeglichen werden, da die Reserven der Betriebe diese Defizite nicht mehr ausgleichen könnten.

„240 000 Arbeitsplätze betroffen“

Bereits seit dem November seien die Betriebe geschlossen – trotz der „erfolgreichen Umsetzung von umfassenden, wissenschaftlich überprüften Hygienekonzepten“, wie der Heilbäderverband berichtet. Betroffen seien mindestens 240 000 direkte Arbeitsplätze in den öffentlichen Bädern und Saunaanlagen und ein Mehrfaches dieser Zahl in den Kurbetrieben und den direkt und indirekt abhängigen Unternehmen der Bäderbranche.

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Betroffen seien aber auch die Gäste der Anlagen, die keine Möglichkeit zum Sport, zur aktiven und passiven Gesundheitsvorsorge und zum geistigen Ausgleich hätten.

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Der Appell an die Politik wurde nicht nur vom Hessischen Heilbäderverband unterzeichnet, sondern auch von weiteren Verbänden und Organisationen unterzeichnet, die nacheigenen Angaben über 6000 öffentliche Bäder und 2100 öffentliche Saunaanlagen vertreten. Darunter sind die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen, der Deutsche Heilbäderverband, der Deutsche Saunabund, die Internationale Vereinigung für Sport- und Freizeiteinrichtungen, der Verband Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen und der Verband Deutscher Kneippheilbäder, heißt es in der Mitteilung abschließend. red