Drachenmuseum - Seit dem 10. Mai ist die Ausstellung im Haus Baureneck wieder zugänglich / Eintrittsgeld entlastet die Vereinskasse Harry darf wieder Besuch empfangen

Von 
Gisela Grünwald
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Der fünfjährige Hagen aus Einhausen und Renate Schneider füttern die Bartagame Harry. © Fiunck

Lindenfels. Der internationale Museumstag wird seit 1978 jedes Jahr am zweiten oder dritten Sonntag im Mai gefeiert. In diesem Jahr wurde das Angebot weitgehend ins Internet verlagert. Das Deutsche Drachenmuseum hatte am Sonntag aber für Besucher geöffnet – zum zweiten Mal nach der Zwangspause wegen der Corona-Epidemie.

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Um 13.30 Uhr öffnete Monika Woitge den Eingang. „Schon standen die ersten Gäste vor der Tür“ erzählt die ehrenamtliche Mitarbeiterin vom Trägerverein des Museums. Alle Besucher hatten das Hinweisschild gesehen, dass der Eingang um die Ecke verlegt worden war.

Am Eingang des Museums bat Woitge die Besucher: „Bitte erst die Hände desinfizieren.“ Dann durften sie bei Hildburg Bratzler an der Kasse – von einer Plexiglasscheibe geschützt – das Eintrittsgeld bezahlen. Jeder Gast trug sich mit Adresse, Telefonnummer in die Besucherliste ein. Das soll bei einer Infektion die Nachverfolgung von Kontaktpersonen ermöglichen.

Egal ob Kind oder Erwachsener: alle trugen Mundschutz. Der sechsjährige Ben und seine drei Jahre alte Schwester Mila aus Seeheim-Jugenheim meinten: „Das ist ein ganz tolles Museum.“ Ben fand Schwert und Schild von Siegfried dem Drachentöter am tollsten. Seine Schwester Mila war von dem lebenden Drachen begeistert: der Bartagame Harry.

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„Heute Morgen sind wir um die Burgruine Rodenstein bei Reichelsheim gewandert, und jetzt wollten die Kinder ins Museum“ erzählte der Vater. Für die Familie war es ein gelungener Tagesausflug. Monika Woitge fragte die Kinder: „Habt ihr die Drachen auf dem Zettel gefunden?“ Das hatten sie, und so durfte sich jeder einen Glücksdrachen aussuchen. Das Suchspiel ist bei den jungen Besuchern des Museums sehr beliebt.

Endlich raus aus Mannheim

Eine Großmutter war mit ihrem elfjährigen Enkel da. „Wir sind aus Mannheim und freuen uns sehr, dass wir endlich einmal raus können. Und das ist nicht mein letzter Besuch, ich habe noch vier Enkelkinder.“ Den Tipp mit dem Museum hatte sie von einer Bekannten.

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Im ersten Stock schaute Renate Schneider vom Verein Deutsches Drachenmuseum nach dem Rechten. Sie gab dem fünfjährigen Hagen aus Einhausen den Zettel mit dem Kinderquiz. Gewissenhaft suchte er mit seinen Eltern die darauf abgebildeten Drachen.

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Im ersten Stock stand der Junge vor dem Terrarium von Harry. Mit seiner Mutter schaute er nach der schuppigen Echse. Dann kam Monika Woitge dazu und fragte: „Willst du ihn mal streicheln?“ Hagen wollte, und so durfte der Junge beim Füttern der Echse helfen. „Die Haut von Harry fühlt sich warm und schuppig an“, meinte er anschließend.

Auf die Frage an die Besucher, ob ihnen ein Museumsbesuch mit Abstandsregel und Maske Spaß macht, gab es nur eine Meinung: Lieber so als gar nicht. Ein Paar aus Egelsbach hatte den Tag für einen Motorradausflug nach Lindenfels genutzt. Stefan Salz und Elke Wobit hatten vom Drachenmuseum in der Zeitung gelesen und freuten sich, dass ein Besuch möglich war.

Bisher rund 40 Besucher

Monika Woitge berichtete, dass das Museum seit einer Woche wieder geöffnet ist. Für den Verein sei das eine große Erleichterung, da er mit dem Eintrittsgeld einen Teil der Kosten decke. Der Verein hat zwar rund 160 Mitglieder, die Beiträge zahlen. Das reiche aber nicht, um Strom und Heizung zu bezahlen. Während der Öffnungszeiten sind immer drei bis vier Ehrenamtliche vom Verein da, „um die Besucher zu informieren und auf Abstände zu achten“, wie Monika Woitge sagte.

Alle ehrenamtlichen Aufsichtskräfte sind aber über 50 Jahre alt und gehören so zur Corona-Risikogruppe. Für die Wiederöffnung musste das Drachenmuseum ein Hygienekonzept vorlegen und die Zahl der Besucher begrenzen, die gleichzeitig im Museum sind. Seit dem 10. Mai haben rund 40 Erwachsene und Kinder das Museum besucht.

Das Drachenmuseum besteht seit zehn Jahren. Das Jubiläum sollte eigentlich im März gefeiert werden, aber das Coronavirus machte die Feier unmöglich. Trotzdem hat sich der Verein viel Neues einfallen lassen. Es gibt einen neuen Katalog mit Texten und Bildern unter dem Titel „Mythos Drache weltweit – auch in Lindenfels“. Am Eingang zum Museum steht an der Kasse neuerdings ein großes Kupferherz. Es ist eine Spendenbox, die Markus Eck aus Krumbach angefertigt hat.

Zu kaufen gibt es auch eine neue CD mit dem offiziellen Lied des Deutschen Drachenmuseums von der Gruppe Ted’s Basement Connection. Die sechs Bandmitglieder machen mittelalterliche Musik und stammen aus Kleve am Niederrhein. Sie sollten bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen auftreten.

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