Persönlich - Der Lindenfelser Stadtrat Heiner Wider wird 75 Jahre alt / Seit 1983 in der LWG/CDU engagiert / Über 20 Jahre Vorsitzender des TSV Gefeiert wird heute nur zu zweit

Von 
Konrad Bülow
Lesedauer: 
Heiner Wider ist seit über drei Jahrzehnten in der Lindenfelser Stadtpolitik tätig. Heute feiert er seinen 75. Geburtstag. © Funck

Lindenfels. Seinen runden Geburtstag wollte Heiner Wider eigentlich groß feiern, mit Familie und Freunden. Der verdiente Lindenfelser Kommunalpolitiker und Vorsitzende der Lindenfelser Wählergemeinschaft (LWG) wird heute 75 Jahre alt. Wegen der Corona-Krise wird er den Ehrentag aber nur zu zweit mit seiner Frau „am Kaffeetisch“ begehen. Die große Feier soll nachgeholt werden, wenn die Ausnahmesituation vorbei ist.

AdUnit urban-intext1

33 Jahre bestimmt Wider nun schon die Lindenfelser Stadtpolitik mit. Geboren 1945 im heutigen Sensbachtal und aufgewachsen auf einem Bauernhof ging er in Beerfelden zur Schule. „Wir hatten dort gute Lehrer“, blickt der Jubilar zurück. Die hätten ihren Schülern beigebracht, die Dinge nicht laufenzulassen, sondern sich einzubringen.

Gesagt, getan. 1979 kam Wider nach Lindenfels. Und schon 1983 begann er, sich bei der LWG zu engagieren. Deren damaliger Vorsitzender Günther Hunsicker hatte ihm nahegelegt, sich das Engagement dieses Zusammenschlusses einmal anzuschauen.

Wider wurde Schriftführer der Fraktion im Stadtparlament, die die LWG mit der CDU bildet, 1987 wurde er selbst Stadtverordneter. „Ich habe gedacht, ich mache das jetzt mal für zehn Jahre“, sagt er über die ersten Jahre seines kommunalpolitischen Engagements. Es wurden dann mehr. „Wenn man da erst einmal drinsteckt, hört man nicht einfach wieder auf“, sagt er.

AdUnit urban-intext2

Wider wurde 1989 Fraktionsvorsitzender und behielt diese Funktion bis 2001, als er das Amt des Stadtverordnetenvorstehers übernahm. Alleine diese Aufgabe hatte er zehn Jahre lang inne. 2010 beerbte er Günther Hunsicker als Vorsitzenden der Listenverbindung, bis zur Kommunalwahl 2011 übernahm er beide Funktionen parallel. Danach wurde er Stadtrat im Magistrat und ist es bis heute.

Auch abseits das Stadtparlaments hat sich Wider immer eingebracht, war 23 Jahre lang Vorsitzender des TSV Lindenfels. Nach einer landwirtschaftlichen Lehre arbeitete er bei der Deutschen Gesellschaft für Landentwicklung in Bad Homburg und beim Kreisbauernverband Darmstadt-Dieburg. 1991 wurde er Geschäftsführer dieses Zusammenschlusses, 1995 auch des Verbandes der Jagdgenossen und Eigenjagdbesitzer im Verband Starkenburg. 2011 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.

2021 soll Schluss sein

AdUnit urban-intext3

Nach der nächsten Kommunalwahl „ist es dann aber auch gut“, kündigt Wider das Ende seiner kommunalpolitischen Karriere an. Er wolle Platz schaffen für die Jüngeren. „Es hat sich einiges eingeschliffen. Wenn dann unsere Nachfolger kommen und sagen, sie wollen einige Dinge anders machen, muss man das akzeptieren“, betont er.

AdUnit urban-intext4

Er habe im Stadtparlament Zeiten erlebt, in denen die Fronten zwischen den Fraktionen verhärtet gewesen seien. Dies habe sich verändert, als es darum ging, die Finanzen zu konsolidieren und den Schutzschirmvertrag mit dem Land Hessen einzugehen. „So gesehen hat die Krise auch etwas Positives bewirkt“, sagt Wider mit Blick auf die heutigen, vergleichsweise harmonischen Sitzungen. Bei den Kontroversen, die es auch jetzt noch gibt, mag er allerdings nicht, wenn von Streit die Rede ist: „Es gibt verschiedene Meinungen, darüber kann man reden und dann wird abgestimmt. Das ist Demokratie in Reinkultur. Streit ist es, wenn man sich gegenseitig persönlich angeht.“

Die finanzielle Lage sieht er weiterhin als dringlichstes Problem der Stadt. „Verlässliche Einnahmen“, antwortet Wider auf die Frage, was er sich zum Geburtstag für Lindenfels wünschen würde. Viel Hoffnung, dass es sich zum Besseren wenden wird, hat er nicht. Die Struktur sei zu ungünstig, mit wenigen Einwohnern in vielen Ortsteilen und einer Mindestverwaltung, die „locker auch 2000 bis 3000 Einwohner mehr betreuen“ könne.

Mehr zum Thema

Lindenfels „Schlimmer als die Finanzkrise 2008“

Veröffentlicht
Von
Konrad Bülow
Mehr erfahren

Redaktion Redakteur für das Ressort Lautertal/Lindenfels, Autor im Ressort Region. Bei Bedarf Unterstützer im Lokalsport