Persönlich - Das Ehepaar Simone Spielmann und Stephan Lauterbach schreibt seit Jahren eigene Stücke für Kinder- und Jugendchöre Erfolgreiche Musicals aus Lindenfels

Von 
Gisela Grünwald
Lesedauer: 
Im vergangenen Jahr wurde das Musical „Die Lernfabrik“ im Parktheater in Bensheim gezeigt. © Funck

Winterkasten. Simone Spielmann gibt an der Jugendmusikschule Weschnitztal/Überwald mit Sitz in Rimbach Gesangsunterricht. Sie leitet dort den Jugendchor. In Winterkasten leitet sie die Kinder- und Jugendchöre Rainbow-Kids und Rainbow-Teens. Die Logopädin weiß, wie viel Spaß Kindern und Jugendlichen das gemeinsame Singen macht: „Es stärkt ihr Selbstvertrauen.“

AdUnit urban-intext1

Damit die Kinder und Jugendlichen bei öffentlichen Auftritten „wie die Stars“ singen können, sorgt Simone Spielmanns Ehemann Stephan Lauterbach für den „guten Ton“. Er weiß, wie man mit Mischpult und Mikrofonen umgeht, so dass Musik und Gesang perfekt aufeinander abgestimmt sind.

Das Ehepaar lebt mit zwei seiner drei Kinder in einem Neubaugebiet in Lindenfels. Stephan Lauterbach zeigt dort voller Stolz sein Studio im Erdgeschoss des Einfamilienhauses. Bevor er als Berater in der IT-Branche anfing, träumte er von einer Karriere als Kameramann beim Fernsehen. Das Ehepaar ergänzt sich beim Schreiben von Musicals wunderbar.

Kennengelernt haben sich die beiden zufällig bei einem Büchernachmittag in der Carl-Orff-Schule in Lindenfels. Mit Kindern und Jugendlichen der Waldhufenkirche in Winterkasten übten Spielmann und Lauterbach christliche Musicals ein – beispielsweise die Geschichte Davids, oder Krippenspiele. Dabei las einer die Bibelgeschichte vor und die anderen Kinder sangen und spielten dazu.

AdUnit urban-intext2

Das war dem Ehepaar und den Kindern irgendwann nicht mehr genug. „Und so haben wir angefangen, die Monologe in kindgerechte Dialoge zu übertragen“, erzählt Simone Spielmann. Für das kreative Ehepaar und die Darsteller war das eine ganz neue Herausforderung. Die machte aber allen so viel Freude, dass die beiden Lindenfelser begannen, ein eigenes Familienmusical zu schreiben – nach einer Idee von Stephan Lauterbachs Tochter.

Vor sieben Jahren eroberten sie dann die Bühnen der regionalen Bürgerhäuser mit dem Musical „Die Hexe vom leuchtenden Turm“. Stephan Lauterbach erinnert sich noch gut daran, wie viel Herzblut, in dem ersten eigenen Musical steckte: „Wir haben sogar Requisiten selbst gekauft.“

Im Reich der Tage

AdUnit urban-intext3

In dem Musical geht es um Vertrauen, Freundschaft und um den Kampf gegen die dunklen Mächte, wie Simone Spielmann sagt. Zunächst war es nur ein Theaterstück , erst über die Jahre hinweg wurde daraus ein Musical. „Wir haben Liedtexte geschrieben und die Musik komponiert.“ Es gab Rollen für Kinder, Teenager und Erwachsene.

AdUnit urban-intext4

„Schon damals zeigte sich die Begabung unserer Kinder, nicht nur an den Instrumenten“, sagt Stephan Lauterbach. Der Älteste hatte schon damals ein Faible für Scheinwerfer, Beleuchtung und Lichttechnik. Er sorgte für die Lichtatmosphäre beim Musical. Sein Bruder hatte den Überblick über die Darsteller und Requisiten, die für die nächste Szene gebraucht wurden. „Nur mit der Unterstützung unserer Familie konnten wir damals das Musical auf die Bühne bringen. Und auch heute noch sind immer alle da und helfen.“ Für die „Hexe“ bekam die Familie damals viel positives Echo.

Vor vier Jahren führte Simone Spielmann den Chören Rainbow-Kids und Rainbow-Teens das Musical „Der kleine Tag“ auf. Es entführt die Zuschauer in das Reich der Tage. Diese leben hinter den Sternen, und täglich darf einer von ihnen auf einem Lichtstrahl hinunter auf die Erde. Ein Musical voller Poesie.

Teenager und Kinder erzählen den Musicalautoren vom oft schwierigen Alltag in der Schule. Von Neid, Mobbing und dem Zwang zur Anpassung an das System. So kam den beiden die Idee zum Musical „Die Lernfabrik“, das im vergangenen Jahr Premiere feierte. Im Dezember wurde es zweimal im ausverkauften Parktheater in Bensheim aufgeführt. Ein Tanzstudio aus Fürth und die Jazztanz-Abteilung der Turngenossenschaft Rimbach waren daran beteiligt.

Das Musical spielt in einem Internat, in dem eine neue Mitschülerin von Anfang an gemobbt wird. Die Bilder der tanzenden Schüler auf den Tischen lassen viel von der Kraft erahnen, die hinter solchen Aktionen steckt.

Im Winter, bei einem Kurzurlaub in Köln, kam dem Ehepaar eine neue Idee, als es im Dom eine Andacht zum Thema „Aufbruch und neue Wege gehen“ hörte. Daraus resultierte die Anregung, ein Musical zu schreiben, in dessen Mittelpunkt ein Junge steht, der völlig anders tickt als seine Mitschüler. Wird er auf die Wange geschlagen, hält er auch noch die andere hin. Der Junge hat einen spanischen Vornamen und lebt bei seinem Onkel in Köln. Mit seiner völlig anderen Art erwirbt er sich den Respekt seiner Mitschüler und Lehrer. Die haben irgendwann eine Ahnung davon, wer er ist.

„Vielleicht hilft es Kindern und Teenagern ja gegen die zunehmende Verrohung der Gesellschaft“, hofft Simone Spielmann. „Bei den Chorproben und dem Gesangsunterricht klagen Jugendliche nämlich immer wieder über die Respektlosigkeit in der Schule.“

Da sich das Ehepaar bei dieser Arbeit wunderbar ergänzt, darf man gespannt sein auf das neue Musical aus seiner Feder.

Freie Autorin