Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald - Neue Geopunkt-Tafeln laden zu einem Spaziergang durch die Ortsgeschichte ein / Winterquartier des Circus Sarrasani Elefanten in den Vorgärten von Mörlenbach

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red
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Mörlenbach. Es gab eine Zeit, da war es in Mörlenbach nicht ungewöhnlich, mitten im Ort Elefanten, Tigern oder Affen zu begegnen. Dabei konnte es schon einmal passieren, dass entsprechend große Rüssel die Vorgärten auf der Suche nach Essbarem umpflügten.

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Denn der berühmte Circus Sarrasani hatte Anfang der 60er Jahre das Gelände des Sägewerks Schenk gekauft und nutzte anschließend viele Jahre lang das Grundstück als Winterquartier. Später kamen noch ein Freizeitpark mit Restaurant, ein Festzelt und Spielanlagen hinzu.

Diesem Teil der Ortsgeschichte und der Brandzerstörung 1887 sowie dem einstigen Mörlenbacher Schloss widmen sich nun vier Geopunkt-Tafeln. Bei einem Spaziergang durch die Straßen kann man so an Ort und Stelle in die Vergangenheit der Gemeinde an der Weschnitz eintauchen.

Vier Brände im Jahr 1887

„Die Geopunkt-Tafeln sind ein wesentlicher Bestandteil für Einheimische und Besucher bei Rundgängen in unserer Gemeinde“, sagte Bürgermeister Jens Helmstädter. „Wir sind sehr dankbar für die intensive, ehrenamtliche Arbeit, die es erst möglich macht, unsere Geschichte zu erhalten.“

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Insbesondere das, was heute nicht mehr im Ortsbild erkennbar ist, wird durch die Geopunkte wieder sichtbar. So ging das Jahr 1887 als eines der schwärzesten in die Annalen der Mörlenbacher Geschichte ein. Vier große Brände zerstörten ganze Straßenzüge.

Auch das Mörlenbacher Schloss ist nur noch in den Büchern zu finden. Die Wasserburg wurde wahrscheinlich bereits im 14. Jahrhundert erbaut. Nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg diente die Ruine den Bewohnern als Steinbruch. Die letzten Überreste wichen in den 50er Jahren dem Bau der Schlosshofschule.

Spannende Spurensuche

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Bei der Einweihung berichtete Heiko Lorenzen vom Kultur- und Museumsverein Bonsweiher, dass die neuen Tafel-Standorte ein Ensemble an Informationspunkten von der Juhöhe über Bonsweiher bis nach Mörlenbach ergänzen. Dabei kann die Spurensuche in der Vergangenheit richtig spannend sein: „Je länger ich mich mit den Themen beschäftigt habe, umso interessanter wurden sie“, schwärmte Lorenzen.

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Ernstlothar Keiper und Eugen Weber brachten ihr lokales Wissen ein. Geschäftsführerin Jutta Weber vom Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald beschrieb die Altertumsforscher sehr passend als „Detektive der Geschichte“. Weber würdigte die ehrenamtliche Arbeit entsprechend. „Das lokale Wissen zusammen zu bewahren und lebendig zu vermitteln ist ein wichtiger Bestandteil unserer gemeinsamen Arbeit für die Region“, betonte Weber. red

Info: Weitere Informationen auf kum-bonsweiher.de unter „Geschichtspfad“