Tourismus - Lindenfels, Grasellenbach und Bad König arbeiten an einem Konzept, um den Odenwald attraktiver für Gäste zu machen Burgstadt will Heilklima-Region mitgründen

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Lindenfels, von der Kappstraße aus fotografiert: Zusammen mit Grasellenbach und Bad König könnte die Burgstadt Teil einer Heilklima-Region werden. © Neu

Lindenfels. Unter der Federführung des Hessischen Heilbäderverbandes (HHV) entwickelt die Stadt Lindenfels zusammen mit der Gemeinde Grasellenbach und der Stadt Bad König das Konzept eines Heilklima-Waldes und einer Heilklima-Region, wie der Lindenfelser Bürgermeister Michael Helbig mitteilt.

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Bedingt durch die Corona Pandemie sind die Planungen seit Beginn des Jahres 2020 ins Stocken geraten, dennoch sind sich die Projektpartner einig, zeitnah an dieser Stelle weiter zu arbeiten. „Der Odenwald hat sehr vorteilhafte klimatische Verhältnisse, was sich in allen drei Orten bereits durch Zertifizierungen gezeigt hat. Wir gehen davon aus, dass sich das Heilklima sogar zu medizinischen Zwecken einsetzen lässt und der Aufenthalt in der Region zu einem Erlebnis wird“, fasst Helbig die ersten Sitzungsrunden zusammen.

Kurstadt im Strukturwandel

Von den Ansätzen, wie früher einmal Kur ausgesehen hat, sei leider nicht mehr viel übrig. Das Wegbrechen der Gesundheitsanbieter und auch der Hotellerie, sowie Billigangebote im Ausland seien die Ursachen für den Strukturwandel. „Rund 50 Städte tragen das Prädikat Heilklimatische Kurorte, dieses Zertifikat bürgt für hohe Qualität. Das eigentliche Prädikat wird durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen verliehen. Das unterstreicht die Bedeutung des Odenwalds für die Naherholungssuchenden aus den beiden Metropolregionen“, erläutert Helbig den Neuansatz.

Mit der zusätzlichen Konzeption als Heilklima-Region solle das für die Gesundheit günstige und therapeutisch anwendbare Klima zusätzlich herausgestellt werden. Zum direkten Umgang mit Klima und Wetter motiviert, wirkt sich die aktive und bewusste Nutzung des Heilklimas positiv auf die Menschen aus, so die Idee. „Mit der Einrichtung wollen die drei Kommunen in der Zukunft ein Zeichen setzen und sprechen sich eindeutig pro Klima und Umwelt aus, gerade in der Zeit eines wahrnehmbaren Klimawandels. Zudem bietet sich die Chance zur Stärkung des ländlichen Raumes“, benennt das Stadtoberhaupt den zusätzlichen Nutzen. Mittelgebirgsklima zeichne sich in der Regel durch gute Luftqualität, weniger Wärmebelastung und Reizintensitäten aus. Im Waldklima überwiegen im Allgemeinen die Schonfaktoren. Die natürliche Filterfunktion schütze, auch vor Ozon.

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Hinzu komme eine hohe Luftreinheit. In der künftigen Heilklima -Region könnten thematische Plätze gestaltet werden, die Heilklima und die Wirkungen spürbar transportieren, deshalb sei der regionale Ansatz wichtig. Die ersten Schritte seien gemacht, nun sei es wichtig auf dem Weg zwischen Lindenfels, Grasellenbach und Bad König weitere Partner zu finden, denn sonst habe die Region Löcher.

„Erste Gespräche mit Kommunen in der Nachbarschaft gab es bereits, die Ergebnisse geben Grund zur Hoffnung, dass die Idee weiterverfolgt werden kann“, skizziert der Lindenfelser Rathauschef die weitere Vorgehensweise. „Wir hoffen“, so Helbig weiter, „dass die Pandemie bald überwunden ist und wir dann weiter planen können, auch die Finanzen. Denn schon für die in Lindenfels vorhandenen Heilklimawege sind Wegebau und Schutzhütten zu unterhalten. Die sind dann dem Heilklima-Wald oder der Heilklima-Region anzupassen.“