Rimbach - Verwaltungschef Holger Schmitt stellt seine Neujahrsrede im Internet bereit Bürgermeister diesmal ohne Schulchor

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ik
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Rimbach. Auch wenn sich die Bürgermeister im Weschnitztal und Überwald bereits im Herbst entschlossen hatten, keine Neujahrsempfänge zu veranstalten: Auf seine Neujahrsansprache verzichtete Rimbachs Bürgermeister Holger Schmitt nicht. Er stellte die Rede im Internet bereit.

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Wie schon im Dezember kommt der Bürgermeister erneut zu den Menschen in die Wohnzimmer anstatt wie üblich in die Mensa der Martin-Luther-Schule. Hier wäre der obligatorische Neujahrsempfang eigentlich gewesen. Nicht nur Schmitt hätte eine Rede gehalten, sondern auch Andrea Dudszus als Vorsitzende der Gemeindevertretung. Für den Segen von oben sind die beiden Pfarrer der Kirchengemeinden abwechselnd zuständig.

Für den stimmungsvollen Rahmen sorgen alljährlich musikalische Darbietungen von Ensembles und Chören der Schule und der Jugendmusikschule Überwald-Weschnitztal. Und üblicherweise wird bei dieser Feierlichkeit auch der Ehrenamtspreis vergeben. Der wurde allerdings in diesem so außergewöhnlichen Jahr 2020 gar nicht erst ausgelobt.

„Das alles fällt in diesem Jahr weg“, bedauert der Bürgermeister. Ein kleines Trostpflaster soll zumindest seine Neujahrsansprache sein. Aufgezeichnet wurde sie im Adam-Schmitt-Saal des Rathauses. Ins rechte Licht gerückt wurde Schmitt dabei von Simon Scholz und Manuel Schmitt, die sich jüngst mit ihrem Unternehmen OnScreen Media selbstständig gemacht haben. Bürgermeister Schmitt bescheinigte den beiden 21-Jährigen aus Alsbach-Hähnlein und Gronau eine „enorme professionelle Reife“. Zeugnis davon legt jetzt auch die Aufzeichnung der Ansprache ab.

Nachdenklich und voller Hoffnung

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Bilder von Rimbach leiten über zu den teils nachdenklichen, aber immer hoffnungsvollen Worten des Bürgermeisters. In seinem Rückblick zeigt er sich beeindruckt von der „gelebten Solidarität“ im schwierigen Corona-Jahr. „Gerade im Rückblick auf das vergangene Jahr war für mich der partnerschaftliche und fürsorgliche Umgang miteinander hier in Rimbach etwas, was mich durch das schwierige Frühjahr mit Corona und allen damit zusammenhängenden Problemen und Einschränkungen getragen hat“, so Schmitt.

Jetzt stellten sich weitere Herausforderungen, wie demografischer Wandel, Digitalisierung, Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, adäquate Kinderbetreuung und Klimawandel. Schmitt: „Für all diese Themenfelder müssen wir dringend Lösungen finden, damit Rimbach für uns und unsere Kinder eine lebendige, aktive Heimat bleibt.“

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Sorgen bereitet dem Gemeindeoberhaupt in diesem Zusammenhang die wirtschaftliche Situation angesichts der Folgen der Corona-Pandemie und des Einbruchs bei der Gewerbesteuer sowie der dramatischen Rückgänge beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer. Hinzu kämen Einnahmeausfälle in den Bereichen Kitas sowie pandemiebedingte spürbare Ausgabensteigerungen.

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Sofern die Kommunen keine weiteren nachhaltigen Finanzhilfen von Bund und Ländern erhalten, rechnet Schmitt damit, die Investitionen in den kommenden Jahren reduzieren zu müssen. Nach dem Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket für 2020 seien auch für die Jahre 2021 und 2022 weitere Hilfen des Bundes und der Länder notwendig, damit die Kommunen ihre Aufgaben stetig erfüllen können.

Zusammen zum Wohl der Bürger

Schmitt erhofft sich darüber hinaus weiterhin bürgerschaftliches Engagement, das gerade im zurückliegenden Jahr für Lebensqualität in Rimbach gesorgt hat. Sein Dank galt deshalb allen Menschen, die sich auf ehrenamtlicher, gemeinnütziger, kultureller, sportlicher und mildtätiger Ebene für ihre Mitbürger einsetzen.

Er dankte aber auch den Verantwortlichen der Vereine und Institutionen, der Polizei und den Rettungs- und Einsatzkräften, den Gemeindevertretern und dem Gemeindevorstand sowie den Ortsvorstehern für das Zusammenwirken zum Wohle der Bevölkerung.

„Unser Land, unsere Gemeinde stehen auch im kommenden Jahr vor großen Herausforderungen. Dafür brauchen wir Aufbruchstimmung, Flexibilität und Wagemut“, fordert Schmitt auf.

Seinem Jahresrückblick ließ Schmitt einen Ausblick auf bevorstehende Maßnahmen folgen, in die die Gemeinde im laufenden Jahr fast drei Millionen Euro investieren will. Anvisiert ist zum Beispiel die Fertigstellung des Baugebietes Krehberg und der Kindertagesstätte in der Fahrenbacher Straße, der Bau des neuen Aussichtsturms auf der Tromm, die Sanierung der Waldbachverdolung in der Rathausstraße und die Errichtung eines Bürgerparks in Mitlechtern an der Pfalzbachhalle.

Für das angebrochene Jahr 2021 wünscht sich der Bürgermeister eine engagierte Zusammenarbeit. Schmitt: „Gemeinsam geht vieles besser, problemloser und schneller.“ Er freut sich auf ein Stück mehr Normalität und möglicherweise wieder „ein Stück mehr Nähe“. Schmitt: „Generationen vor uns und auch wir heute haben gemeinsam schon manche Krise gemeistert und haben viel erreicht. Und das gibt uns Zuversicht und Mut für das neue Jahr.“ ik