Diakonisches Werk - Susanne Hagen steht dienstags und freitags in Rimbach als Ansprechpartner zur Verfügung Beratung für Schwangere in schwierigen Situationen

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Rimbach. Die Sozialpädagogin Susanne Hagen (BILD: Reimer) berät ab sofort dienstags und freitags schwangere Frauen beim Diakonischen Werk in Rimbach. Sie vertritt Judith Friedrich, die in Elternzeit ist. Hagen arbeitet schon seit vielen Jahren für das Diakonische Werk Bergstraße in Bensheim. Jetzt freut sich die 61-jährige Mutter einer Tochter auf die neue Aufgabe: „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, Schwangere in allen Lebenslagen zu beraten.“

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Die Beratungsräume der Diakonie sind hell und freundlich. Die Diakonie Bergstraße will mit dem Angebot in Rimbach die Wege für die Schwangeren und Mütter von Kindern bis drei Jahren verkürzen. Der Grund: Die zwölf Odenwaldkommunen des Kreises erlebten seit 2013 einen wahren Babyboom. Die Zahl der Geburten stieg um 20 Prozent.

Wo der Schuh drückt

Hilfe bekommen die Beratungssuchenden bei Fragen nach den gesetzlichen Regelungen für Elternzeit und Elterngeld, dem Mutterschutz und dem Beschäftigungsverbot. Letzteres gilt beispielsweise für Zahnarzthelferinnen, die mit gefährlichen Stoffen arbeiten. Susanne Hagen berät alle schwangeren Frauen unabhängig von Alter, Nationalität und Religion. „Ich höre zu und versuche herauszufinden, wo der Schuh drückt“, sagt die Sozialpädagogin.

Freitags ist auch die Tafel der Diakonie in Rimbach geöffnet. Familien und alleinerziehende Frauen in schwierigen finanziellen Lagen erhalten dort Lebensmittel. Sollten Frauen ungewollt schwanger werden, ist Susanne Hagen eine gute Anlaufstelle. „Im geschützten Raum können sie über ihre Ängste, Sorgen und Nöte sprechen.“

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Meist sind es Frauen aus ohnehin schon schwierigen Lebenssituationen, die sich mit der Bitte um finanzielle Unterstützung an das Diakonische Werk wenden. Die gibt es beispielsweise von der Bundesstiftung Mutter und Kind. Die Stiftung hilft schwangeren Frauen, die sich in einer sozialen oder finanziellen Notlage befinden.

Susanne Hagen unterstützt beim Ausfüllen der Anträge beispielsweise für die Babyerstausstattung. Die Frauen können auch eine einmalige Beihilfe von der Bundesstiftung erhalten, sofern Einkommensgrenzen nicht überschritten werden. „Der Antrag muss allerdings vor der Geburt des Kindes gestellt werden“, so Hagen. Die Mitarbeiterin des Diakonischen Werks berät auch bei der Vaterschaftsfeststellung und dem Unterhaltsvorschuss. „Das sind Themen, die geklärt werden müssen, wenn eine Frau nicht weiß, wer der Vater ist, sie aber das Kind haben möchte.

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Viele Frauen in schwierigen Lebenssituationen wollen mit mir sprechen“, berichtet Susanne Hagen. Dabei muss keine schwangere Frau alleine zur Beratung kommen. „Oft hilft es, wenn Freunde sie begleiten.“ Gemeinsam erörtern die Beteiligten, welche Hilfe es für Mutter, Kind oder die ganze Familie gibt, beispielsweise vom Psychosozialen Dienst und anderen Stellen der Diakonie.

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Nach dem Gespräch wird den Frauen in jedem Fall der Beratungsschein ausgestellt. Der ist für einen Schwangerschaftsabbruch notwendig, falls die Frau sich nach dem Gespräch dahingehend entscheidet.

Hagen informiert Schwangere auch über das Verfahren einer „vertraulichen Geburt“. Die Schwangere entbindet dabei das Baby anonym in einer Klinik und gibt es zur Adoption frei. „Die Entscheidungen für oder gegen eine Weiterführung der Schwangerschaft liegt allein bei den Frauen. Das Beratungsergebnis ist offen“, betont Susanne Hagen. gg