Alla-hopp-Anlage - Nach der Wiedereröffnung in Mörlenbach ist der Besuch zunächst überschaubar Abstand halten klappt nicht immer

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rav
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Mörlenbach. Nach der wochenlangen Schließung der Spielplätze und Kitas darf endlich wieder gerutscht, geschaukelt und im Sand gebuddelt werden. Die Spielplätze sind wieder geöffnet, ebenso dürfen teilweise die Alla-hopp-Anlagen – darunter die in Mörlenbach – wieder genutzt werden.

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„Die Kinder sind ausgehungert nach Bewegung im Freien“, bemerkt die Mutter des dreijährigen Jonas, der an diesem Vormittag auf dem naturnahen Bewegungsplatz der Mörlenbacher Alla-hopp-Anlage ganz versunken in seine Sandburg ist. „Wir haben weder Balkon noch Garten“, fügt die junge Frau hinzu, „Da ist das jetzt ein Paradies für die Kinder“. „Aber auch für uns Erwachsene“, bemerkt der Ehemann, der mit dem Sohn im Sand sitzt.

Die Mutter des zweijährigen Noyan, der mit seinen Förmchen andächtig einen Kuchen neben den anderen setzt, zeigt sich ebenso begeistert davon, dass sie die Kinder an diesem herrlichen Frühlingstag nicht in der Wohnung beschäftigen muss. Selbst der vier Monate alte Benjamin scheint die frische Luft zu genießen, denn er schläft tief und fest in seinem Kinderwagen.

Platz auf 15 000 Quadratmetern

Wie sieht es jedoch mit dem vorgeschriebenen Mindestabstand von eineinhalb Metern aus? „Das ist bei den ganz Kleinen nicht gerade einfach“, schaltet sich ein junger Vater ein. „Wie soll man einem Zweijährigen beibringen, seinen Freund nicht zu umarmen?“

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An der großen Schaukelanlage wird der vierjährige Paul von seinem Papa angestoßen. „Höher“, schreit er. Die Mama steht lachend daneben, im Kinderwagen den fünf Monate alten Paul. „Wir wohnen in Fischbachtal und sind zum ersten Mal hierher gefahren“, berichtet die junge Frau. „Einfach wunderschön die riesige Anlage“. Dann fügt sie hinzu, dass es bei einem Gelände mit einer Größe von 15 000 Quadratmetern kein Problem sein dürfte, Abstand zu halten.

Am Rutschturm hebt der zweijährige Emil jauchzend die Ärmchen. „Gleich“, beschwichtigt ihn die Mama. „Ich würde mit meinem Sohn niemals hierher kommen, wenn der Platz überfüllt wäre“, betont sie. „Dann wird das mit dem Abstand halten schwierig.“

Toiletten geschlossen

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Die Gefahr besteht an diesem Tag nicht, denn der Besuch ist sehr übersichtlich. An den Kletterstangen turnen Marlon, Paul und Lina. Sie sind mit Oma und Opa aus Frankfurt gekommen und werden sich gleich an den Baumtisch zum Picknick setzen. „Die Eltern der drei sind beide im Homeoffice. Wir sehen das mit der Kontaktsperre nicht so eng“, bemerkt die jugendliche Großmutter.

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„Zuerst wollten wir mit den Enkelkindern den Opel-Zoo in Rüsselsheim besuchen, dann dachten wir an die vielen Besucher, die sich sicher bei diesem Traumwetter einfinden“. Und so haben sie sich kurz entschlossen für den Odenwald entschieden und es nicht bereut. „Einfach wunderschön, diese Anlage mit all ihren verschiedenen Parcours. Wir werden bestimmt mal wiederkommen“.

„Ich muss mal Pipi“, sagt in diesem Augenblick ein kleines Mädchen zu seiner Mutter. Die nimmt die Tochter an der Hand und steuert ein Gebüsch an. „Sehen sie“, sagt sie dabei, „das entspricht jetzt nicht den Hygiene-Empfehlungen der Gemeinde.“ Diese hält die Toilettenanlage noch geschlossen.

Doch kleine Ungereimtheiten trüben nicht die gute Laune. Auf der Freizeitanlage rückt selbst die leidige Corona-Krise für kurze Zeit in weite Ferne. rav