Gemeindevertretung - Vorsitzender Haas über die Klimapolitik Sorge vor monatelangen Hitze- und Dürreperioden

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tm/red
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Lautertal. In seiner Neujahrsrede griff der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Günter Haas, auch die Energiepolitik auf. Das Thema trete zurzeit allerdings hinter die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie zurück: „Wenn man nun genau wissen will, wie es um das Klima steht, so liegt die Antwort nicht bei deutschen Spitzenpolitikern, sondern einzig und allein in der Frage, wie sich der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre im letzten Jahr entwickelt hat. So kann man die politische Propaganda am harten Maßstab der Realität messen.“ In einem Observatorium auf Hawaii sei im April ein Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre von 416 ppm („parts per million“, also Kohlendioxid-Teilchen pro einer Million aller Teilchen in der Atmosphäre) gemessen werden. Im Schnitt steige der Wert um drei ppm im Jahr.

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„In vorindustrieller Zeit lag dieser Wert bei nur 280 ppm. Für eine Verdoppelung dieses Wertes also auf 560 ppm braucht es nur noch etwa 48 Jahre. Dies gilt,wenn wir es nicht schaffen, die Stoffkreisläufe zu dekarbonisieren, also die Emission von Kohlenstoff weitgehend zu vermeiden“, erläuterte Haas. 560 ppm entsprächen einem mittleren Temperaturanstieg von rund 3,4 Grad.

„Dies hört sich eher harmlos an, es handelt sich aber um den Anstieg einer mittleren Temperatur, der zu deutlichen Ausschlägen der Temperaturspitzen nach oben führen wird. Für Mitteleuropa bedeutet dies monatelange Hitze- und Dürreperioden, verdorrende Wälder, Trinkwassermangel und deutlich steigende Nahrungsmittelpreise und nicht zuletzt wachsende Migrationsströme.“ Dies sei vorhersehbar, viele wollten es aber nicht wahrhaben. Die Verantwortung für die nächste Generation gebiete es, „nicht den Kopf in den Sand zu stecken“.

Der einzelne Bürger könne zwar nicht viel tun, aber der gesellschaftliche Wandel beginne im Kleinen. „Manchmal ist es besser, sein altes Auto noch ein Jahr länger zu fahren, statt auf den neuen SUV umzurüsten. Manchmal schmeckt das kleinere Steak vom lokalen Metzger auch besser als das Riesensteak aus der Tiefkühltruhe des Discounters. Man übe sich in Bescheidenheit, denn diese stellt sicher, dass die Gesellschaft zum Wohle aller funktioniert“, so Günter Haas abschließend. tm/red