Bauarbeiten - Hessen Mobil bereitet derzeit die Ausschreibungen für das Projekt vor / Mehr Sicherheit für die Fußgänger Sanierung der B 47 in Gadernheim beginnt im Mai

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Thorsten Matzner
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Im vergangenen Jahr hat der Zweckverband KMB vorbereitende Arbeiten erledigt. Ab Mai soll nun die B 47 in Gadernheim saniert werden. © Neu

Von Thorsten Matzner

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Gadernheim. Ende Mai soll die Sanierung der B 47 in Gadernheim beginnen. Jochen Vogel, Pressesprecher der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil nannte diesen Termin gestern auf Anfrage. Die Arbeiten sollten etwa ein halbes Jahr dauern, so dass Ende 2021 alles fertig ein müsste.

Die Fahrbahn der B 47 wird in der gesamten Ortsdurchfahrt von Gadernheim saniert werden. Es handelt sich um das letzte Teilstück zwischen Bensheim und Lindenfels, das noch im alten Zustand ist. Die Sanierungsarbeiten an der wichtigen Ost-West-Verbindung durch den Kreis Bergstraße laufen bereits seit rund zehn Jahren.

Eines der größten Projekte in dem Zusammenhang war die grundhafte Erneuerung der Straße in Elmshausen, die in den Jahren 2017 bis 2019 lief. Dabei wurde auch der Unterbau der Trasse erneuert, was die Dauer der Bauarbeiten erklärt.

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In Gadernheim wird nicht derart umfassend in die Straße eingegriffen. Deswegen soll es dort deutlich schneller gehen. Außerdem ist geplant, die Arbeiten unter halbseitiger Sperrung der Bundesstraße zu erledigen. Autofahrer müssen daher zwar Wartezeit an den Ampeln einplanen, haben aber nicht die deutlich längeren Umwege zu fahren, die während der drei Vollsperrungen der Strecke in Elmshausen in den Sommerferien 2017, 2018 und 219 nötig waren.

Jochen Vogel berichtete, dass derzeit die Ausschreibungen vorbereitet würden. Vorgesehen ist, die Straßenoberfläche zu erneuern, aber punktuell auch tiefer eingreifen. An vier Stellen im Dorf werden sogenannte Querungshilfen installiert. Dabei handelt es sich um aufgeschraubte Mittelinseln mit Fußgängerüberwegen, die aber nicht den Charakter von Zebrastreifen haben. Vielmehr dienen die Mittelinseln lediglich dazu, dass Passanten in der Mitte der Straße einen sicheren Aufenthalt haben und so die beiden Fahrstreifen der stark befahrenen Trasse nacheinander überqueren können. Es gibt an der B 47 in Gadernheim keine Zebrastreifen und nur eine Fußgängerampel am Jarnacplatz. Dieses Angebot wird im Rahmen der Arbeiten in diesem Jahr auch nicht weiter ausgebaut.

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Nur noch eine Haltebucht

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Zu längeren Diskussionen hatte der Umbau der Bushaltestellen geführt. Sachstand ist nun, dass von vier Haltebuchten für die Linienbusse drei verschwinden werden. Lediglich an der Linde in Fahrtrichtung Bensheim bleibt eine Haltebucht übrig. Die vorhandene Bucht wird dazu verlängert, wie Jochen Vogel gestern noch einmal bestätigte. Alle Haltestellen gelten damit künftig als barrierefrei im Sinne des Personenbeförderungsgesetzes. Dort ist der Umbau aller Bushaltestellen bis zum kommenden Jahr vorgeschrieben. Die Gemeinde Lautertal, die die Umgestaltung bezahlen muss, erhält dazu einen Zuschuss.

Die Lautertaler Gemeindevertretung hat sich erst nach längerem Hin und Her mit Hessen Mobil dem Umbau der Haltestellen zugestimmt. Ursprünglich sollte auch die Haltebucht an der Linde in Fahrtrichtung Lindenfels erhalten bleiben. Mit dem Wegfall der Haltebuchten am Jarnacplatz waren die Gemeindevertreter dagegen einverstanden gewesen. Der Umbau ist nach Angaben von Hessen Mobil nötig, um die Vorgaben des Personenbeförderungsgesetzes zu erfüllen. Linienbusse müssen demnach von Gehbehinderten, aber auch von Leuten mit Kinderwagen und Koffern problemlos benutzt werden können.

Dazu ist vorgesehen, die Gehwege an den Haltestellen so anzuheben, dass ein ebenerdiger Ein- und Ausstieg möglich ist. Das setzt voraus, dass der Bus direkt an der Gehwegkante anhalten kann, weswegen es laut Hessen Mobil erforderlich ist, entweder die Haltebuchten deutlich zu verlängern oder die Busse direkt auf der Straße anhalten zu lassen.

Letzteres war der Auslöser für die Debatte um die Haltestellen in Gadernheim. Wenn die Busse auf der Straße anhalten, ist das Überholen nur noch schwer möglich. Selbst wenn kein Gegenverkehr kommt, wird es knapp, weil man an den Bussen nur mit Schrittgeschwindigkeit vorbeifahren darf, wenn diese den Warnblinker eingeschaltet haben. Was an solchen Haltestellen üblich und den Fahrern teilweise sogar vorgeschrieben ist.

In der Diskussion um die Haltestellen wurde auf den Ausbau der B 38 in Fürth im vergangenen Jahr verwiesen. Auch dort wurden Bushaltestellen umgebaut, aber die Busbuchten in der vorherigen Länge beibehalten. Während die Gegner der Ausbauvariante in Gadernheim auf diesen Umstand verweisen, sieht Hessen Mobil in der Fürther Lösung keinen barrierefreien Umbau im Sinne des Gesetzes.

Zuschuss für die Gemeinde

Lautertals Bürgermeister Andreas Heun hatte darauf verweisen, dass noch nicht sicher sei, ob die Gemeinde Fürth nicht deswegen Zuschüsse zurückzahlen müsse. In Fürth hatte nicht Hessen Mobil die Planung der Arbeiten übernommen, sondern ein Büro im Auftrag der Gemeinde. Die Straßenverkehrsbehörde hatte nur den Straßenbau betreut.

Bürgermeister Heun hatte auch davor gewarnt, dass ein Umbau der Haltestellen ohne Rücksicht auf die gesetzlichen Vorgaben teuer werden könne. Nicht nur, dass Lautertal dann keine Zuschüsse erhalte, es drohe der Gemeinde sogar, einen erforderlichen weiteren Umbau der Bushaltestellen ebenfalls alleine bezahlen zu müssen. Egal wie die noch laufende Prüfung der Arbeiten in Fürth ausgeht, wird das keinen Einfluss auf die Pläne in Gadernheim haben. Die seien fertig und Grundlage für die bevorstehende Ausschreibung, so Jochen Vogel von Hessen Mobil. Mit der Gemeinde sei der Ausbau inzwischen auch vertraglich geregelt worden.

Umgebaut wird die Einmündung der Darmstädter Straße in die B 47. Hier fällt die Rechtsabbiegerspur aus Richtung Lindenfels weg. Während in Gadernheim befürchtet wird, dass große Lkw und Traktoren mit Anhängern hier künftig Probleme beim Abbiegen bekommen, geht Hessen Mobil davon aus, dass auch nach dem Umbau der Verkehr reibungslos fließen wird.

Redaktion Lokalredakteur Lautertal/Lindenfels