Tourismus - Wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen bei der Freizeitgestaltung war das Naturdenkmal in Lautertal im vorigen Jahr äußerst beliebt Parkautomaten am Felsenmeer so voll wie nie

Von 
Thorsten Matzner
Lesedauer: 
Bereits im Oktober war die Toilettenanlage mit einem Schwertransport angeliefert worden. © koe

Reichenbach. Die Gemeinde Lautertal hat im vergangenen Jahr am Felsenmeer eine Rekordsumme an Parkgebühren eingenommen. Wie Bürgermeister Andreas Heun auf Anfrage mitteilte, liegen die Einnahmen aus den Parkautomaten bei rund 200 000 Euro. Das ist fast doppelt so viel wie in den Jahren zuvor.

AdUnit urban-intext1

Zu dem guten Ergebnis haben mehrere Faktoren beigetragen. Zunächst einmal hat das Felsenmeer im vergangenen Jahr einen Besucheransturm erlebt wie noch selten. Seit vor fast 20 Jahren das Informationszentrum eingeweiht und im Rahmen des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald das Felsenmeer verstärkt – als geologische Besonderheit – beworben wurde, sind die Besucherzahlen zwar stetig angestiegen. Bedingt durch die Corona-Pandemie war das Interesse an dem Naturdenkmal als Freizeitziel aber noch einmal größer.

Ansturm begann im Mai

Im März war die Infrastruktur rund um das Felsenmeer zunächst geschlossen worden. Das Informationszentrum und die Parkplätze standen wegen der Kontaktbeschränkungen nicht zur Verfügung. Die Sperrung wurde nach zahlreichen Verstößen auch von einem Sicherheitsdienst überwacht. Die Einnahmen für die Gemeinde in dieser Zeit lagen bei null, weil sowohl die Parkgebühren als auch die Verkaufserlöse im Informationszentrum wegfallen. Dafür musste zusätzlich Geld in die Hand genommen werden für die Absperrungen und deren Kontrolle.

Ab Mai wandelte sich das Bild dann, weil das Felsenmeer wieder besucht werden durfte, aber viele andere Ausflugsziele unerreichbar bliebe. Weil im Sommer auch noch viele Familien nicht in den Urlaub fuhren oder fahren durften, fiel auch der sommerliche Knick in den Besucherzahlen aus. Selbst bei hochsommerlichem Wetter war das Felsenmeer beliebt, weil die Freibäder entweder zu hatten oder die Zahl der Besucher beschränkt wurde.

AdUnit urban-intext2

Die Gemeinde setzten nach anfänglichen Problemen bei der Lenkung der Besucher und ihrer Autos wieder einen Sicherheitsdienst ein und verbesserte die Verkehrsführung beziehungsweise die Absperrungen rund um den Felsberg. Die Ausweich-Parkplätze an der Lautertalhalle in Elmshausen und am Aldi-Markt in Reichenbach wurden besser genutzt als zunächst erwartet, nachdem sie intensiver beworben worden waren.

Bürgermeister Heun sagte, die Kosten für den sonntäglichen Einsatz von Sicherheitspersonal zwischen Juni und November hätten sich im Rahmen gehalten. Heun bezifferte sie auf 7000 bis 10 000 Euro und kündigte bereits an, die Maßnahmen in diesem Jahr fortzuführen. Da die Corona-Beschränkungen mindestens im ersten Halbjahr noch groß sein werden, ist zu erwarten, dass der Besucherstrom mit den ersten frühlingshaften Tagen wieder einsetzen und auch dann wieder anhaltend sein wird. Bereits in den vergangenen Wochen war am Felsenmeer einiges los, sofern es das Wetter halbwegs zuließ.

Höhere Zahlungsmoral

AdUnit urban-intext3

Zu den gestiegenen Gebühreneinnahmen trug auch der Umstand bei, dass die Parkplätze wegen der Überwachung besser ausgenutzt wurde. Bis zu 1200 Fahrzeuge fanden so auf den Parkflächen rund um das Informationszentrum in Reichenbach gleichzeitig Platz. Da angesichts der netten Herren und Damen in ihren leuchtenden Sicherheitswesten auch die Zahlungsmoral stieg, konnte die Gemeinde also locker zwischen 5000 und 10 000 Euro pro Wochenende in den Parkautomaten einsammeln.

AdUnit urban-intext4

Die neue Toilettenanlage, die Ende des vergangenen Jahres an der Ecke Seifenwiesenweg / Am Felsenmeer aufgebaut wurde, soll spätestens im März in Betrieb gehen, wenn die Zahl der Besucher wieder ansteigt. Bürgermeister Heun sagte, die Anlage sei eigentlich fertig. Sie jetzt zu öffnen sei aber das falsche Signal in einer Zeit, in der die Leute dazu gebracht werden sollten, zu Hause zu bleiben.

Monatelange Diskussionen

225 000 Euro kostet die neue Anlage. Davon übernimmt die EU im Rahmen ihres Förderprogramms Leader-Plus für den ländlichen Raum 132 500 Euro. Den Rest muss die Gemeinde Lautertal bezahlen. Um die neue Anlage hatte es monatelange politische Diskussionen gegeben. Die Anlagen im Informationszentrum – ein Urinal, eine Damen- und eine Herrentoilette – reichen allerdings für die mittlerweile rund 200 000 Besucher im Jahr längst mehr nicht aus. Oft bildeten sich daher lange Schlangen vor der Anlage, die auch bis vor das Zentrum reichten. Viele Besucher wichen daher gezwungenermaßen in die Büsche und in den Wald aus. Die neue Toilette wird außerdem auch dann geöffnet sein, wenn das Informationszentrum geschlossen ist - in den Wintermonaten und auch in der Hauptsaison zu den Randzeiten morgens und abends.

Redaktion Lokalredakteur Lautertal/Lindenfels