Mittelpunktschule Gadernheim

Mittelpunktschule Gadernheim: Talent Company und fliegendes Klassenzimmer

Die MPS ist eine von drei Schulen im Kreis, die am Projekt „Stärkung der außerschulischen Berufsorientierung im Kreis Bergstraße“ der Strahlemann-Stiftung teilnimmt. 

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red
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Der Künstler Fabian Knöbl arbeitet mehrmals in der Woche mit den Schülern der Mittelpunktschule an Kunstprojekten. © Schule

Gadernheim. Am Samstag, 28. Januar, öffnet die Mittelpunktschule (MPS) Gadernheim in der Zeit von 11 bis 14 Uhr ihre Türen für interessierte Kinder und Eltern der vierten Klassen. Die MPS ist eine Grund-, Haupt- und Realschule, die in der fünften und sechsten Klasse schulformübergreifend unterrichtet. Als einzige Schule im Kreis werden an der MPS in diesen verbundenen Klassen keine Noten vergeben. Die Zeugnisse bestehen aus Verbalbeurteilungen, in denen auf die Stärken und Schwächen der Kinder individuell und ausführlich eingegangen wird.

„Erst ab der siebten Klasse werden die Kinder in die Schulformen eingestuft. So haben sie nach der Grundschule noch zwei Jahre Zeit, um sich zu entwickeln und Defizite aufzuarbeiten“, heißt es in einer Mitteilung der Schule. Ein großes Plus seien die kleinen Klassen, in denen nicht nur schwächere Kinder gefördert, sondern auch starke Kinder noch intensiver gefordert würden. „Viele Schüler der zehnten Klassen nutzen die sehr gute Arbeit an der MPS, um noch das Abitur oder das Fachabitur abzulegen.“

Ein Schwerpunkt der MPS bestehe in der Berufsorientierung. Dabei werde in Zusammenarbeit mit der Strahlemann-Stiftung, dem Kreis Bergstraße und mit kooperierenden Unternehmen der Region eine Talent-Company angeboten. Hier können Betriebe sich vorstellen, die Schüler Bewerbungen schreiben und Mitarbeiter der Arbeitsagentur Sprechstunden abhalten.

Anschluss nach dem Abschluss

Die MPS ist eine von drei Schulen im Kreis, die am Projekt „Stärkung der außerschulischen Berufsorientierung im Kreis Bergstraße“ der Strahlemann-Stiftung teilnimmt. Dabei werden Einzel-Trainings für die Vorabgangs- und Abgangsklassen angeboten sowie Betriebsbesichtigungen organisiert. Als Partner der IHK ist die Zukunftswerkstatt ein weiterer Baustein der Berufsorientierung an der MPS. Damit wird unter anderem die Potenzialanalyse durch einen externen Partner im siebten Jahrgang finanziert.

Auch mit der Handwerkskammer Rhein-Main besteht seit vielen Jahren eine enge Kooperation, die ihren Schwerpunkt in einem zweiwöchigen Projekt zur Berufsorientierung im Berufsbildungs- und Technologiezentrum Bensheim für Schüler der achten Jahrgangsstufe hat. Der Boys- und Girls-Day und zwei zweiwöchige Praktika lassen die Jugendlichen die Berufswelt kennenlernen und geben die Gelegenheit, einen guten Anschluss nach dem Abschluss zu finden. „Die Arbeitslehreräume sind sehr gut ausgestattet, unter anderem mit einer CNC-Fräse, damit die Jugendlichen mit Praxiserfahrungen in die Firmen gehen können“, schreibt die Schule weiter.

Seit dem vergangenen Schuljahr sind alle Klassen- und Fachräume mit Smartboards – digitalen Tafeln – der neuesten Generation ausgestattet, die MPS hat in allen Räumen gut funktionierendes und schnelles WLAN. Den Schüler der Sekundarstufe stehen 70 iPads zur Verfügung, die im Unterricht eingesetzt werden.

Fliegendes Künstlerzimmer

Bei der Digitalisierung ist die MPS eine von drei Schulen im Kreis Bergstraße, die vom Kultusministerium als „Digitale Schule“ ausgezeichnet wurde. Im Wahlpflicht-Kurs First-Lego-League machen die Teilnehmer erste Erfahrungen im Programmieren und nehmen regelmäßig an Wettbewerben teil. Im achten Jahrgang der Realschule gibt es eine Laptopklasse.

In Kooperation mit dem Kultus- und dem Wissenschaftsministerium des Landes sowie der Crespo-Stiftung ist die MPS Standort eines „fliegenden Künstlerzimmers“. In einem extra für dieses Projekt entwickelten Gebäude auf dem Schulhof arbeitet der Künstler Fabian Knöbl an drei Tagen in der Woche mit den Schülern an Kunstprojekten. Knöbl wohnt in dieser Zeit in der Schule, so dass er Leben und Lernen an einem Ort verbindet.

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Den Kindern aus der vierten Klassen der benachbarten Grundschulen wurde der naturwissenschaftliche Unterricht in den Fächern Biologie, Physik und Chemie an einem NaWi-Tag präsentiert. Englisch ist an der MPS die erste Fremdsprache. Ab der siebten Klasse können die Schüler des Realschulzweigs Französisch als zweite Fremdsprache wählen. Um das Interesse der Kinder an der Sprache zu wecken, wird vorab schon eine Französisch-AG angeboten.

Die Fachschaft Deutsch bietet außer dem Deutschunterricht eine Leseförderung sowie Unterstützung für Kinder an, die eine Lese-Rechtschreib-Schwäche haben. In der Mediothek stehen den Schülern knapp 3000 Medien zur Verfügung, die sie ausleihen und zur Recherche nutzen können.

Vielseitiger Wahlpflichtunterricht

Zeitzeugengespräche, die Gestaltung des Lautertaler Gottesdienstes zur „Reichspogromnacht“ im November und Exkursionen in Gedenkstätten wie Buchenwald oder Dachau sind Fixpunkte im Fach Gesellschaftslehre, um die Jugendlichen über die schwarzen Stunden der deutschen Geschichte zu informieren und sie stark dafür zu machen, dass sich diese Zeiten nicht wiederholen.

In vielen AG-Angeboten können sich die Schüler außerhalb der Regelunterrichtszeit ausprobieren und unter anderem sportlich betätigen. So verfügt die MPS über 18 Mountainbikes, die auch im Wahlpflichtunterricht genutzt werden. Fußball, Robotik, Kochen und vieles mehr finden sich auf dem AG-Plan für die Jahrgangsstufen 5 bis 10.

Für das Mittagessen sorgt seit Jahren Renate Gärtner, die in ihrer Küche täglich ein frisches Mittagessen mit Produkten aus der Region zubereitet und ein Aushängeschild der Schule ist. red