Nibelungen-Kunstpalast - Judith Quirmbach und Norbert Dörner spielten in Elmshausen Rock, Pop und Blues Lustige und nachdenkliche Texte in Mundart

Von 
Christa Flasche
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Rock, Pop und Blues in Mundart trug das Duo Poisy und Judith (Norbert Dörner und Judith Quirmbach) im Nibelungen-Kunstpalast Elmshausen vor. © Funck

Elmshausen. Wenn Rock, Pop, Blues, Beat und Balladen in hiesiger Mundart vorgetragen werden, dann sind oft auch Poisy und Judith mit von der Party. Das Duo hatte jüngst einen Auftritt im Nibelungen-Kunstpalast Elmshausen. Poisy (Norbert Dörner) wie auch Judith Quirmbach haben ihre Wurzeln im Odenwald und sind damit auch mundartlich entsprechend geprägt.

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Mundart poppig oder gerne auch einmal rockig, das sei ihr Hobby, sagten die beiden und Konzerte seien daher eher selten. Ernstes zum Schmunzeln trifft hier besser zu“, ergänzte Dörner an dieser Stelle. Während er für Gitarre und Gesang steht, begleitet ihn Quirmbach am Keyboard.

Generell gab es zu jedem der Lieder eine kleine Geschichte für die Gäste. So auch bei einem Lied, das die Schulzeit als die allerschönste Zeit bezeichnete. Spaß und Spiel, doch auch die Angst vor den Noten und die vielen Streitereien mit den Lehrern vertonten die beiden genauso wie die wehmütigen Gedanken an diese Zeit im Rückblick. Auch bei einem anderen Stück spielte die Vergangenheit eine Rolle. Musikalisch erzählte Dörner über einen alten Freund, der vergessen hatte, dass er einmal jung war. Besungen wurden die damaligen Pläne, dass man anders sein wollte als die anderen und wie sich der Freund im Laufe der Zeit doch sehr verändert hatte. Zwischendurch ging es beim Duo auch einmal um die ideale Frau und im nächsten Stück um eine kratzbürstige Sie.

Mit Schimpfliedern fing alles an

Beim Musikstil orientiert sich das Duo überwiegend an der Zeit zwischen 1965 und 1973. „Begonnen hat bei mir alles mit Schimpfliedern über jugendfeindliche Kurgäste in Bad König“, erinnerte sich Dörner noch genau. Nach Gesundheitsreform und dem Ausbleiben der Kurgäste wurden eher Probleme zwischen den Geschlechtern und soziale Verhältnisse zum Thema. „Ich bin bestrebt, mit meinen Texten ein gewisses Niveau ohne Klamauk zu bieten“, so Dörner in Ergänzung. Die Lieder des Duos sind trotz ernstem Hintergrund so verfasst, dass das Publikum an vielen Stellen schmunzeln oder sogar lachen musste. Judith Quirmbach kommt ursprünglich aus der Klassik und begann erst durch das Musizieren mit Norbert Dörner vor acht Jahren Lieder seines Genres zu begleiten.

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„Das nächste Lied kennt jeder“, kündigte dieser das Nikolauslied an. Dieser kenne alle Kinder, habe deren Namen in einem Buch stehen und ob sie brav waren oder nicht, so der Inhalt des Stücks. Das kam beim Publikum gut an und einer der Gäste wünschte es sich nochmals als Zugabe am Ende des Konzerts. Spielzeug in Massen, Glockengeläut, Geschiebe und Gedränge sowie Glühwein und klingende Kassen spiegelte das wieder, was sich in der Vorweihnachtszeit bei uns auf den entsprechenden Märkten alljährlich abspielt.

Eigentlich ging es um etwas Ernstes, aber Dörner nahm mit seinem Stück über einen See bei Bad König das dortige Federvieh aufs Korn. Es ging um die vielen Gänse am See, die entsprechende Hinterlassenschaften auf den Wegen am See fallenlassen.

Mehrere Zugaben

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Mit einem flotten Rock’n’Roll-Rhythmus ging es im Programm weiter, bevor die Beobachtungen auf einem Ponyhof rund um ein Techtelmechtel folgten. Mit den letzten Takten kam der erste Zugaberuf aus dem Publikum und der Wunsch nach dem Nikolauslied. Das Duo musste noch einmal nachlegen und freute sich über die Resonanz bei den Gästen.

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In einem der Schlusslieder besang Dörner die Situation, wenn man sich überlegt, ob man nicht besser die Bettdecke wieder über den Kopf ziehen sollte. Die Gäste bedankten sich mit viel Applaus für die amüsanten wie auch nachdenklichen Darbietungen in Mundart.

Freie Autorin