Trinkwasserversorgung - Bürgerliste weist die Kritik der Grünen im Finanzausschuss am Vertrag zum Riedanschluss zurück LBL: Mehrkosten sind eine grüne Fata Morgana

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Thorsten Matzner
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Die Trinkwasser-Übergabestation in Elmshausen. Über die Konditionen des Riedanschlusses wurde im Finanzausschuss gestritten. © Funck

Lautertal. Die Lautertaler Bürgerliste (LBL) weist die Darstellung der Grünen zurück, die Gemeinde zahle für den Bezug von Wasser aus dem hessischen Ried eine halbe Million Euro Geld unnötig an den Wasserbeschaffungsverband in Einhausen. Die Darstellung des Grünen-Gemeindevertreters Udo Rutkowski – laut LBL „bekannt als Mann fürs Grobe“ – im Finanzausschuss der Gemeindevertretung, sei von diesem nicht „zahlentechnisch belegt“ worden, kritisiert die Bürgerliste.

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„Fakt ist, dass in den Tiefzonen Elmshausen und Reichenbach in den Sommermonaten regelmäßig ein Defizit aus dem Wasserdargebot aus unseren Tiefbrunnen und Quellen und dem Verbrauch besteht. Dieses Defizit wird durch den Bezug des sogenannten Riedwassers gedeckt, um die Versorgung der Bevölkerung nicht von Tankwagen abhängig zu machen“, schreibt die LBL in einer Pressemitteilung. Dazu sei 2019 eine moderne Übergabestation für das „Riedwasser“ am Ortseingang von Elmshausen errichtet worden.

Die Gemeinde Lautertal könne die benötigten Wassermengen „nicht an jeder Ecke einkaufen. Da geht es um langjährige Lieferverträge und um vertrauensvolle Beziehungen zwischen Lieferant und Abnehmer und nicht zuletzt um Versorgungssicherheit und die erforderlichen Leitungssysteme.“

So habe sich Lautertal verpflichten müssen, von der Riedgruppe Ost mindestens 87 500 Kubikmeter Wasser im Jahr abzunehmen. Das Wasser sei bei einem Kubikmeter-Preis von etwa 82 Cent allerdings „preiswert und deutlich billiger, als wenn dieses Wasser aus eigenen Quellen oder Tiefbrunnen gewonnen werden müsste“, so die Bürgerliste.

„Brunnen sollten entlastet werden“

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„Das Defizit zwischen Wasserförderung und Verbrauch besteht nun mehrheitlich im Sommer und Herbst, so dass es zwangsläufig zu einem Überangebot von Riedwasser zu anderen Zeiten kommt. Dieses Überangebot – so zumindest die Darstellung von Bürgermeister Andreas Heun vor der Gemeindevertretung – sollte genutzt werden, um die Tiefbrunnen in Elmshausen und der Tiefzone Reichenbach zu entlasten. Hier sollte also die Förderung reduziert werden, um diese Brunnen, die seit Jahren bis zum Anschlag leergepumpt worden waren, zu entlasten und längerfristig eine nachhaltige Wasserentnahme überhaupt sicherzustellen“, erinnert die LBL Das von den Grünen „verteufelte Riedwasser“ weise ausgezeichnete mikrobiologische und lebensmitelhygienische Kennwerte auf, die sich ohne Weiteres mit den Werten des Lautertaler Wassers vergleichen ließen oder sich sogar besser darstellten. „Alles andere ist eine grüne Fata Morgana.“

Das Riedwasser entstehe unter anderem aus den Grundwasserströmen, die vom Odenwald in die Riedebene abflössen. „Wir trinken damit letztlich unser eigenes Odenwaldwasser, wenn auch mit zeitlicher Verzögerung. Ob und wieweit das abgenommenen Riedwasser auch vollständig verbraucht werden kann, indem die Förderung aus den Tiefbrunnen in regelungstechnischen Kreisläufen automatisch reduziert wird, entzieht sich unserer Kenntnis. Hierzu sollte sich Bürgermeister Heun vor der Gemeindevertretung äußern“, fordert die LBL.

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Jedenfalls habe Heun von der Gemeindevertretung den „klaren Auftrag“ erhalten, eine Drosselung der Tiefbrunnenförderung bei einem Überangebot von Riedwasser sicher zu stellen. Damit habe sich die von Udo Rutkowski behauptete halbe Million Euro „in Wohlgefallen aufgelöst“.

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Bei der von Rutkowski aufgemachten Rechnung „handelt es sich um eine für ihn typische Milchmädchenrechnung, die in keiner Art und Weise die Umgebungs- und Rahmenbedingungen berücksichtigt“, so die LBL. „Es bleibt nur die Frage, für wie dumm Udo Rutkowski und die Grünen die Lautertaler Bürger eigentlich halten?“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. tm/red

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Redaktion Lokalredakteur Lautertal/Lindenfels