Natur - Neues Zentrum soll als Anlaufstelle unter anderem für Nutztierhalter dienen Land verspricht mehr Hilfe beim Wolfsschutz

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lhe
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Lautertal/Wiesbaden. Ein neues Wolfszentrum soll in Hessen künftig die Rückkehr des Raubtieres in das Bundesland weiter begleiten. Das Zentrum ist als zentrale Anlaufstelle beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) angesiedelt und für Wolfsmonitoring und -management zuständig, wie das Umweltministerium in Wiesbaden mitteilte.

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Ein neuer Wolfsmanagementplan sei vergangene Woche als Entwurf den Verbänden von Weidetierhaltung, Naturschutz, Landwirtschaft und Jagd vorgestellt worden. „Die Wolfsnachweise der letzten Wochen zeigen, dass wir jederzeit und überall in Hessen mit einem Wolf rechnen müssen“, erläuterte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). „Unser oberstes Ziel sind gemeinsame Rahmenbedingungen, die für alle Beteiligten nachvollziehbar und tragbar sind.“ Das Wolfsmanagement solle ein konfliktarmes Nebeneinander von Wölfen und Weidetierhaltungen ermöglichen.

Unter anderem ist laut Ministerium geplant, Weidetierhalter stärker finanziell zu unterstützen. So soll es beispielsweise zusätzliches Geld für Gebiete mit sesshaften Wölfen geben.

Der Vorsitzende des Hessischen Verbandes für Schafzucht und -haltung, Reinhard Heintz, kritisierte die von der Landesregierung geplanten Maßnahmen als „kompliziert und praxisfern“. Weidetierhalter könnten die Vorgaben oft nicht erfüllen oder die Hürden würden immer höhergesteckt, so dass der Aufwand in keiner gesunden Relation mehr zum möglichen Ergebnis stehe. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Hessen begrüßte dagegen den Plan. „Der Wolf hat in Hessen ein Lebensrecht, aber klar ist auch, dass die Mehraufwendungen in der Nutztierhaltung von der Gemeinschaft getragen werden müssen“, erklärte Naturschutzreferent Thomas Norgall.

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Im Wolfszentrum soll laut Ministerium unter anderem ein Ansprechpartner direkt per E-Mail und telefonisch erreichbar sein und es sollen Einzelpersonen, Tierhalter, Institutionen, Behörden und Verbände beraten werden. „Mit der Gründung des neuen Wolfszentrums Hessen laufen in Sachen Wolf demnächst alle Fäden im HLNUG zusammen“, so HLNUG-Präsident Thomas Schmid. lhe