Gesundheitsversorgung - Landratsamt wehrt sich gegen den Vorwurf des DGB Lautertal/Lindenfels, den Vorderen Odenwald zu vernachlässigen Kreis: Wohnortnahes Impfangebot in Planung

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red
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Lautertal/Lindenfels. Der Kreis Bergstraße reagiert verwundert auf die Aussagen des DGB Lautertal/Lindenfels, die im Rahmen einer Telefon- und Videokonferenz getätigt wurden. Viele Maßnahmen und Projekte, die der Kreis in den vergangenen Jahren initiiert hat, seien offenbar beim DGB in Vergessenheit geraten, heißt es in einer Stellungnahme aus dem Landratsamt. Dabei zeigten genau diese, dass der Kreis Bergstraße den Vorderen Odenwald keinesfalls abgeschrieben hat. Die Kreisverwaltung stärkt vielmehr die medizinische Versorgung vor Ort und baut diese weiter aus. Der Gewerkschaftsbund hatte in einer Pressemitteilung die Impfstrategie kritisiert und unterstellt, der Kreis habe den Vorderen Odenwald nach der Schließung des Luisenkrankenhauses in Lindenfels gesundheitspolitisch abgeschrieben.

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Der Kreis verweist etwa auf das Projekt „PauLa – Psychosoziale Fachkraft auf dem Land“, das die Kreisverwaltung in den neun Kommen des Netzwerks Ortsnahe Versorgung Odenwald (Novo) installiert hat. „PauLa“ ist dabei eine Art Gemeindeschwester, die insbesondere ältere Menschen dabei unterstützt, möglichst lange in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung weiterleben zu können. Außerdem setzt sie sich dafür ein, dass diese Menschen am sozialen Leben vor Ort teilnehmen können und schult Senioren sowie deren Angehörige zu Sturzprophylaxe oder Hilfe bei der Hauswirtschaft.

Lindenfelser MVZ mitgetragen

„Es ist ein absolutes Vorzeigeprojekt in Hessen und wurde zudem erst kürzlich ausgebaut: So gibt es nun zwei PauLas die sich um die Belange der älteren Menschen in den Kommunen Abtsteinach, Birkenau, Fürth, Grasellenbach, Lautertal, Lindenfels, Mörlenbach, Rimbach und Wald-Michelbach kümmern, heißt es in der Replik aus dem Landratsamt.

Ein weiteres wichtiges Angebot für die ortsnahe Versorgung älterer oder anderweitig pflegebedürftiger Menschen im vorderen Odenwald ist die Einrichtung eines zweiten Standortes des Pflegestützpunktes des Kreises Bergstraße in Mörlenbach. Dort erhalten Menschen Hilfe dabei, in ihrer individuellen und oft komplexen Lebenssituation die für sie passgenauen Hilfsangebote zu finden. Die Wahl für den zweiten Standort fiel dabei bewusst auf die Gemeinde im vorderen Odenwald, da sie zentral gelegen und gut erreichbar ist. „So können die vorher oft langen Wege der Odenwälder Kommunen deutlich verkürzt werden, so dass die Bürger wohnortnahe Termine nutzen können und das Angebot besser erreichbar ist“, hebt die Kreisverwaltung hervor.

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Darüber hinaus habe der Kreis die Gründung eines modernen medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) in Lindenfels maßgeblich mitgetragen. In diesem MVZ des Bergsträßer Kreiskrankenhauses sind auch Gynäkologen sowie der ärztliche Bereitschaftsdienst untergebracht.

Zudem unterstütze der Kreis Bergstraße junge Hebammen dabei, sich im Landkreis niederzulassen – nicht zuletzt durch eine finanzielle Unterstützung zur Erstausstattung der Hebammen. Durch diesen Zuschuss habe sich auch im vorderen Odenwald bereits eine Hebamme neu niedergelassen. Mit weiteren interessierten Hebammen und Geburtshelfern sei die Kreisverwaltung in Gesprächen.

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Ein weiteres wichtiges Angebot zur Versorgung junger Eltern sei der Ausbau der Säuglings-Sprechstunden im gesamten Kreisgebiet. Alleine im Vorderen Odenwald gebe es diese Angebote in Fürth, Lautertal, Lindenfels und Mörlenbach. Die Sprechstunden dienten dabei vor allem als erste Anlaufstelle für Eltern, die Fragen zum Stillen, der Gesundheit und Entwicklung des Kindes sowie zum alltäglichen Umgang mit den Säuglingen haben.

Weiterbildung junger Ärzte

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„Auch im Hinblick auf den bevorstehenden Mangel von medizinischem Fachkräfte-Nachwuchs ist der Kreis Bergstraße im Odenwald längst tätig geworden“, heißt es in der Pressemitteilung des Kreises. Mit dem Projekt Landpartie 2.0 sollten angehende Mediziner für die Arbeit in der ländlichen Region begeistert werden.

Auch Hausarztpraxen aus dem Vorderen Odenwald seien an diesem Projekt maßgeblich beteiligt. „All diese Maßnahmen und Projekte zeigen, wie stark wir uns für unseren Landkreis und vor allem auch für die ländlichen Regionen im Odenwald einsetzen. Wenn dies in den Augen mancher lediglich wie eine weiße Salbe aussieht, so ist es doch eine sehr wirksame mit guten Inhaltsstoffen“, antwortet Gesundheitsdezernentin Diana Stolz auf die Kritik der Gewerkschafter: „Ich bin sehr dankbar für alle, die uns bei unseren bisherigen und auch zukünftig geplanten Projekten in Sachen ortsnahe Versorgung unterstützen und freue mich über die vielen Menschen, die diesen Weg konstruktiv begleiten.“

Auch die Planungen für ältere, immobile Menschen ein wohnortnahes Impfangebot sicherzustellen, gebe es längst, schreibt die Kreisverwaltung. Landrat Christian Engelhardt habe dies auch bereits mehrfach öffentlich kommuniziert. So werde derzeit ein Konzept erstellt, in dem festgehalten wird, wie älteren Menschen, die Schwierigkeiten haben, zu einem Impfzentrum zu kommen, um dort gegen das Coronavirus geimpft zu werden.

Ermöglicht werden solle auch, in den jeweiligen Heimatkommunen geimpft zu werden. Dies kann dann der Fall sein, wenn die mobilen Impfteams die Impfungen in den Alten- und Pflegeeinrichtungen abgeschlossen haben. red