Evangelisches Dekanat - Informationsabend am 15. Juni für den nächsten Vorbereitungskurs

Hospizdienst bildet neue Mitarbeiter aus

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red
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Lindenfels. Der Hospizdienst Odenwald des Evangelischen Dekanats Bergstraße will neue Ehrenamtliche gewinnen, die Menschen auf ihrem letzten Lebensweg begleiten und deren Angehörigen beistehen. Der Ausbildungskurs dazu beginnt im September. Einzelheiten erfahren Interessierte bei einer unverbindlichen Informationsveranstaltung am kommenden Dienstag, 15. Juni.

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Die aktiven Hospizbegleiter berichten nah einer Mitteilung des Dekanats einhellig von positiven Erfahrungen mit einem anspruchsvollen Ehrenamt. Armgard Schmitt, die seit 18 Jahren für den Hospizdienst tätig ist, sagt: „Wer sich auf dieses Ehrenamt einlässt, wird sehr Kostbares über sein eigenes Leben erfahren. Ich habe viel gelernt von den Menschen, die ich begleiten durfte.“ Ähnlich äußert sich Andrea Schenk, die seit drei Jahren zum Kreis der Ehrenamtlichen gehört: „Die Arbeit erdet mich, lässt mich erkennen, was wirklich wichtig ist im Leben.“

Rosemarie Wiegand zieht nach 22 Jahren Hospizbegleitung diese Bilanz: „Es ist ein Privileg, mich für Menschen einsetzen zu können, die schwach sind und sie in ihrer letzten Lebensphase zu unterstützen.“ Für Lucia Dietrich waren es die eigenen Erfahrungen, durch die sie vor fünf Jahren motiviert wurde, beim Hospizdienst aktiv zu werden. „Nach jahrelanger Arbeit mit schwerstkranken Menschen war ich oft sehr traurig, wie mit Menschen am Ende ihres Lebens umgegangen wird. Daher war es mir ein Anliegen, dazu beizutragen, wieder ein bisschen mehr Sterbekultur zu schaffen.“

Petra Hildenbeutel hat sich nach eigenen Angaben durch die Ausbildung zur Hospizbegleiterin selbst ein Stück weit besser kennengelernt. „Dadurch kann ich Denkweisen hinterfragen und das Thema Sterben wieder in das Leben holen, statt es zu verdrängen.“ Maria Zelonka, seit fünf Jahren Hospizbegleiterin, sagt: „Die Arbeit bereichert mich. Ich habe es nicht bereut.“ Suta Allert, die seit zehn Jahren dabei ist, betont: „Der Dienst an sterbenden Menschen steht für mich in direktem Zusammenhang mit der Dankbarkeit für unseren Schöpfer und für all die Geschenke, die ich bekomme.“

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Claudia Lenhardt, die seit 2009 zum Team der Ehrenamtlichen gehört, räumt ein, dass es Momente der Selbstzweifel gegeben habe. Doch sie stellt auch klar: „An dem Dienst selbst habe ich nie gezweifelt.“ Stephan Wiederroth, der vor zehn Jahren die Ausbildung absolvierte, betont: „Besondere Herausforderungen konnte ich durch die Unterstützung von unserem Team immer gut meistern.“

Mitfühlen, aber nicht mitleiden

Iris Schmitt hat in den fünf Jahren Hospizdienst die Erfahrung gemacht, dass sie durch dieses Ehrenamt viel zurückbekommt. Wer sich für den neuen Ausbildungskurs interessiert, aber Zweifel hat, ob es das Richtige ist, denen rät sie: „Traut Euch, es lohnt sich.“ Diesen Aufruf teilt Christian Unrath, seit 2019 Hospizbegleiter: „Die Ausbildung, Betreuung und Supervision ist sehr gut. Man wird auch in schwierigen Situationen niemals alleine gelassen.“

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Reiner Knopf, der seit acht Jahren sterbenskranke Menschen begleitet, gibt diesen Rat: „Ihr dürft und müsst Euch auch selbst schützen. Wir fühlen mit, aber wir leiden nicht mit. Hier wird nicht unser Tod gestorben.“

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Ehrenamtliche werden nach Angaben des Hospizdienstes intensiv geschult und auf ihre Aufgaben vorbereitet. Der Ausbildungskurs umfasst 90 Stunden plus ein Praktikum. Für die Mitarbeit sollten Ehrenamtliche ein bis fünf Stunden pro Woche zur Verfügung stehen. „Es ist tatsächlich eine umfangreiche Ausbildung“, betont die hauptamtliche Koordinatorin des Hospizdienstes Felicia Schöner. „Wir wollen den Ehrenamtlichen ein gutes Handwerkszeug mitgeben, damit sie sich sicher fühlen und sie den Bedürfnissen von sterbenden Menschen und deren Angehörigen gerecht werden. Die Ausbildungszeit empfinden viele Ehrenamtliche als eine spannende Zeit, in der sie selbst viel lernen und sich oft auch gestärkt fühlen im Umgang mit eigenen bewegenden Lebensfragen.“

Die Informationsveranstaltung zum neuen Ausbildungskurs am 15. Juni beginnt um 17 Uhr. Sie wird als Videokonferenz stattfinden. Interessierte erhalten nach ihrer Anmeldung die Zugangsdaten. red