Kommunalwahl - Auf der Liste des Ortsverbandes finden sich zahlreiche neue Gesichter Grüne wollen das Lagerdenken überwinden

Von 
Thorsten Matzner
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Der schlechte Zustand des Waldes in Lautertal ist eines der Themen, denen die Grünen sich in den kommenden Jahren annehmen wollen. © koe

Lautertal. Auf der Liste des Grünen-Ortsverbandes Lautertal zur Kommunalwahl am Sonntag, 14. März, sind einige Namen von Leuten zu finden, die bisher nicht mit der Kommunalpolitik in Zusammenhang standen. Der aus der Grünen Liste hervorgegangene Ortsverband wird erstmals auf dem Stimmzettel zu finden sein. Die Liste wurde jetzt von einer Versammlung der Mitarbeiter verabschiedet.

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Die Industriekauffrau Susanne Gabski und der Optikermeister Jörg Gebauer sehen ihre Motivation zur Mitarbeit nah an der Kernbotschaft der Grünen, die mit dem Slogan „Lautertal.Zukunft.Gemeinsam.Gestalten“ in die Wahl gehen werden. Gebauer sagte: „Dieses grüne Statement überzeugt mich. Ich setze mich für grüne Politik in Lautertal ein, weil ich glaube, dass in Zukunft nur gemeinsam mit allen ortsansässigen Parteien und Gruppierungen die politischen und gesellschaftlichen Aufgaben in Lautertal zu bewältigen sind.“

Mehr Verkehrssicherheit

Susanne Gabski engagiert sich schon seit Jahren bei der katholischen Kirchengemeinde St. Andreas in Reichenbach und ist nun ebenfalls Kandidatin der Grünen. „Lagerdenken ist von gestern, wir brauchen zukünftig mehr Kooperation. Ich weiß aus persönlicher Erfahrung, dass die letzten Jahre in Lautertal von einem starken Gegeneinander geprägt waren. Die Grünen sind zu konsensorientierter Politik fähig und fördern weder Ortsteil-, noch Egodenken. Wir müssen auch im Kleinen friedvoll miteinander umgehen. Dann kommen wir weiter“, so Gabski.

Auf dem aussichtsreichen dritten Platz der Liste steht Artan Oseku, Neubürger aus Staffel. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler hat sich bereits für die Verkehrssicherheit in Staffel eingesetzt. Er habe sich damit den Respekt der Bürgerschaft erworben, so die Grünen.

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Zu seiner Motivation sagt Oseku: „Ich bin 2016 aus dem Rhein-Main Gebiet nach Lautertal gezogen und habe dieses schöne Fleckchen Erde seitdem lieben und schätzen gelernt. Mit meiner Kandidatur für die Lautertaler Grünen möchte ich dazu beitragen, dass sich Lautertal nachhaltig, ökologisch und ökonomisch weiterentwickelt und für die zukünftigen gesellschaftspolitischen Herausforderungen erfolgreich aufgestellt ist.“

Ebenfalls auf einem vorderen Platz wurde die Raidelbacherin Jana Kirsch platziert. Kirsch ist gebürtige Lautertalerin und engagierte sich schon jahrelang im Jugendrat der Gemeinde und in der Grünen Jugend Bergstraße.

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Damit ist sie bereits erfahren in der Arbeitsweise von Behörden und den kommunalpolitischen Gremien: „Nachdem ich jahrelang mit unserem Jugendpfleger Peter Schuster zusammengearbeitet habe, weiß ich genau, was uns verloren ging, als man ihn weggemobbt hat. Die Jugendpflege schlecht zu reden und sogar fast abzuschaffen, zeigt soziale Kälte. Man kann nicht alles immer nur über Geld rechtfertigen. Sind junge Menschen nichts wert in Lautertal? Ich arbeite für ein soziales Lautertal in allen Generationen“, sagt Kirsch.

Eine Stimme für die Jugendpflege

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Melanie Blümel, Neubürgerin und Grünen-Kandidatin für den Ortsbeirat Gadernheim, weiß aus privaten und beruflichen Gründen um den Wert sozialpädagogischer Arbeit: „Als zugezogene Familie haben wir vor allem die schöne, geschichtsträchtige Landschaft und die Jugendarbeit in den Vereinen sowie der Jugendpflege in der Gemeinde Lautertal sehr zu schätzen gelernt. Mir ist es wichtig, dass diese wesentlichen Pfeiler der Gemeinde erhalten bleiben. Dafür braucht es eine starke Stimme.“

Ebenfalls aus dem Ortsteil Gadernheim unterstützt Sabine Rutkowski künftig das Mitarbeiterteam der Grünen. Sie möchte dabei ihre berufliche Erfahrung aus dem Schwerpunkt der Budgetverwaltung einbringen. Ihr Ziel sei insbesondere, das Geld transparent und sozial gerecht zu verteilen, sagte Rutkowski: „Es ist überaus wichtig, die Situation der Bürgerschaft im Blick zu halten. Wir müssen daran arbeiten, die Grundsteuer B verantwortungsvoll abzusenken.

Ein weiteres Arbeitsfeld sehe ich in der Begleitung von Vereinen, Bürgern und weiteren lokalen Akteuren, um sie zu ermutigen, neue Wege einzuschlagen, Einnahmen zu generieren. Es muss uns ein Anliegen sein, die vielfältigen gesellschaftlichen Akteure in Lautertal zu erhalten. Sie bieten Lebensqualität pur“, so Sabine Rutkowski.

Mehr für den Naturschutz tun

Stefanie Richter und Philipp Rothfritz aus Reichenbach haben den Grünen aus eher klassischen Motiven die Mitarbeit zugesichert. Stefanie Richter sagte, sie sei privat und als Geopark-Vorort-Begleiter im Felsenmeer viel in der Natur unterwegs. Daher habe sie „das massive Waldsterben gerade in den letzten Jahren sehr entsetzt. Den Naturschutz sehe ich bisher politisch in Lautertal unterrepräsentiert – ein guter Grund endlich politisch bei der Grünen Liste Lautertal aktiv zu werden.“

Philipp Rothfritz sagte, dass er beobachte, wie andere Parteien inzwischen versuchten, klassische Kernbotschaften der Grünen zu kopieren und nachzuahmen, um Stimmenanteile abzuzwacken. „Ich möchte einen Beitrag zu einer nachhaltigen, ökologisch orientierten und menschenzugewandten Weiterentwicklung Lautertals leisten. Hier vertraue ich den Grünen ganz einfach am meisten und unterstütze daher das Original und nicht die Kopie.“ tm/red

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Redaktion Lokalredakteur Lautertal/Lindenfels