Kabarett: Die Wilden Weiber bauten auf der Bühne im Lindenfelser Bürgerhaus ihre Liegestühle auf Eine männliche Kurverwaltung, die auch noch funktioniert

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Lindenfels. "Jetzt oder nie" heißt das aktuelle Programm der "Wilden Weiber", alias Uta Schulte und Elke Drews. Das muntere Duo aus Finkenbach im Odenwald und aus Düsseldorf gastierte im Lindenfelser Bürgerhaus. Und "jetzt oder nie" dachten sich wohl auch die vielen Comedy-Fans, die für ein ausverkauftes Bürgerhaus und eine Zusatzvorstellung am Folgetag im Burgstädtchen sorgten.

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Klaus Johe vom Kur- und Tourismusbüro war jedenfalls mit dem Besucherandrang sehr zufrieden, zumal die beiden Ulknudeln nicht mit Lob für den Lindenfelser Kurdirektor geizten - immerhin, so die beiden Wilden Weiber, sei er die "einzige bundesweit funktionierende männliche Kurverwaltung" im Land.

Die Besucher indes waren überwiegend weiblich, die wenigen männlichen Gäste wurden gleich von den beiden Damen von der Bühne herunter - und passend zum Weltfrauentag - ins Programm einbezogen. Situationskomik und Klamauk, aber auch spitzfindige Kommentare, so präsentierten sich Uta Schulte und Elke Drews auf der Lindenfelser Bühne.

Da wird der Rhein-Herne-Kanal mal eben knapp hinter die Lindenfelser Burg verlegt und die Liegestühle auf der Bühne im Bürgerhaus sorgten für Urlaubsstimmung bei den Wilden Weibern. Aus jenen Stühlen heraus lässt sich prima das badende Publikum auf der anderen Seite des Kanals beobachten.

Männer in knappen Badehosen

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Urkomisch, wie die beiden Tratschweiber versuchen, ihr Strandmobiliar auf einem geeigneten Stückchen "am Kanal" in Stellung zu bringen. Beinahe hätten sie noch die Terrassenmöbel mit zum Kanal gebracht. Die Korbsessel hätten zwar durchaus in die Straßenbahn gepasst, aber für die beiden Sonnenanbeterinnen wäre der Platz in der Tram knapp geworden, worauf die Damen sich dann doch kurzfristig für traditionelle Liegestühle entschieden hatten. Gestärkt mit Kartoffelsalat und ausgerüstet mit einem Fernglas geht es dann los und zum Ziel werden - natürlich - die badenden Männer in ihren interessanten Badehosen.

Dabei gilt durchaus die Devise: je knapper je besser. Wenn nur der Strand keine Schlammlöcher hätte. Aber die verdanke man halt der Grünen-Politik.

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Da wird der Klappstuhl zum Gymnastikobjekt, und der Finanzminister bekommt eine Rolle in dem Remake von Cas(s)a-blanca zugeteilt. "Schau mir in die (Finanz)löcher Kleines" bringt das Publikum im Lindenfelser Bürgerhaus in Stimmung, und den Vergleich der Steuerpolitik mit einem Golfspiel konnten die Zuschauerinnen bestätigen: "Hangeln von Loch zu Loch und abschließend ein Handicap".

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Erstaunliche Themen hatten die Wilden Weiber zu bieten, und irgendwie sprachen sie dabei den vielen weiblichen Zuschauern doch aus dem Herzen. Diäten war so ein Thema, Biokost und die Preisentwicklungen im Supermarkt und natürlich die Abwrackprämie. Einen praktischen Tipp zur Umsetzung der vereinfachten Buchführung hatten die beiden natürlich auch parat: "Einfach alles verprassen."

Nächtliche Touren auf dem Schiff

Beim Schiffe beobachten auf dem, mittlerweile durch das Lindenfelser Bürgerhaus fließenden, Rhein-Herne-Kanal, träumen die beiden von einer Kreuzfahrt auf dem Traumschiff: Büfett, Kapitänsdinner und nächtliche Touren durch die Kajüten kamen beim Publikum gut an. Leider bleibt es bei den Preisen für eine Schiffsreise bei einem Traum, womit sich auch der Name "Traumschiff" erklärte.

Deswegen werde es auch nichts mit einer Reise zur Verdi-Oper nach Verona. Die Reise mit der "Aida" sei zu teuer - und Verdi sei ja gar keine Oper, sondern, leider, eine nicht singende Gewerkschaft. Eigentlich schade - oder doch nicht? cs