Verschwisterung - Rosamund Gray über das Leben in der Lautertaler Partnergemeinde Radlett in den Zeiten der Corona-Krise Der Schrebergarten ersetzt den Strand

Von 
Walter Koepff
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Lautertal. Rosamund Gray aus Radlett ist in Lautertal keine Unbekannte, hat sie doch die Odenwaldgemeinde schon oft besucht und in Lautertals englischer Partnerstadt sehr viel für die Verschwisterung von Radlett und Lautertal getan. So hat Gray nicht nur eine Verbindung zwischen den Tennisclubs auf beiden Seiten des Ärmelkanals hergestellt, sondern als Vorsitzende der Radlett Choral Society 1999 das gemeinsame Singen von Beethovens Ode an die Freude mit den Lautertaler Gesangvereinen in der Lautertalhalle mitorganisiert.

Rosamund Gray © koe
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Dies sei für viele im Chor das „Highlight“ der Städtepartnerschaftsbegegnungen gewesen, sagt Rosamund Gray. 200 Sänger aus England und den Ortsteilen von Lautertal hatten unter der Leitung von Musikdirektor Clive Fairbairn vor über 500 Gästen die Ode gleich zweimal gesungen. Die Ode an die Freude sei gerade jetzt in der Zeit des Virus besonders wichtig, betont Gray. Sie werde den „herrlichen Gemeinschaftsgeist zwischen unseren beiden Gemeinschaften bei diesem viertägigen Besuch nie vergessen“.

Gray übermittelte Grüße des ehemaligen Vorsitzenden des Verschwisterungsvereins RAIFA, Paul Marley. Über die momentane Situation in Radlett berichtete Rosamund Gray, dass die Bürger in den Zeiten des „Lock-down“ nur jeweils mit einem Familienmitglied zusammenkommen dürften, dass man nur das Wesentliche einkaufen, Arznei in der Apotheke abholen dürfe, wenn man jünger als 70 Jahre sei.

Wer nicht von zu Hause aus arbeiten könne, dem sei es erlaubt, zur Arbeit zu fahren. Sie ist froh, dass es weiter möglich sei, in den Schrebergärten zu arbeiten, vorausgesetzt, man hält Abstand ein. Zuwinken sei jedoch ohne Einschränkung erlaubt. Dank ihres Schrebergartens könne sie sich teilweise selbst versorgen. Das Angebaute werde geerntet und eingefroren. Der um das Haus wachsende Wein – Rosé und Rotwein – werde von ihrem Sohn verkorkt, so Rosamund Gray. Manche Trauben schmeckten wie Cognac, falls die Vögel etwas übrig gelassen hätten.

Peggy Rawlings gestorben

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Allerdings kann ihr Sohn Gray momentan nicht besuchen, da er in einem anderen Haushalt in St. Albans wohnt. Im Park sitzen ist ebenso verboten wie der Aufenthalt am Strand. Familientreffen sind untersagt, außer mit denjenigen, die unter demselben Dach wohnen. Schulen, nicht lebensnotwendige Geschäfte, Kirchen, Synagogen, Pubs, Restaurants sind geschlossen.

Sie komme mit der Situation zurecht, erklärt Rosamund Gray. Sie habe genug im Haus und mit ihren Hobbys zu tun: Musik hören und den Vorbereitungen für ein nächstes Konzert vielleicht im Herbst. Sie wünsche den Lautertalern, dass alle gesund bleiben.

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Rosamund Gray berichtete auch über den Tod von Peggy Rawlings, die in einem Heim in der Nähe von Aylesbury in sehr hohem Alter verstorben sei. Sie war vor vielen Jahren aus Radlett weggezogen. Ihr Ehemann, Harry Rawlings, hatte als Chairman of the Radlett Parish Council die Urkunden zur Verschwisterung mit Lautertal unterzeichnet.

Freie Autorenschaft Nach Anfängen bei der Schülerzeitung "Kurfürst" des Bensheimer Alten Kurfürstlichen Gymnasiums (AKG), Freier Mitarbeiter bei der Lindenfelser Wochenzeitung "Samstag", 1972 Wechsel zum Bergsträßer Anzeiger. Pressemäßig in Wort und Bild in Lautertal tätig.