Verschönerungsverein Reichenbach - Bauprojekt auf dem Marktplatz wurde wegen des Winterwetters unterbrochen Der neue Brunnen soll bald fertig sein

Von 
Walter Koepff
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Zwar noch nicht fertig, aber schon funktionstüchtig ist der neue Brunnen auf dem Reichenbacher Marktplatz. © koe

Reichenbach. Noch eingesperrt, aber schon in Betrieb ist der neue Marktplatzbrunnen in Reichenbach. Kurz vor dem Wintereinbruch war das neue Schmuckstück auf dem Marktplatz vom Verschönerungsverein Reichenbach (VVR) aufgestellt worden.

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Wie der Hauptorganisator der Baumaßnahme, Albrecht Kaffenberger, mitteilte, warten die Helfer des VVR nun auf wärmeres Wetter, um das Bauwerk fertigzustellen. Noch fehlten Verkleidungen, wofür weitere Steine benötigt würden. Auch die Gestaltung rund um den Brunnen müsse noch fertiggestellt werden.

Der Vorstand des Verschönerungsvereins hatte beschlossen, der Gemeinde Lautertal einen neuen Marktplatzbrunnen zu stiften. Danach musste alles noch im alten Jahr schnell gehen, da VVR-Rechner Albrecht Kaffenberger den verringerten Mehrwertsteuersatz nutzen wollte, um Geld zu sparen. Bei der veranschlagten Bausumme von 20 000 Euro ging es immerhin um 600 Euro.

Keine Kosten für die Gemeinde

In diesem Zusammenhang betonte Kaffenberger, dass der neue Brunnen die Gemeinde kein Geld kosten werde. Der Verein übernehme nicht nur die Kosten für das Bauwerk selbst, sondern auch die Leistungen der Mitarbeiter des KMB-Bauhofservices. Darüber hinaus erledigten die Helfer des Vereins alle übrigen Arbeiten.

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Angefangen hatte die Baumaßnahme Anfang Dezember mit dem Abriss des alten und seit Jahren ungeliebten sogenannten Pariser Brunnens durch zwei Mitarbeiter des Bauhofservices. Mit einem Bagger und der Mithilfe von sechs Mitgliedern des Verschönerungsvereins wurde dem alten Brunnen zu Leibe gerückt.

Die schweren Granitteile der Abdeckung sowie der turmartige Brunnenaufsatz wurden auf einen Transportanhänger verladen. Danach wurde mit einem schweren Abrisshammer der alte Betonsockel entfernt. Die Baugrube wurde abschließend mit einem Bauzaun gesichert.

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Wenige Tage später machten sich Albrecht Kaffenberger, Helmut Fassinger, Hans Meier, Eberhard Mößinger, Siegfried Oettmeier und Klaus Essinger mit Thomas Moritz vom Bauhofservice daran, eine neue Verschalung anzufertigen und mit Beton zu füllen.

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Am 18. Dezember wurde der neue Brunnen dann aufgebaut. Das Brunnen-Team, bestehend aus Herbert Kindinger, Albrecht Kaffenberger, Klaus Essinger, Eberhard Mößinger, Helmut Fassinger, Philipp Degenhardt und Friedrich Krichbaum wartete auf den Lastwagen der Destag samt zweier Fachkräfte, die die Brunnenteile mittels eines hydraulischen Krans an ihren neuen Standort heben sollten.

Es war beeindruckend zu sehen, wie die schweren Bauteile mit Hilfe einer Fernsteuerung millimetergenau an ihren neuen Standort gehievt wurden. Dabei mussten Bolzen in vorbereitete Löcher eingeführt werden. Die bereits vorhandene Wasserzuleitung durfte nicht beschädigt werden.

Pläne von Herbert Kindinger

Der zunächst aufgestellten Brunnensäule folgten die drei Becken in unterschiedlicher Höhe und Größe, durch die inzwischen bereits das Wasser strömt, nachdem Helmut Fassinger und Klaus Essinger den Anschluss hergestellt haben. Essinger fertigte außerdem die Abstellfläche unter dem Zulaufrohr an, die für Gießkannen und Eimer genutzt werden kann. Die Überläufe aus Edelstahl sind von der Firma Reichenbacher Apparatebau spendiert worden, ebenso die sternförmige Rosette am Brunnenrohr.

Die neue Anlage wurde nach den Plänen von Herbert Kindinger hergestellt. Die Firma Destag besorgte das Material aus China. Albrecht Kaffenberger bemerkte, dass der Verschönerungsverein froh darüber sei, den seit über 130 Jahren bestehenden Betrieb im Ort zu haben. Heute werde von der Destag zwar kein Granit mehr im Felsberg abgebaut, dafür aber Material aus allen Teilen der Welt verarbeitet und verkauft. Über einen Preisnachlass der Firma freute sich Kaffenberger als VVR-Rechner besonders.

Die noch fehlende Pflasterung rund um den Brunnen und die bereits ausgewählten Granitsteine sollen eingebaut werden, sobald es die Witterung zulässt. Ein Dank des VVR ging an Herbert Kindinger, der von der Planung bis zum Aufbau dabei war. Der Steinfachmann Kindinger gestaltete das Aussehen und die auf der Brunnensäule eingelassenen Wappen von Lautertal und Reichenbach, sowie die Aufschrift, die den VVR als Stifter nennt.

Sobald es die Corona-Bedingungen zulassen, soll der neue Marktbrunnen außerdem gebührend eingeweiht werden.

Freie Autorenschaft Nach Anfängen bei der Schülerzeitung "Kurfürst" des Bensheimer Alten Kurfürstlichen Gymnasiums (AKG), Freier Mitarbeiter bei der Lindenfelser Wochenzeitung "Samstag", 1972 Wechsel zum Bergsträßer Anzeiger. Pressemäßig in Wort und Bild in Lautertal tätig.