Naturschutz - Im ersten Teil einer Online-Veranstaltungsreihe informierte die Grüne Liste über den Landschaftspflegeverband, der bald gegründet werden soll Biotope in Lautertal sollen erhalten werden

Von 
Jutta Haas
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Winterliche Idylle in Lautertal: Um die Kulturlandschaft zu erhalten, gründet der Kreis Bergstraße einen Landschaftspflegeverband, dem auch Lautertal beitreten will. © Funck

Lautertal. Eine Informationsreihe haben die Mitglieder des Ortsverbandes der Grünen Liste Lautertal gestartet. Mit Hilfe eines sogenannten Webinars wurde es möglich, dass Interessierte zu Hause an ihren Computern den Online-Beiträgen folgten und auch Fragen stellen konnten. Thematisiert werden in dieser Informationsreihe Themen, für die nach Meinung der Mitglieder der Grünen Liste „ein erhöhter Handlungsbedarf besteht“.

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In der ersten Runde ging es nun um den Erhalt der Kulturlandschaft mit ihren unterschiedlichen Lebensräumen und es wurde über die Situation und auch die Möglichkeiten des Erhalts des Waldes informiert. Als Experten für die Vorträge begrüßte im Webinar Udo Rutkowski Martin Schaarschmidt, der über den Landschaftspflegeverband referierte, und den Forstwissenschaftler Martin Bertram. Der Vortrag von Martin Bertram trug den Titel „Hat unser Wald noch Zukunft oder droht uns eine Steppenlandschaft?“. Im Laufe des Abends sollte sich herausstellen, dass beide Vorträge sich ergänzen, was dann auch in der Diskussionsrunde deutlich wurde.

Wie Udo Rutkowski zu Beginn des Abends informierte, ist im Kreis Bergstraße die Gründung eines Landschaftspflegeverbandes in Planung. „Nach der Kommunalwahl könnte eine Gründungsversammlung stattfinden. Im Lautertal gibt es in der Gemeindevertreterversammlung zwei Anträge von der CDU und den Grünen, sich am Landschaftspflegeverband zu beteiligen. Mit großer Mehrheit stimmten die Vertreter der Gemeindeversammlung einer Absichtserklärung dem Landschaftspflegeverband beizutreten zu. Es wurde der Beschluss gefasst, das Thema dem Umweltausschuss weiterzuleiten“, informierte Udo Rutkowski zu Beginn des Abends.

Gruppen wirken zusammen

Mit einem Landschaftspflegeverband kennt sich Martin Schaarschmidt aus, er betreut den Landschaftspflegeverband im Rhein-Neckar-Kreis. Im Kreis Bergstraße ist er ehrenamtlich in dem Gremium, das sich mit den Vorbereitungen zur Gründung des Verbandes beschäftigt. Eine Gründung eines Landschaftspflegeprogramms im Kreis und auch die Teilnahme der Gemeinde Lautertal im Verband sieht er als wichtig an. In der Gemeinde gibt es zum Thema einiges zu tun, was Schaarschmidt im Laufe seines Vortrages näher erläuterte.

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Im Landschaftspflegeverband wirken die Kommunen, Landwirte und Naturschutzvereine gleichberechtigt. Der Verband dient als Ansprechpartner, er kann mit seinem Wissen und seinen Kontaktmöglichkeiten Kommunen, Landwirte und ehrenamtlich Tätige entlasten. Das Ausschöpfen von vorhandenen Fördermitteln ist ein wichtiger Faktor bei der Umsetzung von Projekten.

Die zu planenden Projekte eines Landschaftspflegeverbandes haben das Ziel, die Vielfalt der Kulturlandschaft zu fördern, was sich wie Martin Schaarschmidt an Beispielen zeigte, schlussendlich positiv auf Flora und Fauna auswirkt. So können die regionalen Besonderheiten der Kulturlandschaft erhalten bleiben. Eine nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft und umweltverträgliche Landnutzung werden sich positiv auf natürliche und naturnahe Lebensräume auswirken. Landwirte könnten mit Pflegemaßnahmen beauftragt werden und dafür auch Fördergelder erhalten.

Viel Potenzial im Odenwald

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Die Arbeit des Landschaftspflegeverbands beginnt mit einer Projektidee, die von Naturschutzverbänden, Landwirten, Privatpersonen oder Kommunen genannt wird. Nach der Prüfung von Fördermöglichkeiten, nach Absprachen und Beschlüssen im Vorstand und der Mitgliederversammlung kann die Umsetzung gestartet werden. Im Lautertal gibt es bereits Ideen, wo ein Landschaftspflegeverband aktiv werden kann. Das sind Entbuschungsmaßnahmen, die Wiederherstellung ehemaliger Grünflächen, Beweidungsprojekte, Maßnahmen zum Erhalt der Streuobstwiesen und Artenschutzprojekte durch Biotoppflege oder Wiederherstellung von Biotopen.

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Im zweiten Vortrag ging der Forstwissenschaftler Martin Bertram auf den „Klimafaktor Wald“ ein. Das ist für Lautertal ein wichtiges Thema, hat er doch am Felsberg einen hochwertigen Buchenwald, der mit seinen Felsen, Höhlen und Blockschutthalten als Naturschutzgebiet auswiesen, ist und auch auf europäischer Ebene zu den Natura-2000-Schutzgebieten zählt. Störungen durch intensive forstwirtschaftliche Tätigkeiten in diesem Wald müssen vermieden werden, damit dieser Wald nicht zu einer Steppenlandschaft wird, so seine Feststellung. „Die Gemeinde Lautertal und die Privatwaldbesitzer haben es in der Hand den Wald zu retten“, war das Fazit seines Vortrages. „Wir können mitreden, was im Wald angepflanzt wird. Alles Menschengemachte kann abgestellt werden. Eine Waldstrategie wird gebraucht und dem Dienstleister muss gesagt werden, was gewollt ist. Eure Aufgabe und Pflicht ist es sich für den Erhalt des Waldes einzusetzen. Dazu gehört auch die Lenkung der Besucherströme auf den Wanderwegen.“

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