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BI Schmelzig - Nach Ansicht der Vertreter der Bürgerinitiative wurde das Thema Hochwasserschutz zu lange ausgeblendet

BI Schmelzig in Elmshausen will zusätzliche Rückhaltebecken

Von 
red/kbw
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Lautertal. Das Thema Hochwasserschutz wird nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zwar auch in Lautertal viel diskutiert. Nach Ansicht von Vertretern der Bürgerinitiative BI Schmelzig hat das „urplötzliche Engagement“ der Verantwortlichen aber einen „faden Beigeschmack“.

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In der Augustsitzung der Gemeindevertretung 2020 hatte die CDU-Fraktion eine Anfrage zum Staudamm oberhalb von Reichenbach eingereicht. In der Folgezeit habe es außer der Information, dass ein zweiter Überlauf notwendig sei, keine öffentlichen Verlautbarungen zu dem Thema gegeben, kritisieren die Mitglieder der Bürgerinitiative.

Irritierend ist aus ihrer Sicht, dass der Gewässerverband nach eigenen Angaben schon im September 2020 Kontakt zu Gemeindevertretern und sie über Überprüfungen des Staudamms unterrichtet habe, jedoch erst bei einer Ortsbeiratssitzung im Juni die Rede vom Eingang einer Stellungnahme des Gewässerverbandes die Rede gewesen sei. „Hier besteht nach Meinung der BI dringender Aufklärungsbedarf“, heißt es in der Pressemitteilung.

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Seit Beginn des zweiten Verfahrens zum Bebauungsplan des „Schmelzig“ Anfang 2018, habe die BI neben den dort bekannten Problemen auf das Thema Hochwasserschutz hingewiesen, sei aber auf taube Ohren gestoßen, fahren die Autoren fort. Auch Aussagen von Gewässerverband und Regierungspräsidium, die Baugebiete Destag/Steinaue sowie Schmelzig verschlechterten die Belastung kaum, sehen die Vertreter der Bürgerinitiatve skeptisch. Da die Datengrundlage für die Berechnungen der Belastbarkeit aus dem Jahr 1987 stammen, forderten sie eine Neuberechnung.

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Trotz der „Fast-Katastrophe“ des Jahres 2007 sei der Hochwasserschutz im Lautertal komplett vernachlässigt, heißt es von der Initiative weiter. Auf Leserbriefe von BI-Mitgliedern zum Thema Hochwasserschutz, habe es seitens der Gemeinde oder der Fraktionen keinerlei Reaktion gegeben. Die Einleitung von immer mehr Oberflächenwasser in die Lauter, nicht nur bei Starkregen werde zu erheblichen Problemen führen, fürchten sie. Die in der Planung befindlichen Neubaugebiete Destag, Schmelzig und der Schönberger „Seeberg“ trügen dazu bei.

Zur Zeit der Berechnung zum Oberflächenwasser des Schmelzig von 1987 sei von den Baugebieten Destag und dem Seeberg noch lange keine Rede gewesen, geben die Mitglieder Bürgerinitiative zu bedenken. Sie fragen sich, ob die damalige Einschätzung zum Rückhaltebecken weiterhin uneingeschränkt gilt. „Offensichtlich ist man nach 13 Jahren, auch auf Grund der Neubaugebiete, in Zugzwang geraten, befindet sich aber in einem Dilemma zwischen Hochwasserschutz und den Interessen der Investoren. Bis zur westdeutschen Flutkatastrophe wurde das Erreichen hiesiger Kapazitätsgrenzen komplett ausgeblendet“, fürchten die Autoren der Pressemitteilung. Stellungnahmen aus dem Gewässerverband vom Juli gegenüber dieser Zeitung, Lautertal sei in einer ähnlichen Lage wie die Hochwassergebiete in Westdeutschland, halten die Verfasser für einen Widerspruch zu älteren Äußerungen.

Vor dem Hintergrund von Millionengewinnen für Investoren fordere die BI deren Beteiligung an der Finanzierung des Hochwasserschutzes. Eine zwingende Maßnahme seien gesonderte Rückhaltebecken an den Baugebieten. Der Zweck des Staudammes, „die Lauter im Unterlauf zu entlasten“, werde mit den Neubaugebieten ausgehebelt. Noch gravierender sei die Feststellung des Gewässerverbandes, dass es trotz Staudammes zu Hochwasserereignissen in den tieferen Regionen der Lauter kommen könnte. Um die Wassermenge für 30 Minuten zu regulieren, sei am Baugebiet ein Rückhaltebecken von knapp 500 Kubikmetern nötig. Ob für das Baugebiet Destag Berechnungen vorliegen, sei nicht bekannt.

Es sei undenkbar, dass sich Gemeindevertreter gegen eine solche Maßnahme aussprechen. „War das Verhalten zum Thema Hochwasserschutz und Neubaugebiete aller politisch und fachbehördlich Beteiligter aus Sicht der BI bis dato völlig inakzeptabel, so ist es jetzt nach der westdeutschen Flutkatastrophe, in der Rückschau betrachtet und in Bezug auf hiesige Gegebenheiten, als unverantwortlich anzusehen“, heißt es gegen Ende der Pressemitteilung.

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Die Einlassung von Bürgermeister Andreas Heun auch die Bürger müssten etwas tun, vor allem „diejenigen die an einem Bach wohnen“, sei sicherlich ein gut gemeinter Rat, vor dem gesamten Hintergrund aber „äußerst unsensibel“. red/kbw

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