Neujahrsansprache - Lautertals Bürgermeister Andreas Heun blickt „verhalten optimistisch“ auf das neue Jahr Auch 2021 ist Sorgfalt gefordert

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Der verschneite Lautertaler Ortsteil Gadernheim. In seiner Neujahrsansprache schwört Bürgermeister Andreas Heun die Bevölkerung auf die Herausforderungen des Jahres 2021 ein. © Dietmar Funck

Wegen der Corona-Pandemie hat die Gemeinde Lautertal auf einen Neujahrsempfang verzichtet. Dennoch hat Bürgermeister Andreas Heun eine Neujahrsansprache verfasst, die auch als Video auf der Internet-Seite der Gemeinde veröffentlicht wurde.

Bürgermeister ruft zur Teilnahme an der Kommunalwahl auf

Lautertals Bürgermeister Andreas Heun hat die Bürger zur Teilnahme an der Kommunalwahl am 14. März aufgerufen. In seiner Neujahrsansprache stellte Heun fest, zu einer gelebten Demokratie zählten auch der Streit und der Wettbewerb um die besten Ideen. Die Kommunalwahl betreffe die Bürger unter anderem mit der Wahl neuer Ortsbeiräte und einer neuen Gemeindevertretung ganz unmittelbar.

Es stehe aber auch die Landratswahl und die Wahl eines neuen Kreistags an, gab Heun zu bedenken. „Gehen Sie bitte wählen, beteiligen Sie sich und nehmen Sie durch Ihre Wahl Einfluss auf die Geschehnisse in unserer Gemeinde, die wir selbst gestalten und beeinflussen können. Demokratie ist nicht immer leicht. Demokratie bedeutet Konsens und Konflikt. Demokratie kann nur gelingen, wenn die Bürgerinnen und Bürger sich aktiv beteiligen und engagieren. Allen Kandidatinnen und Kandidaten, die sich zur Wahl stellen gebührt Respekt und Anerkennung, wie auch allen, die in den vergangenen fünf Jahren in diesen Gremien tätig waren“, appellierte der Rathauschef.

Heun sagte, er freue sich auf eine weiterhin „konstruktive und sachliche Arbeit zum Wohl unserer Gemeinde. Lautertal ist mir ans Herz gewachsen und bewegt mich sehr. Auch wenn es nicht immer leicht ist, bereitet mir die tägliche Arbeit nach wie vor große Freude. Es ist eine ehrenvolle Aufgabe, mich gerade in diesen Zeiten um unsere Gemeinde und ihre Anliegen kümmern zu dürfen.“

Hein erneuerte sein Angebot zu Gesprächen und Begegnungen mit den Lautertaler Bürgern. Deren Anliegen und Wünsche seien für ihn interessant, der „direkte Draht“ sehr wichtig. Die Bürger könnten sicher sein, dass im Rathaus alle Anliegen ernst genomen würden und die Verwaltung mit Rat und Tat zur Seite stehe, auch wenn es nicht immer einvernehmliche Lösungen geben könne.

„Zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Gemeindevorstand, der Gemeindevertretung, den Ortsbeiräten und nicht zuletzt mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus suchen wir dabei immer nach den besten Lösungen für Sie und unser Lautertal“, schloss Heun seine Neujahrsansprache. tm/red

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Heun weist darin auf die „enorme Belastung“ durch die Corona-Pandemie hin. „Vieles ist seit dem März 2020 nicht mehr so, wie wir es kennen oder gewohnt sind und wir sind gezwungen, uns auf diese Situation einzulassen. Wir lieben die Gemeinschaft und die Geselligkeit und brauchen die Nähe zu anderen, die uns am Herzen liegen. Gemeinschaftliches Erleben und gesellig zu sein ist aber aktuell nur eingeschränkt bis gar nicht möglich.“

Nur mit Solidarität könne die Gemeinde „dem Virus die Stirn bieten“. Jeder sei im Rahmen seiner Möglichkeiten eines von vielen Mosaiksteinchen auf dem Weg zurück in ein normales Leben. Heun bedankte sich bei den Bürgern, die über das übliche Maß hinaus auf vielfältige Weise gefordert seien: „Menschen in den Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, bei der Feuerwehr, den Polizei- und Sicherheitskräften, den Rettungs- oder Notdiensten, im Einzelhandel oder auch bei der Versorgung mit Strom, Gas und Wasser, um nur einige zu nennen.“

Stolz auf Engagement der Bürger

Ein Dank gelte auch den Mitarbeitern Verwaltung, „denen ich im vergangenen Jahr sicher wieder Einiges abverlangt habe“, sowie den Ehrenamtlichen in Vereinen, Organisationen und Kirchen, die Lautertal liebens- und lebenswert machten. „Die Gemeinde kann stolz sein auf die vielen Menschen, die aus Überzeugung mit ihrem Wissen, ihrem Können und ihrem Engagement einen wichtigen Beitrag leisten“, so Heun.

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Im vergangenen Jahr seien wichtige Infrastrukturprojekte und Investitionen fortgeführt worden. Heun nannte als Beispiel die Investitionen in die Wasserversorgung. Das Pumpwerk in der Hohensteiner Straße in Reichenbach sei erneuert und ein Teil des Leitungsnetzes saniert worden. „Auch im Rathaus haben wir investiert und die EDV in der Gemeindeverwaltung auf den neuesten Stand gebracht. Nur so ist es möglich, nach und nach alle relevanten Angebote zukünftig in digitaler Form und Online anbieten zu können.“

Grundstückskauf als Meilenstein

Als „wichtigen Meilenstein“ bezeichnete der Bürgermeister die Entscheidung, ein Grundstück an der Lautertalhalle anzukaufen, um darauf eine „neue, moderne und den pädagogischen Ansprüchen gerecht werdende Kindertagesstätte“ bauen zu können. Baumaßnahmen an den Feuerwehr-Stützpunkten in Reichenbach und Schannenbach seien abgeschlossen worden, wobei hierbei viele Leistungen durch ehrenamtliches Engagement erbracht worden seien, erinnerte Heun. Eine gute Ausstattung der Feuerwehr sei Voraussetzung dafür, „die Motivation und Begeisterung bei den ehrenamtlichen Einsatzkräften zu fördern und zu entwickeln. Aus Gesprächen mit Kollegen und Kolleginnen aus den umliegenden Kommunen kann ich berichten, dass uns viele um unsere tüchtige Wehr und deren Einsatzbereitschaft beneiden.“

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Es sei aber auch gelungen, weitere Schulden abzubauen. Durch ein gutes Jahresergebnis 2019 habe Lautertal die aus dem Vertrag mit dem Land Hessen geschlossene Vereinbarung zur Hessenkasse erfüllen können. Durch die Entlassung aus dem Schutzschirm sei die Kommune „handlungsfähiger geworden und heute in der Lage, einmal eine Krise oder ein schlechteres Jahr kompensieren zu können. Wir haben sparsam gewirtschaftet, so dass trotz des schwierigen Corona-Jahres 2020 keine Kassenkredite benötigt wurden. Gewerbesteuerausfälle von etwa 30 Prozent konnten wir weitgehend mit der Hilfe des Landes Hessen ausgleichen.“

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Er sei weiterhin „verhalten optimistisch“. Aber die Gemeinde müsse mit Weitblick und mit großer Sorgfalt die „konservative, nachhaltige Finanzpolitik“ fortsetzen. „Derzeit gibt es leider keine Spielräume für zusätzliche Aufgaben und Verpflichtungen. Hier sind wir nicht alleine, denn nach wie vor kann die Lage der kommunalen Haushalte als angespannt bezeichnet werden. Um es klar zu sagen: Die zu erwartenden Belastungen können die Kommunen keinesfalls allein tragen. Die Städte und Gemeinden benötigen in den kommenden Jahren dringend finanzielle Unterstützung. Darin bin ich mir mit vielen meiner Kolleginnen und Kollegen einig. Das ist auch im Interesse der Bürgerinnen und Bürger. Denn gerade in der Krise brauchen wir handlungsfähige Kommunen, die investieren und die Wirtschaft wieder in Schwung bringen können.“ Die Kommunalvertreter der politischen Parteien in Lautertal rief Heun dazu auf, sich innerhalb ihrer Parteien für Verbesserungen einzusetzen.

Im Jahr 2021 besteht die Partnerschaft Lautertals mit der italienischen Gemeinde Dogliani seit fünf Jahren. Der Partnerschaftsverein APEG habe bereits mit den Vorbereitungen für ein Treffen und eine Jubiläumsfeier begonnen. Geplant sei dies für den Mai, soweit es die Pandemie zulasse. Noch nachgeholt werden soll die Feier des 40-jährigen Bestehens des APEG, die im vergangenen Jahr abgesagt wurde. tm/red