Umwelt - Die Idee, im Kreis Bergstraße einen Landschaftspflegeverband zu gründen, entstand auf der Biodiversitätskonferenz Ansprechpartner für Kommunen, Landwirte und Vereine

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jhs
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Lautertal. Landschaftspflegeverbände gibt es seit 25 Jahren in Bayern und sie haben sich dort bewährt. Im Kreis Bergstraße fand vor einem Jahr die Biodiversitätskonferenz statt. Dort wurde darüber nachgedacht, dass die Gründung eines solchen Verbandes im Kreis Bergstraße von Vorteil sein kann. In der Gemeinde Lautertal gibt es nach der jüngsten Gemeindevertreterversammlung eine Absichtserklärung dem Landschaftspflegeverband beizutreten, wenn er gegründet ist.

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Über die Aufgaben und Ziele eines Landschaftspflegeverbandes informierte in der Informationsreihe der Mitglieder des Ortsverbandes der Grünen Liste Lautertal Martin Schaarschmidt. Im Landschaftspflegeverband wirken die Kommunen, Landwirte und Naturschutzvereine gleichberechtigt. Der Verband dient als Ansprechpartner, er kann mit seinem Wissen und seinen Kontaktmöglichkeiten Kommunen, Landwirte und ehrenamtlich Tätige entlasten.

Im Zuge seines Vortrages zeigte Martin Schaarschmidt Karten mit Luftaufnahmen aus dem Kreis Bergstraße und Lautertal. Solche, die die Gegend vor 60 Jahren zeigen und aktuelle Karten. Die Veränderungen in der Kulturlandschaft sind offensichtlich. Damals gab es um die Ortschaften es einen Gürtel aus zunächst gärtnerisch genutzten Flächen, aus Streuobstwiesen und dann aus kleinräumigen Flächen mit Ackerland und Grünland. Durch diese offenen Flächen war es möglich, dass sich Arten austauschen konnten.

Heute dagegen hat die Bebauung zugenommen, die Ackerflächen sind größer geworden, andere Bereiche sind zugewachsen durch Büsche und auch Bäume. Der Austausch der Arten wird dadurch erschwert. Hier kann der Landschaftspflegeverband ansetzen, etwa indem verbuschte Flächen wieder ausgelichtet werden. Eine neu entstandene Wiese kann von einem Landwirt bewirtschaftet werden. Falls diese nicht ertragreich sein kann, auch mit Fördergeldern und mit dem Ziel diese Wiese für die Flora und Fauna wertvoll werden zu lassen. Steilhänge könnten wieder beweidet werden, auch mit zu generierenden Fördergeldern. Waldwiesen, wie etwa bei Knoden und Schannenbach können wieder hergestellt werden.

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Mit den neu geschaffenen Flächen kann ein Biotopverbund wieder hergestellt werden. Diese Maßnahmen wirken positiv auf Arten wie Uhu, Neuntöter, Reptilien und auch auf seltene Pflanzenarten. Sie schaffen Korridore für Tiere, die über große Strecken ziehen und schaffen damit auch die Möglichkeit des Genaustausches der Arten.

In Hinblick auf die Biodiversität sollten Kulturland, Offenland und Wald in Verbindung gesehen werden, so Schaarschmidt. Ein Biotopvernetzungssystem könne auf Kreisebene und darüber hinaus mit Hilfe eines Landschaftspflegeverbandes geschaffen werden: „Wir haben eine einmalige Region, die sollten wir für die nächsten Generationen erhalten.“

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Wer ehrenamtlich dabei mitwirken möchte, kann sich mit der Unteren Naturschutzbehörde in Verbindung setzen. jhs