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Festakt

Am Ende fehlten Kaltwasser und die LBL beim Festakt in Elmshausen

Von 
Thorsten Matzner
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Lautertal. Der frühere Lautertaler Bürgermeister Jürgen Kaltwasser hat auf den Besuch des Festaktes zum 50-jährigen Bestehen der Gemeinde verzichtet. Kaltwasser war zu der Veranstaltung eingeladen gewesen und sollte ein Grußwort sprechen.

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Die Lautertaler Bürgerliste hatte kurz vor dem Festakt erklärt, von ihren Gemeindevertretern werde niemand teilnehmen – aus Protest gegen die Einladung Kaltwassers. Die LBL bezeichnete das Verhältnis auch knapp fünf Jahre nach dessen Rücktritt als „gestört“. Sie wirft Kaltwasser vor, die Gemeinde sehenden Auges in die Finanzkrise geführt zu haben.

Die Bürgerliste kritisierte Kaltwassers Nachfolger Andreas Heun dafür, dass er die Gestaltung des Festes – und damit auch die Entscheidung, Kaltwasser einzuladen – an der Gemeindevertretung und dem Gemeindevorstand vorbei vorgenommen habe.

„Politische Ränkespiele“

Die LBL hat an ihrem Boykott der Veranstaltung festgehalten. Lediglich die Beigeordneten der Bürgerliste waren am Freitagabend dabei.

Bürgermeister Heun nutzte seine Festrede, um auf die Kritik der LBL einzugehen. Die Gemeindepolitik in Lautertal sei „keine Wellnessoase“. Die Politik müsse aber auf die Zukunft ausgerichtet sein. „Kritischer Diskurs“ sei wichtig, schließlich sei die Kommunalpolitik die Ebene, auf der die Bürger unmittelbar am Staatsgeschehen teilnehmen könnten.

Kritik müsse aber ihre Grenzen haben. „Es scheint in Mode gekommen zu sein“, diese Grenzen zu überschreiten, sagte Heun. Das gehe bis hin zu persönlichen Anfeindungen“. Es sei nicht akzeptabel, wenn die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Blick auf den russischen Überfall auf die Ukraine aufgefordert werde, sich für ihre Politik zu entschuldigen.

Ebenso gehe die anhaltende Kritik an Jürgen Kaltwasser zu weit. „Wer ohne Fehler ist, der werfe den ersten Stein“, zitierte Heun aus der Bibel. Kaltwasser sei über 20 Jahre lang Bürgermeister gewesen und habe daher den wesentlichen Teil der Zeit seit der 25-Jahr-Feier 1997 mitgestaltet. Er sei immerhin dreimal von den Bürgern in das Amt gewählt worden. Heun sagte unter dem Beifall der Festgäste, er sei sich sicher, die Bürger seien vor allem daran interessiert, an der Gestaltung der Zukunft der Kommune mitzuarbeiten. „Kommunalpolitische Ränkespiele“ seien fehl am Platz.

„Keine Gegner, nur Mitbewerber“

Helmut Adam, der Vorsitzende der Gemeindevertretung, ging auf das Verhalten der LBL nicht direkt ein. Er rief in seinem Schlusswort allerdings die Bürger dazu auf, sich politisch zu engagieren, um die Zukunft Lautertals zu gestalten. „In der Politik darf es keine Gegner geben, sondern nur Mitbewerber“, so Adam.

In einer E-Mail an Andreas Heun und Helmut Adam schreibt Jürgen Kaltwasser, es wäre ihm „eine große Ehre gewesen, ein Grußwort - auch im Namen aller früherer Bürgermeister der Gemeinde Lautertal zu sprechen. Querschüsse Einzelner im politischen Raum haben mich jedoch dazu bewogen, hiervon Abstand zu nehmen.“

Derartige „Misstöne“ dienten nicht dem Wohl der Gemeinde. „Schon gar nicht sind sie dem heutigen Anlass angemessen“, so Kaltwasser. „Ich bedauere diese Entwicklung außerordentlich und bitte um Verständnis für meine Entscheidung im Interesse der Sache. Der Gemeinde Lautertal, die mir nach wie vor am Herzen liegt, ihren engagierten Vereinen und Institutionen sowie der gesamten Bürgerschaft wünsche ich für die Zukunft nur das Allerbeste.“ tm

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Redaktion Lokalredakteur Lautertal/Lindenfels

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