Projekt - Investor Dieter Schaller treibt die Sanierung der früheren Odenwaldschule weiter voran / Wohnpark soll mittelfristig autofrei werden Weinstube für alle Hambacher im Goethe-Haus

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fran
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Aktuell gleicht das Gelände der früheren Odenwaldschule einer Winter-Landschaft. In den denkmalgeschützten Gebäuden wird jedoch fleißig gewerkelt, 52 Wohnungen des neuen „Wohnparks Ober-Hambach“ sind inzwischen bezugsfertig oder bereits bezogen. © Sascha Lotz

Ober-Hambach. Ober-Hambach gleicht in diesen Tagen einer traumhaften Winter-Landschaft, die ansonsten saftig grünen Wiesen sind von reichlich Schnee bedeckt. Das vermeintliche Idyll hat aber auch seine Schattenseiten: So lockt es beispielsweise zahlreiche Schneetouristen in den Heppenheimer Stadtteil. Insbesondere der Wanderparkplatz „Goldbrunnen“ war an den vergangenen Wochenenden total überfüllt. Das Ordnungsamt sah sich deshalb gezwungen, den Parkplatz verstärkt zu kontrollieren.

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Keine Auswirkungen hat das winterliche Treiben allerdings auf den Fortschritt der Sanierungsarbeiten auf dem Gelände der früheren Odenwaldschule (OSO) – auch wenn so mancher neugierige Schneewanderer gerne mal einen Blick auf das riesige Areal wirft. Und sie sehen dort derzeit zahlreiche Handwerker, die insbesondere im Innern der denkmalgeschützten Häuser werkeln. Der Grund dafür ist hinlänglich bekannt: Die Mannheimer Werbeagentur Schaller & Partner, die das weitläufige Areal im November 2016 aus der Insolvenzmasse der früheren Unesco-Modellschule erworben hat, lässt die Wohn- und Funktionsgebäude des Internats zu Miet- und Ferienwohnungen für rund 300 Menschen umbauen.

Geduld und Geschick gefragt

Dabei ist neben handwerklichem Geschick auch jede Menge Geduld gefragt, wie Geschäftsführer Dieter Schaller schon im Mai des vergangenen Jahres berichtet hatte. Sein vorrangiges Ziel ist es nämlich, das Ensemble der früheren Odenwaldschule zu erhalten. „Umständliche und langwierige Genehmigungsverfahren vom Bauamt und der Denkmalschutzbehörde“ haben die Pläne schon frühzeitig kräftig durcheinandergewirbelt – die Ende 2020 geplante Fertigstellung war schon 2019 nicht mehr zu halten. Gleichwohl schreiten die Arbeiten inzwischen gut voran, wie der Investor auf Anfrage dieser Zeitung mitteilt. „Die Vision des Wohnparks nimmt inzwischen Gestalt an. 52 Wohnungen sind bezugsfertig oder bereits bezogen. Das sind etwas mehr als die Hälfte aller Wohnungen“, so Schaller.

Die Corona-Krise habe bisher keine Auswirkungen auf die Sanierungsarbeiten gehabt, teilt Schaller weiter mit. „Das liegt vor allem daran, dass alle Trockenbauarbeiten von einem Wohnpark-eigenen Handwerker-Team ausgeführt werden.“ Der Wohnpark verfüge inzwischen über 15 fest angestellte Mitarbeiter, die allesamt in Hambach wohnen. Und für sie findet der Chef ausschließlich lobende Worte: „Ohne dieses qualifizierte Team wären vermutlich nicht einmal die Hälfte der bisherigen Wohnungen fertig.“

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Auch wenn längst noch nicht alle Gebäude saniert, geschweige denn bezugsfertig sind, treibt Dieter Schaller auch die Pläne für einen „kleinen Ort im Stadtteil“ weiter voran. Eine wichtige Rolle spielt seinen Aussagen zufolge dabei auch der Klimaschutz. Denn Schaller kündigt an: „Wir werden versuchen, den Wohnpark mittelfristig autofrei zu halten. Unsere Mieter werden mit ihrem Fahrzeug zum Ein- und Ausladen direkt an die Haustür fahren können, sollen aber nicht innerhalb des Wohnparks parken.“

Die neuen Parkplätze sollen stattdessen einen Ring um den Dorfkern bilden. Die Planungen sehen dabei vor, dass „kein Mieter mehr als 150 Meter zu seinem Auto laufen muss.“ Innerhalb des Wohnparks sollen sich die Bewohner mit E-Rollern oder Golf-Autos bewegen, die von der Parkverwaltung zur Verfügung gestellt werden.

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Zu guter Letzt hat der Investor auch noch „eine gute Nachricht für alle Bewohner im Hambachtal“ parat: „Für das sogenannte Goethe-Haus haben wir die Zusage, eine Weinstube einrichten zu dürfen.“ In der Tat hat der Magistrat der Kreisstadt schon vor der Weihnachtspause dem Anliegen Schallers zugestimmt. „Wir begrüßen dieses Vorhaben einhellig“, sagte Bürgermeister Rainer Burelbach (CDU).

Ein Wunsch der Bevölkerung

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Die „gemütliche kleine Gaststätte“ werde, so der Investor weiter, auch warmes Essen anbieten. Mit dieser Entscheidung komme man auch den Bewohnern Unter-Hambachs entgegen, betont Dieter Schaller. Diese hätten nämlich vielfach den Wunsch geäußert, auf dem früheren OSO-Gelände eine Gaststätte einzurichten. Zur Erinnerung: Nachdem zunächst das italienische Eventhouse „Adriana“ (früher: Zum Rebstock) seine Tore schloss, wurde im „Unterdorf“ vor Jahresfrist auch die legendäre Gaststätte „Zur Rose“ geschlossen – besser bekannt unter dem Namen „Rostiges Messer“ – geschlossen. „Zurzeit gibt es somit im ganzen Stadtteil keine öffentliche Gaststätte“, konstatiert Schaller.

Allerdings müssen sich die Hambacher Bürger bis zum ersten Festmahl mitsamt edlem Tropfen noch etwas gedulden. Dieter Schaller: „Gerade das große Goethe-Haus befindet sich baulich in einem desolaten Zustand. Für die Errichtung der Weinstube ist auch noch ein Bauantrag zu stellen.“ fran