Kommunalpolitik - Kündigung der Pächter ist am Dienstag bei der Stadt eingetroffen / Bürgermeister will in Ruhe Ideen und Vorschläge sammeln Vogelpark soll nicht zum Wahlkampfthema werden

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fran
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Still ruht der See im Heppenheimer Vogelpark. Unser Bild zeigt das ehemalige Flamingo-Gehege © Sascha Lotz

Heppenheim. Das Aus für den Vogelpark ist derzeit eines der Hauptgesprächsthemen in der Kreisstadt. Fast schon klar also, dass die medienwirksame Kündigung des Pachtvertrages durch die seitherigen Pächter am Dienstagabend auch in der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschusses (HFW) zur Sprache kam – und zwar als eines der ersten Themen im Magistratsbericht von Bürgermeister Rainer Burelbach (CDU).

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Dabei informierte der Rathauschef die Ausschussmitglieder, dass das bereits am vergangenen Donnerstag verschickte Kündigungsschreiben (per Einschreiben) der Pächter am Dienstag bei der Stadt eingetroffen sei. Den zeitlichen Verzug kann Burelbach jedoch nicht verstehen. Auf Nachfrage sagte er: „Das muss ein Versäumnis der Post gewesen sein. Wir holen unsere Post täglich persönlich auf dem Postamt ab.“ Zugleich erklärte er: „Nach dem ersten Zeitungsbericht am Samstag haben uns sofort die ersten Nachfragen erreicht. Ohne ein vorliegendes Kündigungschreiben und in Anbetracht des Wochenendes war es jedoch schwer, darauf entsprechend zu reagieren.“

Burelbach: Es gab keinen Streit

Nun herrscht freilich Klarheit – auch darüber, wann genau der Pachtvertrag zwischen dem Verein Vogelwelt Heppenheim e.V. und der Stadt tatsächlich endet. Nämlich am 30. Juni dieses Jahres. Zudem habe er unmittelbar nach dem Erhalt der schriftlichen Kündigung mit Renate Teckentrup, die den Vogelpark gemeinsam mit ihrem Mann 48 Jahre lang federführend und „sehr engagiert“ betreut habe, gesprochen, berichtete der Bürgermeister. Teckentrup habe ihm gegenüber dabei noch einmal die Kündigungsgründe erläutert, so Burelbach weiter. „In erster Linie erfolgte die Kündigung demnach aus Altersgründen, hinzu kamen ein erheblicher Sanierungsstau und die zuletzt gestiegenen Auflagen von Veterinäramt und Bauaufsicht.“

Abermals betonte Burelbach bei der Ausschusssitzung im Kurfürstensaal, dass es „in keinerlei Weise“ Streit zwischen den Pächtern und der Stadt gegeben habe. Er selbst sei vielmehr regelmäßig mit seiner Familie im Vogelpark gewesen und habe dabei stets das Gespräch mit den Pächtern gesucht. Gleichwohl ist der Vogelpark in seiner bisherigen Form spätestens Mitte des Jahres Geschichte – zumal viele Vögel bereits „ausgezogen“ und in anderen Parks untergekommen sind. Für die Stadt bedeutet das laut Burelbach: „Jetzt haben wir ein freies Grundstück zur Verfügung.“ Und er ist sich sicher, dass es an neuen Ideen für einen Fortbestand des Geländes beim Naherholungsgebiets Bruchsee nicht mangeln wird. „Schon am Wochenende haben uns mehrere Interessenten kontaktiert und Vorschläge unterbreitet“, sagte Burelbach. Unter anderem sei dabei der Wunsch nach einer Grillhütte geäußert worden, die eigentlich aber auf dem früheren Ziegenzuchtgelände am Erbachwiesenweg vorgesehen ist. Auch seien eine Alpaka-Farm oder eine Kleingartenanlage ins Gespräch gebracht worden. Mit einer schnellen Entscheidung über die künftige Gestaltung des Geländes ist allerdings kaum zu rechnen. Schließlich appellierte Burelbach an die Ausschussmitglieder, Ruhe zu bewahren. „Wir sollten uns Zeit nehmen für Ideen und Vorschläge und dann zu gegebener Zeit eine Entscheidung treffen“, regte er an. Weiter sagte der Rathauschef: „Ich fände es sehr schade, wenn jetzt aus dem Wahlkampf heraus Forderungen gestellt würden.“ fran

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