Brand 2 - Fassungslosigkeit bei Betroffenen Viniversum wurde schwer beschädigt

Von 
rid
Lesedauer: 

Laut Polizei ein Schaden in Millionenhöhe und ein verletzter Feuermann – das ist die Bilanz des Brandes im Viniversum der Bergsträßer Winzer eG. Zunächst züngelten die Flammen auf der Dachterrasse des Gebäudes, dann ging alles rasend schnell: Erst standen die Pflanzen in Flammen, dann griff das Feuer auf den Holzdielenboden der Terrasse und schließlich auf die Fassade des Gebäudes über. Der kräftige Wind fachte den Brand zusätzlich an. Minuten später stand die Verkleidung des Ober- und Dachgeschosses in Flammen. Kunststoff schmolz und verbog sich, Glasscheiben zersprangen.

AdUnit urban-intext1

Im hinteren Bereich stürzten Mitarbeiter aus dem Eingang des Verkaufsraums in Höhe des Parkdecks und brachten sich in Sicherheit. Zwei Frauen fielen sich erleichtert in die Arme. Corona war in diesem Moment des Schocks erst einmal vergessen.

Nachbarn von gegenüber hatten zunächst die Feuerwehr und unmittelbar darauf die Menschen im Viniversum alarmiert. Ein weiterer Anwohner rannte zur Produktion, klopfte an die Tür, um die dort arbeitenden Menschen zu informieren, wie er erzählte.

Während die Drehleiter noch in Position gebracht wurde, sah man drinnen die Atemschutzgeräteträger durch die Glasfront. Der von der Bundesstraße aus gesehen rechte Teil des Gebäudes wurde dank des schnellen Eingreifens der Einsatzkräfte von den Flammen verschont, während der obere Teil des Viniversums bereits in Vollbrand stand. Mittlerweile war die B 3 weiträumig abgesperrt, der Verkehr wurde umgeleitet.

AdUnit urban-intext2

Nach einer guten halben Stunde war das Feuer unter Kontrolle, waren die Flammen erstickt. Verkohlte und verformte Überreste der Fassade ragten in den Himmel. Feuerwehrleute begannen, die Sandsteinverkleidung von der Fassade zu hauen und die Überreste des Dielenbodens mit der Hacke zu entfernen, um etwaige darunter liegende Glutnester zu bekämpfen.

Fassungslos standen die ehemalige Deutsche Weinprinzessin Caroline Guthier, ihr Vater Otto Guthier und Reinhard Antes vor dem Gebäude. „Das ist bitter“, waren die einzigen Worte, die Winzer eG-Geschäftsführer Patrick Staub zu diesem Zeitpunkt herausbekam.

AdUnit urban-intext3

Auch Landrat Christian Engelhardt schaute kurz vorbei, informierte sich bei Einsatzleiter Werner Trares über die Löscharbeiten. Die Polizei war derweil dabei, die Gaffer in ihre Grenzen zu verweisen und an die Corona-Auflagen zu erinnern.

AdUnit urban-intext4

Eine knappe Stunde nach Beginn der Löscharbeiten fragt Otto Guthier die Einsatzleitung, ob man die Weine und anderen Waren aus dem Verkaufsraum bringen dürfe. Er bekam die Erlaubnis. Gemeinsam packten alle an, um die Produkte aus dem Gebäude zu holen. Zwar sind der Verkaufsraum sowie das Erd- und Kellergeschoss von den Flammen verschont worden, doch nach und nach sickerte Löschwasser durch die Decke. rid