Nachruf - Ernst Wolfrum gestorben / Früherer CDU-Stadtverordneter und zweiter Vorsitzender der Marinekameradschaft Trauer um einen Mann mit viel Humor

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dj
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Heppenheim. Für Ernst Wolfrum hätte in der Weihnachtszeit des gerade zu Ende gegangenen Jahres das 50-jährige Jubiläum in der Marinekameradschaft Heppenheim angestanden. Doch es kam anders: Wolfrum verstarb einen Tag vor Heiligabend mit 78 Jahren nach langer Krankheit.

Mit 78 Jahren ist Ernst Wolfrum verstorben. © Igiel
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Bereits bei der Liquidierung seines geliebten Vereines wegen Überalterung im März 2019 hatte Wolfrum nicht anwesend sein können. Von 1976 bis 2008 war er zweiter Vorsitzender der Marinekameradschaft. Bis zu 600 Gäste wurden früher bei den großen alljährlichen Labskausessen in der Mehrzweckhalle in Erbach bewirtet. Als Wolfrum vor mehr als 50 Jahren bei der Marinekameradschaft vorstellig wurde, tat er dies noch in seiner Dienstuniform als Bundeswehrsoldat.

Wolfrum kam als fünfjähriger Junge mit seinen sudetendeutschen Eltern an die Bergstraße. Nach einjähriger Zwischenstation in Fürth wurde die vierköpfige Familie – der Verstorbene hat noch einen zwei Jahre jüngeren Bruder – in Heppenheim heimisch, wo der Vater in der Graf-von-Galen-Straße eine Arztpraxis unterhielt.

Nach dem Abitur am Starkenburg-Gymnasium ging Wolfrum zur Bundesmarine und nahm an der ersten Überfahrt nach Amerika mit dem Segelschulschiff der Deutschen Marine, Gorch Fock, teil.

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Nach dem Lehramtsstudium in den Fächern Geografie und Sozialkunde unterrichtete Wolfrum zunächst in Fürth und später an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Rimbach. Heppenheim war ihm indes zur Heimat geworden.

Wolfrum war CDU-Stadtverordneter und prägte bis 1985 für 13 Jahre die Geschicke in Heppenheim mit. Davon war er einige Jahre im Sozialausschuss tätig, wo er dafür bekannt war, mit seiner Wortwahl zu einer ungeschminkten Direktheit zu neigen. Wolfrum war außerdem für zwei Wahlperioden im Kirchenvorstand der Heilig-Geist-Gemeinde und fünf Jahre Vorsitzender der DLRG Heppenheim.

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Nach der Pensionierung lebte Wolfrum seine humorige Seite vor allem bei Altstadtführungen und von ihm moderierten Weinproben aus. Häufig traf man den profunden Kenner der Heppenheimer Geschichte in den Weinbergen vor allem am Steinkopf, dem Lehrpfad für Wein und Stein, mit einer Gruppe an, wo er den Bergsträßer Wein direkt dort verkostete, wo die Reben auch gedeihen. Aber auch bei Altstadtführungen kam es immer mal wieder zur Freude der Teilnehmer zu einer kleinen Weinprobe.

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Die von Wolfrum mit viel Witz moderierten Weinproben wurden freilich auch immer mal mit Anekdoten und Streichen des Heppenheimers geschmückt. So soll Wolfrum bei der Einweihung des Postbrunnens vier Pferdeäpfel unter dem Pferd mit seinem Postillon platziert haben. Diesem Schabernack wurden damals Bürgermeister Hans Kuhn und der Stadtverordnetenvorsteher Franz Müller bei der Enthüllung der Statue gewahr; die Zuschauer amüsierten sich freilich prächtig. Keiner der Anwesenden habe hinter dem Lausbubenstreich einen erwachsenen Pädagogen und Stadtverordneten vermutet.

Die Beisetzung von Ernst Wolfrum erfolgt im engsten Familienkreis. dj