Nachruf - Der Bäcker- und Konditormeister hat sich stark engagiert Trauer um Dieter Löffler

Von 
dj
Lesedauer: 

Heppenheim. In der Nacht auf Samstag verstarb Bäcker- und Konditormeister Dieter Löffler nach schwerer Krankheit im Alter von 80 Jahren. Im Beisein seiner Familie schlief er zu Hause ein.

Dieter Löffler ist im Alter von 80 Jahren gestorben. © Jährling
AdUnit urban-intext1

Obwohl schon schwer von der Krankheit gezeichnet, hatte Löffler noch Mitte Februar seinen Geburtstag mit Familie, Freunden und Weggefährten im Restaurant Gossini gefeiert. An guten Tagen strahlte sein Gesicht mit den klaren blauen Augen immer noch die Zuversicht und Souveränität eines Mannes aus, der sich jahrzehntelang ehrenamtlich eingesetzt hatte. Auch sein Geburtstag war ein solcher Tag. Löffler war dankbar, an diesem besonderen Tag in guter Form zu sein. Sein Engagement war so weitreichend, dass längst nicht nur seine früheren Mitarbeiter der vor fünf Jahren an Hans-Peter Rauen übergebenen Bäckerei trauern werden. Denn Löffler stellte sich auch in den Dienst seiner Heppenheimer Mitbürger.

1968 übernahm er den elterlichen Betrieb in der Friedrichstraße mit seiner Frau Bärbel in dritter Generation. Ab 1973 war der Verstorbene zudem Sektionsleiter der Heppenheimer Bäcker, 1975 dann stellvertretender Obermeister und von 1984 bis 2002 Obermeister der Bäckerinnung Bergstraße. In dieser Zeit war er als Obermeister im Vorstand der Kreishandwerkerschaft Bensheim, im Aufsichtsrat der Bäckergenossenschaft Mannheim, im Verwaltungsrat der Innungskrankenkasse Bergstraße sowie im Vorstand des hessischen Landesinnungsverbands. 2008 übergab das Ehepaar den Betrieb an Tochter Beate. Als die Tochter 2014 starb, übernahmen sie mithilfe von Familienangehörigen bis zur Übergabe an Rauen wieder selbst.

Löffler war ab 1990 im Vorstand der Werbegemeinschaft und der Wirtschaftsvereinigung Heppenheim. Letzterer stand er von 1996 bis 2005 vor. Für sein Engagement bekam er 1990 den Landesehrenbrief überreicht und zehn Jahre später das Bundesverdienstkreuz. Bäckerinnung und Wirtschaftsvereinigung ernannten Löffler zum Ehrenvorsitzenden. Im Jahr 2000 bekam Löffler den Jokus-Orden von der Fasnachtsgesellschaft Bottschlorum verliehen. Im selben Jahr war er Schirmherr der Heppenheimer Straßenfastnacht. Lange stand er dem FC Starkenburgia als Präsident vor.

AdUnit urban-intext2

Der Verstorbene pflegte gerne althergebrachte Traditionen, zeigte aber als Vorsitzender für die Werbegemeinschaft Verantwortung, in dem er neue Ideen voranbrachte. So wurde die Stadtkirchweih von der Bachgass‘ an den Graben verlegt und ihr damit wieder Leben eingehaucht. Als die Leistungsschau in Heppenheim nicht mehr genügend Beschicker fand, wurde ein Zusammenschluss mit Bensheim gewagt. Ein weiteres Indiz für seine innovative Tatkraft ist der Bau des Backhauses im Jahr 1996 an der Benzstraße.

Ein Großereignis fand im September 1984 statt. Zusammen mit weiteren Heppenheimer Bäckern buk Löffler den längsten Nussstriezel der Welt. Das brachte einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde. Für gute Zwecke in der Fußgängerzone angeboten, fand das 126,40 Meter lange Backwerk reißenden Absatz. Innerhalb von einer halben Stunde war der Nusszopf unter die Leute gebracht.

AdUnit urban-intext3

Bedürftigen zugute kamen auch die Erlöse aus weiteren Aktivitäten. Zu nennen sind hier die 1987 von Löffler initiierte Aktion Brotpfennig sowie der zum 100. Firmenjubiläum 2006 in großem Stile organisierte Verkauf eines riesigen Weihnachtsstollens. Die Spenden zu seinem 80. Geburtstag gingen an „We kick Corona“ – eine Initiative der Profifußballer zur Unterstützung gemeinnütziger Vereine in der Corona-Krise. dj