Landtagswahl

SPD Heppenheim nominiert Simone Reiners als Kandidatin für die Landtagswahl

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jr/ü
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Sie will Kommunen stärken: Simone Reiners wird vom SPD-Ortsverein Heppenheim ins Rennen um die Landtagskandidatur 2023 geschickt. Rechts der Ortsvereinsvorsitzende Benjamin Liesenberg. © Jürgen Reinhardt

Heppenheim. Ob Simone Reiners sich in der für Dezember geplanten Wahlkreiskonferenz am Ende als Landtagskandidatin durchsetzt, muss sich noch zeigen. Ihren Ortsverein hat die 28 Jahre alte Verwaltungsbeamtin jedenfalls hinter sich: Am Donnerstagabend hat die Heppenheimer SPD bei einer Mitgliederversammlung im Marstall einstimmig beschlossen, die Stadtverordnete und AsF-Vorsitzende ins Rennen zu schicken. SPD-Konkurrent im Wahlkreis Bergstraße 54 (West) ist der Viernheimer Stadtverordnete Michael Kostnau.

Seitdem der Heppenheimer Norbert Schmitt, seit 1995 Landtagsabgeordneter, auf eine erneute Kandidatur 2018 verzichtet hatte, gibt es keinen SPD-Vertreter mehr für den Westteil des Kreises. Sozialdemokratische Interessen werden in der 2023 endenden Legislaturperiode von Karin Hartmann repräsentiert, die für den Wahlkreis Bergstraße 55 (Ost) im Landtag sitzt. Ihre Nachfolge soll ebenfalls eine junge Frau antreten, die Bensheimer Stadträtin Josefine Koebe.

Reiners nutzte die nur mäßig besuchte Mitgliederversammlung, um ihre Vorstellungen von Landespolitik darzustellen, insbesondere einer kommunalfreundlicheren Finanzpolitik. Denn genau in diesem Bereich sieht sie – als Verwaltungsmitarbeiterin mit der Materie bestens vertraut – dringenden Handlungsbedarf. Werde seitens der Landesregierung doch „Geld verteilt, das vorher in den Kommunen eingesammelt worden ist“ und nun über „unzählige Förderprogramme“ und mit riesigem bürokratischen Aufwand zurückgeschickt würde. Beschäftigte in den Rathäusern müssten „stundenlang Formulare ausfüllen“, gefördert würde aber meist nicht das, was vor Ort wirklich gebraucht werde.

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Hier wolle sie sich so wie bei anderen Themen, beispielsweise auch dem Wohnungsbau, einbringen „und hierbei sozialdemokratische Werte vertreten.“ Was sie auch für ihren Ersatzkandidaten versprechen könne: Der heißt Siyar Yeniay, ist vor nicht allzu langer Zeit vom Bodensee, wo er in Rottenburg mit noch nicht einmal 20 Jahren 2017 Vorsitzender der dortigen SPD wurde, nach Lampertheim-Hofheim umgezogen und mischt inzwischen eifrig bei den Bergsträßer Jusos mit.

Dass die Kandidatin aus den eigenen Reihen „beste Voraussetzungen mitbringt“, attestierte ihr der frühere Ortsvereinsvorsitzende, Heppenheims Altbürgermeister Gerhard Herbert. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Simone Reiners nominiert und die Heppenheimerin den dringend notwendigen „jugendlichen Elan in den Landtag einbringen“ werde. Unterstützung versprach auch Norbert Schmitt, der so wie Reiners die („seit 1999 von der CDU kaputtgemachten“) Landesfinanzen wieder auf einen soliden Sockel stellen will. Martina Hardt-Holler, langjährige Vorsitzende der Heppenheimer AsF und damit Vorgängerin von Reiners, nannte es „gut, dass eine Frau in die Landespolitik will“.

Die Mitgliederversammlung wurde auch genutzt, um die Delegierten für die Wahlkreiskonferenz zu wählen, die im Dezember dann über die Kandidaten oder den Kandidaten entscheiden. Allerdings gelang es nicht, mehr als sieben Delegierte zusammenzubekommen, was am Ende dazu führen könnte, dass Reiners die notwendigen Stimmen für ihre Kür fehlen.

Benjamin Liesenberg, seit Mai Vorsitzender des Ortsvereins, konnte darüber hinaus seinen Vorgänger ehren: Gerhard Herbert hatte die SPD der Kreisstadt zehn Jahre lang geführt, und das, wie Liesenberg in seiner Laudatio betonte, aus einer nicht gerade erfreulichen Situation heraus: Herbert, damals nach vorhergegangener Zeit als Erster Stadtrat Amtsinhaber, hatte 2011 den Bürgermeisterwahlkampf gegen seinen CDU-Konkurrenten, den heutigen Bürgermeister Rainer Burelbach, verloren. „Aber du hast danach nicht den Kopf in den Sand gesteckt, sondern weitergemacht“ – und statt zu schmollen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Gewinner der Wahl eingeleitet, „was von menschlicher Größe zeugt“. In seinen Dank schloss Liesenberg auch das Engagement von Herberts Familie mit ein.

Herbert bedankte sich seinerseits dafür, dass er Mitte der Neunzigerjahre samt seiner Familie „gut aufgenommen“ worden war von den Heppenheimer Genossen und versprach, diesen auch künftig zur Seite zu stehen.

Einen Teil seiner ehrenamtlichen Tätigkeit musste Herbert inzwischen aus gesundheitlichen Gründen aufgeben, ist nach seiner Zeit als Kreistagsabgeordneter (2006 bis 2021) aber weiter im Kreisausschuss engagiert und Mitglied im geschäftsführenden Vorstand des SPD-Unterbezirks Bergstraße. jr/ü

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