Jubiläum - Seit seiner Ausbildung ist Alfred Bauer bei Elektro Vock tätig / Das Heppenheimer Unternehmen hat eine bewegte Geschichte Seit 40 Jahren im Familienbetrieb

Von 
dj
Lesedauer: 
Für 40-jährige Betriebszugehörigkeit wurde Alfred Bauer (rechts) jetzt von seinem Chef Axel Vock geehrt. © Jährling

Heppenheim. Für eine offizielle Einweihung war bei Elektro Vock noch keine Zeit: Im August sind Inhaber Axel Vock und seine 16 Mitarbeiter von der Heppenheimer Fußgängerzone in einen Neubau im Gewerbegebiet Tiergartenstraße Süd umgezogen. Die neue Firmenzentrale an der Lise-Meitner-Straße beinhaltet Lager und Werkstatt, Showroom Schulungsraum und Büros auf 700 Quadratmetern.

AdUnit urban-intext1

Eines wollte sich der Unternehmer in vierter Generation trotz Zeitmangels aber nicht nehmen lassen: Die Ehrung seines Mitarbeiters Alfred Bauer, der 40 der über 100 Jahre Firmengeschichte mitgeprägt hat. Bauer ist einer von drei zusätzlichen Meistern in dem Elektrobetrieb. Als er hier in die Lehre ging, war Axel Vock noch Kind. Jetzt überreichte der Chef seinem Mitarbeiter eine Urkunde und ein Präsent.

„Er kann morgen anfangen“

„Mein Vater fragte damals Fred Vock in der Fußgängerzone, ob er eine Lehrstelle für mich hätte“, erzählt der Elektrotechnikermeister. Die Antwort des Unternehmers: „Wenn der so ist wie du, kann er morgen anfangen.“ Und tatsächlich, schon in der nächsten Woche ging es los. In der Abendschule kam später der Meisterbrief hinzu. Derzeit betreut Bauer die Industrie- und Gewerbetreibenden und ist zuständig für den Um- und Aufbau von Büroräumen und Arztpraxen. Auch heute werden in dem Betrieb drei Azubis ausgebildet. Ein vierter hat gerade seine Ausbildung abgeschlossen.

Der Aufbruch ins Elektro-Zeitalter zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurde in Heppenheim von Elektro Vock deutlich mitgeprägt. Fasziniert von der neuen Technologie, ließ sich Ferdinand Vock zum Elektrotechniker ausbilden und legte 1901 in der Wilhelmstraße den Grundstein für das Unternehmen. Er spezialisierte sich auf die Installation von Licht- und Kraftanlangen, ab 1910 verkaufte er auch Beleuchtungsmittel.

AdUnit urban-intext2

1914 verlegte er seine Geschäftstätigkeit in die Friedrichstraße und eröffnete gleichzeitig ein Ladengeschäft. Ungewöhnlich für diese Zeit: Als Vock im Ersten Weltkrieg zum Wehrdienst gerufen wurde, erwarb seine Frau Barbara den Gesellenbrief im Elektrohandwerk. Ferdinand Vock junior legte nach seiner Ausbildung die Prüfung als Motorenbauer und Ankerwickler ab, sein Bruder Franz wurde Elektroingenieur.

Wiederaufbau nach dem Krieg

Das Geschäft führten sie gemeinsam: Ferdinand übernahm das Elektrofachgeschäft mit Motorenbau und Ankerwickelei, der Bruder das Radio-Spezialgeschäft. Nach dem Krieg gelang es Ferdinand Vock junior, das Geschäft mit der Instandsetzung alter Motoren aufrecht zu erhalten und es später zum Installationsgeschäft auszubauen.

AdUnit urban-intext3

In dritter Generation folgte Sohn Ferdinand Franz-Paul – den Heppenheimer besser bekannt als „Fred“ – in das Unternehmen. Unter ihm erfolgte der Abriss des alten Gebäudes und das neue Geschäftshaus entstand. Er führte den Installationsbetrieb, seine Frau Ingrid übernahm das Ladengeschäft. 2002 übernahm Sohn Axel das Geschäft und erweiterte in der Friedrichstraße 2010 nochmals Geschäftsräume, Büros und Installationsbereich. Im selben Jahr schloss seine Mutter das Ladengeschäft und ging in den Ruhestand. dj