Kirche - Das Evangelische Dekanat Bergstraße bietet für das Pfingstwochenende erneut einen Video-Gottesdienst für Kinder an Rabe „Rudi“ kennt keinen Sendeschluss

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Kindergottesdienst-Referentin Katja Folk steht für die Videos des evangelischen Dekanats vor der Kamera. © Lotz

Heppenheim. Der Rabe „Rudi“ im Zwiegespräch mit der Friedenstaube in der Heilig-Geist-Kirche in Heppenheim – so können Kinder lernen, was Pfingsten ist. Ein 20-Minuten-Video dazu ist am Mittwoch gedreht worden, ab Samstag soll die Folge im Internet abrufbar sein.

Online abrufbar

Der „Gottesdienst für Klein und Groß“ ist ab Samstag, 30. Mai, im Youtube-Kanal des evangelischen Dekanats Bergstraße abrufbar.

Dort sind auch die anderen bisher gedrehten Folgen zu sehen.

Am Palmsonntag hatte der Video-Gottesdienst 233 Besucher, an Ostern waren es 101. ai

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Video-Gottesdienste für Kinder gab es im evangelischen Dekanat Bergstraße schon in der Fastenzeit, als die Corona-Pandemie das öffentliche Leben lahmlegte und deshalb auch die Kirchen geschlossen blieben. Woche für Woche stand Katja Folk vor der Kamera, die Referentin für Kindergottesdienst. Als Studio diente eine weiße Wand im Haus der Kirche in Heppenheim, dem Verwaltungssitz des Dekanats – „ohne Kirchenfeeling“, wie Folk sagt.

Zu Pfingsten ist der Altarraum der Heppenheimer Backsteinkirche nun die sakrale Kulisse. Wie Folk während der Dreharbeiten ankündigte, wird es bis zu den Sommerferien weitere zwei Folgen „Gottesdienst für Klein und Groß“ aus den anderen beiden Teilregionen des Dekanats geben. Dann sollen die Bergkirche im Wald-Michelbacher Ortsteil Siedelsbrunn und die evangelische Kirche in Lampertheim Drehorte sein.

Die Referentin hat sich bewusst nicht zum Ziel gesetzt, live zu den Kindern zu sprechen. Da Videos jederzeit abrufbar sind, soll es Familien ermöglicht werden, diese Form des Gottesdienstes in ihren Alltag oder in die Feiertage zu integrieren.

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Ob als Morgenimpuls oder Gute-Nacht-Geschichte: Rabe Rudi kennt keinen Sendeschluss. Für junge Erwachsene ist der Rabe ein alter Bekannter. Die Handpuppe wurde durch die ZDF-Kinderreihe „Siebenstein“ bekannt, die mittlerweile im Kinderkanal zu sehen ist.

Tochter Jana führt die Kamera

Bei den Dreharbeiten wird die Referentin von ihrer Tochter Jana unterstützt. Sie führt die Kamera. Die Zeit kann sie sich einteilen, weil sie als Studentin zurzeit im Home-Office ist. Jana Folk studiert Wirtschaftswissenschaften in Frankfurt.

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In der Kirche wurden Mutter und Tochter von Bruno Ehret unterstützt, dem Jugendreferenten im Dekanat. Ehret spielt Klavier, Orgel und Gitarre und liefert somit den „Soundtrack“ zu den Video-Gottesdiensten. Der Vorteil der Aufzeichnung ist, dass Ehret nicht immer am Set sein muss, sondern seine jeweils drei Musikstücke auch in das Video integriert werden können.

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„Kindergottesdienst lebt vom Mitmachen“, sagt Katja Folk und erklärt damit, warum die evangelische Kirche nach der Lockerungen der Versammlungsregeln die Kinder nicht wieder in die Gotteshäuser einlädt. Die Hygiene- und Abstandsregeln würden dem Wesen der Kindergottesdienste nicht gerecht, sagt die Referentin. So soll es bei den Video-Gottesdiensten zumindest bis zu den Sommerferien bleiben.

Mitmachen per Internet

Zu den Ritualen des Mitmachens via Internet gehört, dass sich die Kinder mit ihren Eltern beim Betrachten entsprechend einstellen, eine Kerze anzünden, sich als Utensilien Malstifte oder ein Tuch zurechtlegen und sich eine der drei Fürbitten ausdenken.

In den Video-Botschaften in der Osterzeit stellte Katja Folk auf kindgerechte Weise die Frage: „Gott, schläfst Du, wenn wir Angst haben?“ So wurden Möglichkeiten gezeigt, wie Kinder mit der Corona-Krise umgehen können, wie sie Ostern Opa und Oma nahe sein können, ohne ihnen zu begegnen.

Was fällt der Taube zum Thema Pfingsten ein? Laut Drehbuch wohnt der Rabe in einer der Orgelpfeifen. Von dort flattert er in den Altarraum, wo er seine dummen Fragen durch die Kirche krächzt.

Die Taube könnte antworten, dass das Pfingstfest am 50. Tag nach Ostern gefeiert wird und nach christlichem Glauben der Heilige Geist an Pfingsten vom Himmel auf die Erde kam, wo sich Kirchengemeinden bildeten.

Neben Weihnachten und Ostern ist das kommende Wochenende das höchste Fest im Kirchenjahr. Vielleicht zitiert der Rabe Rudi auch einen Reim von Bertolt Brecht, der nicht alle Kinder trösten dürfte: „An Pfingsten sind die Geschenke am geringsten, während Ostern und Weihnachten etwas einbrachten.“ ai