Gewalt gegen Frauen - Fahnenhissung auf dem Marktplatz Nicht wegschauen, sondern helfen

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ren
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Heppenheim. Gewalt gegen Frauen und Mädchen bleibt ein großes Problem: in vielen Haushalten, aber auch auf der Arbeit und im Alltag. Auf diesen Missstand wollte die Versammlung gegen Gewalt an Frauen am Montag im Heppenheimer Rathaus aufmerksam machen. Anlass hierzu war, wie jedes Jahr, der internationale Gedenktag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen.

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Nach einer Gesangseinlage wurden die Gäste von der Heppenheimer Gleichstellungsbeauftragten Susanne Straub begrüßt. Anschließend informierte die Leiterin des Bergsträßer Frauenhauses, Christine Klein, über die Ausmaße von Übergriffen. „Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist keine Seltenheit“, so Klein, „und sie findet hier in unserer Mitte statt.“

Die häufigsten Übergriffe seien häusliche Gewalt und gingen meist von den Partnern der Frauen aus. Es sei wichtig, dass dieses Thema in den vergangenen Jahren immer mehr an die Öffentlichkeit getragen worden ist. Die Gesellschaft dürfe bei Gewalt gegen Frauen nicht wegschauen, sondern müsse helfen.

Für viele Betroffene sei es schwierig, sich Hilfe zu suchen und die Probleme damit nach außen zu tragen. Nicht selten warten Frauen damit Jahre – und manche trauen sich erst gar nicht, aus Angst, ihr Partner könnte davon etwas mitbekommen.

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Doch die Möglichkeiten und Mittel der Helfer sind begrenzt: „Für das Frauenhaus ist es unmöglich, alle Frauen, die unsere Hilfe benötigen, aufzunehmen“, räumt Christine Klein ein. Zumindest mit beratenden Gesprächen könne man aber zur Seite stehen.

Die Sprecherin der DGB-Frauen im Kreis Bergstraße, Hilde Kille, ging auf das Problem der Dunkelziffer ein. „Einige Täter versuchen sich an Methoden der Unterdrückung, die von außen nicht sichtbar sind, beispielsweise durch Misshandeln des geliebten Haustieres vor den Augen der Frau“, so Kille. Gleichwohl sprach sie Opfern Mut zu: Frauen seien nicht wehrlos. „Wir müssen uns engagieren, das Thema öffentlich machen und helfen, so gut wir können.“

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Im Anschluss wurde auf dem Marktplatz eine Flagge als Zeichen gegen Gewalt an Frauen gehisst. Dieses Zeichen setzten an diesem Tag alle 22 Kommunen des Kreises Bergstraße. ren