Innenstadt - Der Mannheimer Investor, der das frühere Heppenheimer Restaurant-Gebäude gekauft hat, lässt dort acht Eigentumswohnungen entstehen Neues Wohnen am Stadtgraben

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rid
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Einen neuen Besitzer hat das Haus am Stadtgraben. © Frank

Heppenheim. „Ich bin zu der Immobile gekommen wie die Jungfrau zum Kind“, sagt Robert Schulmeister. Der Mannheimer sitzt im Büro des Heppenheimer Architekten Bernd Petermann. Grundrisse liegen auf dem Tisch. Auf dem PC-Bildschirm sieht man einen den Heppenheimern gut bekannten Schriftzug: „Zum Stadtgraben“. 2019 hat Schulmeister das Gebäude samt Restaurant gekauft. Jetzt sollen darin acht Eigentumswohnungen entstehen.

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Eigentlich kauft der Immobilienhändler aus der Quadratestadt keine komplett leeren Immobilien, hat er sich doch auf Mehrfamilienhäuser spezialisiert, renoviert und saniert diese. Mittlerweile ist der Markt für ihn schwieriger geworden, er hat den Radius erweitert. Heppenheim kannte er schon aus Zeiten, in denen er für einen großen Bauträger gearbeitet hat, dessen Notar sein Büro in der Kreisstadt hatte. „Doch hier etwas zu machen, da habe ich trotzdem nie Berührungspunkte gehabt.“ Irgendwann stieß er jedoch auf das Stadtgraben-Angebot.

Bei der allerersten Besichtigung hatte es ihm das Gebäude gleich angetan. „Hinter mir kamen sechs Leute, die das Haus ebenfalls besichtigen wollten“, erinnert er sich. „Ich bin raus, hatte noch keine Kalkulation und hab zu dem Makler gesagt: Ich kauf das Ding!“ Selten habe ihn ein Gebäude bereits beim Durchlaufen so inspiriert. Im Geiste habe er da schon die eine oder andere Wand eingezogen, hier und da andere Fenster eingebaut, sagt Schulmeister. Begeistert war er vom Blick aus dem ersten Stock auf die Starkenburg gewesen und auf die Allee – er meint damit den Graben mit den Platanen. Auch der Blick auf die Martin-Buber-Schule habe ihn gefreut. Er liebe Kinder. „Hier ist Leben“, findet er.

Ende Februar 2020 wurde im Stadtgraben noch einmal eine rauschende Fastnachtsparty gefeiert. Der Schlusspunkt nach unzähligen legendären Feiern der letzten Jahrzehnte beim bisherigen Wirt Adi Dörsam und seiner Frau Roswitha. Am 1. April wechselte das Gebäude den Eigentümer. „Mir war lange nicht bewusst, dass ich so ein bekanntes Haus kaufe“, sagt Schulmeister und bedauert bis heute, dass er es nicht mehr geschafft hat, beim „Adi“ Essen zu gehen; der Blick auf die gut bürgerliche Speisekarte habe ihm nämlich gefallen. Aber eine längere Erkrankung verhinderte nicht nur das, sie verzögerte auch den Start des Projektes. Doch jetzt kann es hoffentlich bald losgehen. Der Bauantrag ist gestellt.

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„Wir werden wenig ändern, das Äußere so lassen“, erklärt Architekt Bernd Petermann. „Es muss passen“, sagt er und meint damit das bauliche Umfeld. Man habe zunächst überlegt, große Loggien zu bauen, sich dann aber dagegen entschieden. Auch der ehemalige Haupteingang des Restaurants und der Seiteneingang – samt Ornament – bleiben erhalten. Die Erdgeschosswohnung erhält eine kleine Terrasse, an der Ostseite in Richtung Eselsgasse entsteht eine Erker-ähnliche Situation mit Dachbalkon. Innen passiert dann einiges, auch statische Teile werden in Angriff genommen, aber die Grundstruktur bleibt auch dort.

„Wir überlegen, den Schriftzug ,Am Stadtgraben‘ in irgendeiner Form zu erhalten und eventuell um ein ,Wohnen’ zu ergänzen“, so die beiden. „Wohnen am Stadtgraben“ könnte ein schöner Name für die Wohnanlage sein, gleichzeitig an eine jahrzehntealte Institution in Heppenheim erinnern.

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Insgesamt sollen acht Eigentumswohnungen entstehen. Zwischen 76 und 110 Quadratmeter werden die Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen groß sein. Eine Herausforderung sei die Optimierung des Sitzens im Freien. Der Bauantrag ist gestellt, derzeit ist man dabei ein Exposé für den Verkauf zu erstellen. „Wir haben jetzt schon zahlreiche Nachfragen“, so Petermann. Am größten sei das Interesse an den beiden Penthousewohnungen mit Dachterrasse. Eine Wohnung im Erdgeschoss wird barrierefrei.

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Der Architekt erkennt einen klaren Trend in der Kreisstadt: „Viele Heppenheimer haben große Einfamilienhäuser und suchen im Alter etwas Kompaktes. Das Townhouse wird immer beliebter. Der Trend geht nicht zu Luxuswohnungen, aber komfortabel sollte es sein. Eben etwas, was im Alter funktioniert.“

Bis die Baugenehmigung erteilt ist, hat man mit dem Entkernen begonnen. Allein 40 Kubikmeter Holz wollen entsorgt werden. Später werden alle Rohrleitungen und auch die Elektrik rundum erneuert. Natürlich gibt es neue, dreifach verglaste Fenster und und und. Investor und Architekt sind dennoch zuversichtlich: „Bis Ende des Jahres kann man im Idealfall bereits einziehen.“ Die Preise seien noch in der Gestaltung, hängen natürlich von der Kostensituation ab, die derzeit noch ermittelt werde. Fest steht: Es werden Wohnungen des gehobenen Segments. rid

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