Strahlemann-Stiftung - An der diesjährigen Benefizausfahrt nahmen 200 Biker teil / Der Erlös kommt den „Talent Companies“ zur Berufsorientierung zugute Motorradtour für den guten Zweck

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dj
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Von Heppenheim führte die Benefiz-Motorradtour über Dieburg in den Odenwald und wieder zurück. © Jährling

Heppenheim. Mehr als 200 Motorradfahrer aus der gesamten Region hatten am frühen Sonntagmorgen nur ein Ziel vor Augen – das Unternehmen „Jäger direkt“ in der Heppenheimer Opusstraße, wo die zehnte Benefiz-Motorradtour der Strahlemann-Stiftung startete. Unter dem Motto „Bildung ist Herzenssache“ wurden damit die „Talent Companies“ der Stiftung unterstützt.

Anlass für die Gründung der Strah lemann-Stiftung war der ...

Anlass für die Gründung der Strah lemann-Stiftung war der Tsunami im Jahr 2004. Zunächst wurde über fünf Jahre eine Schule in Haiti neu aufgebaut, 2008 dann die Stiftung ins Leben gerufen. Gründungsvor sitzender war Franz-Josef Fischer.
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„Talent Companies“ sind gut ausgestattete Unterrichts- und Begegnungsräume, die der Berufsorientierung dienen und vor allem Jugendlichen mit ungünstigen Startbedingungen eine Ausbildungsperspektive eröffnen sollen. Die erste Einrichtung dieser Art wurde vor zehn Jahren an der Georg-August-Zinn-Schule in Reichelsheim installiert, ein Jahr später dann auch an der Heppenheimer Martin-Buber-Schule.

50 Standorte sind das Ziel

Weitere „Talent Companies“ gibt es mittlerweile in Eberstadt, Frankfurt, Offenbach, dem Saarland und Hamburg. Aktuell sind zusätzliche Standorte in Berlin und München geplant – mit dem langfristigen Ziel, 50 „Talent Companies“ in ganz Deutschland zu errichten, wie Stiftungsgründer Franz-Josef Fischer erklärte. „Wir schaffen es, dass viel weniger Hauptschüler auf der Strecke bleiben“, so Fischer.

Während zu Beginn im Schnitt nur zehn Prozent der Hauptschüler eine Ausbildungsstelle gefunden hätten, seien es jetzt, nach zehn Jahren mit den „Talent Companies“, bereits 50 Prozent. Der Erfolg hänge im Besonderen von Rektoren und Lehrern ab, die sich sehr für die Sache engagieren. Sehr erfolgreich sei eine Haupt- und Realschule in Offenbach, wo 99 Prozent der Schüler einen Migrationshintergrund besitzen und jeder zweite aus einer Hartz-IV-Familie kommt.

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Fischer kritisierte zugleich die Wirtschaft: „Es heißt immer, wir finden keine Auszubildenden. Aber einem Benachteiligten will auch keiner eine Chance geben“, sage der Stiftungsgründer. „Dabei hat sich gezeigt, dass sich gerade Benachteiligte engagieren, wenn sie Anerkennung und Wertschätzung erfahren.“

Die Auszubildenden von „Jäger direkt“ – darunter auch einige aus den „Talent Companies“ – richteten am Sonntag das Frühstück für die Motorradfahrer her und wiesen die ankommenden Biker ein. Recht aufgeregt war an diesem Morgen Jürgen Keil vom Erlenbacher Harley-Davidson-Stammtisch, der Haupt-Tourguide der Ausfahrt.

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Als letzte fuhren die Motorradfreunde Heppenheim mit 36 Bikern auf dem Parkplatz des Unternehmens ein, wo sie von Keil erfreut begrüßt wurden. Schnell waren noch ein paar Sicherheitswesten verteilt, so dass dafür gesorgt war, dass alle Fahrer sicher über die Kreuzungen auf der Strecke kamen. Auch der Vorsitzende der Motorradfreunde, Peter Eckstein, ließ sich in die Pflicht nehmen. Die Gruppe nimmt schon seit Jahren regelmäßig an der Benefiztour teil: „Das ist einfach eine gute Sache, die wir gerne unterstützen“, so Eckstein.

Abschluss im Biergarten

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Verantwortlich für die Planung der Tour war Bruno Reis. Ein erster Stopp wurde auf dem Dieburger Marktplatz eingelegt. Das Mittagessen gab es in Obertshausen, dann ging es wieder zurück über den Odenwald nach Heppenheim, wo im Biergarten des „Halben Monds“ der Abschluss stattfand. Damit die Tour reibungslos klappt, arbeiten die Veranstalter stets eng mit dem Regierungspräsidium Darmstadt zusammen. dj